Kochen mit Wok und Aztekenofen

Echte Deutsche Kerle haben das Grillen ja quasi mit der Muttermilch (bzw. dem Vaterbier) aufgesogen. Ist ja nichts einfacher, als ein Feuerchen zu machen, das tote Tier draufzulegen und grillgabelschwingend daneben zu stehen. Dass man mit Feuer auch ganz regulär kochen kann, gerät dabei manchmal in Vergessenheit.

Beim Betrachten des Aztekenofens im Garten kam mir dann der Gedanke, es doch einmal damit zu probieren. Kleine Nürnbürger Würstchen und Marshmallows hatte ich früher schon darauf am Stock gegrillt. Aber diesmal sollte es per Wok funktionieren. Preiswerte Woks gibt es in jedem Asia-Laden für wenige Euro und etwas besseres sollte man auch besser nicht verwenden. Denn im Gegensatz zur sauberen Gasflamme, wie sie im Asia-Imbiss verwendet wird, kocht man hier über dem offenen Feuer. Und das rußt. Wieviel, das sollte ich erst hinterher bemerken, als die dicke schwarze Rußkruste abfiel.

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Also, schnell Feuerchen gemacht und auf ordentlich Hitze gewartet. Geht ja flott bei diesen Öfen aus Ton bzw. Terracotta. Das mit dem „sachte Anheizen“, weil der Ofen sonst zerspringen könnte, halte ich für ein Gerücht. Wenn er nass ist, dampft er solange, bis der Ton alle Feuchtigkeit ausgeschwitzt hat, das war’s dann schon. Alle Zutaten für die Asia-Pfanne kleingeschnitte und nebendran parat gelegt. Und drauf mit dem Wok! doch was ist das?

  • Erstes Problem: der Schornstein-Effekt. Stelle ich den Wok auf dem Schornstein ab, geht das Feuer zurück. Es geht nicht aus, aber es glimmt dann nur noch und der Rauch kann nicht mehr abziehen. Hier würde ein stabiler Untersatz in der Art eines Metallkorbs helfen – der Wok bliebe auf Abstand und der Kamin hätte Durchzug.
  • Zweites Problem: die immense Hitze. Verteufelt wird das heiss! Dabei schlagen die Flammen auch noch neben dem Wok am äusseren Rand hoch und versengen einem schnell den Unterarm. Hier hilft leider nur die Devise „Be quick or be dead“.
  • Drittes Problem: da ich den Wok jetzt nur selten abstellen kann und die meiste Zeit schwingen muss, ermüden die Arme irgendwann.

Aber geil is‘ scho! Und es funktioniert. Die Zutaten kommen der Reihe nach hinein und nach wenigen Minuten hat man eine wohlschmeckende Azteken-Asia-Pfanne gekocht. Mit ein wenig Raucharoma natürlich.

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Auch andere Kochabenteuer musste dieser Ofen schon über sich ergehen lassen. Als Pizza-Ofen mit hineingelegter Marmorfliese sollte er mir eine knusprige Pizza backen. Sie war dann auch ziemlich knusprig, aber ansonsten ungenießbar, da gleichzeitig heißgeräuchert. An den äusseren Rundungen dachte ich mir, müsste man doch auch Fladenbrot backen können. Kann man auch. Jedenfalls solange, bis es trocken ist und runterfällt. Mit etwas mehr Übung müsste das aber alles zu machen sein.

Lustigerweise liest man mittlerweile des öfteren von Sterne- (und normalen) Rezepten, in denen ganze Hühner und Enten in Öl statt Wasser gegart werden. Ich weiss ja nicht. Schmeckt der Vogel dann hinterher nicht wie das Opfer einer Ölpest? Wer von Feuer, Hitze und Fleisch nicht genug bekommen kann, sollte sich auf alle Fälle mal die Sache mit dem frittierten Truthahn ansehen:

Und was passiert, wenn das Öl in die Flamme gerät, zeigt dieses Video. Wow. Da bleib ich mal lieber beim Aztekenofen.

Ein Gedanke zu „Kochen mit Wok und Aztekenofen“

  1. Das Video zeigt eine klassische Fettexplosion, die daher rührt, dass Wasser im Fett verdampft (vermutlich war der Truthahn noch gefrohren, was es schlimmer macht).
    Man sieht aber beim genauen Hinsehn, dass der Feuerwehrmann schon auf die ersten Flammen mit Wasser drauf hält, was es noch viel schlimmer macht. Brennendes Fett mit Wasser zu löschen ist so ziemlich das falscheste was man machen kann, aber es sieht natürlich spektakulär aus…

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