Segeln auf der Ostsee 3: Das Scheinesammeln

Wenn man nicht gerade mit einem winzigen und nahezu unmotorisierten Boot unterwegs ist, benötigt man in Deutschland zum Befahren der Seeschiffahrtsstraßen eine Bescheinigung. Man sagt, die Amerikaner haben das Internet erfunden, die Deutschen haben es daraufhin reglementiert. So ähnlich ist das beim Segeln auch. Dem deutschen Bürger traut es sein eigener Staat nicht zu, dass er freiwillig Vorbereitungskurse besucht, bevor er sich auf See begibt. Daher gibt es eine Scheinpflicht und das Produkt nennt sich „Sportbootführerschein See (SBF See)“. Liegt ein Fluss auf dem Weg zum Meer, wie das zum Beispiel bei den Berlinern der Fall ist, wird zusätzlich der „Sportbootführerschein Binnen“ benötigt. Hat man auch noch ein einfaches UKW-Funkgerät an Bord, ist mindestens das „Short Range Certificate (SRC)“, wenn nicht gar das „Long Range Certificate (LRC)“ fällig. Je nach eingebauter Funkanlage. Oh, und auch hier gibt es natürlich separate Scheine für Seefunk und Binnenfunk, ist doch klar. Möchte man sich das Boot nicht gleich kaufen, sondern lieber erstmal mieten, dann möchte der Vercharterer obendrein noch den „Sportküstenschifferschein (SKS)“ sehen.

Rechnet man all diese Anforderungen zusammen, so kommt man im ungünstigsten Fall auf 6 Bescheinigungen, die man sowohl zeitlich als auch finanziell unter einen Hut bekommen muss. Ganz abgesehen vom umfangreichen Prüfungsstoff, der irgendwie verdaut und wiedergekäut werden muss. Da ich selbst vor habe, mir ein eigenes Boot zu kaufen, sind lediglich der SBF See und das SRC notwendig – sofern mein Boot denn eine Funke haben wird. Zwei Scheine also, das ist zu schaffen. Wie und wo ich den SBF See gemacht habe, beschreibe ich im Artikel „Sportbootführerschein See in Kühlungsborn“.

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