Segeln auf der Adria 1: Bootstransfer nach Portoroz

Der Transport meiner Zelda von Rendsburg nach Portoroz in Slowenien hat gut geklappt. Der Kahn ist heil geblieben, nur ein paar zerplatzte Mücken am Bug zeugen noch von der rasanten Fahrt mit etwa 50 Knoten. Nicht schlecht für mein Bootchen, wo wir doch sonst eher so um die 5 Knoten schaffen. Mit Rückenwind. Leider kam der Transporteur einen halben Tag später im Hafen an, was für so einige Folgeprobleme gesorgt hat. Zwei Dinge gab es eigentlich nur für die Leute der Marina zu tun: mein Boot ins Wasser hieven und den Mast stellen. Im Wasser war es recht schnell. Nur mit dem Maststellen hat es am selben Tag nicht mehr gelangt. Dann kam auch noch dummerweise eine Meute von 200 italienischen Regatta-Seglern von Trieste herüber. Der Hafen war gerammelt voll, ich war zugeparkt und auch der Kran zum Mast stellen außer Reichweite. Sonntag Vormittag hatte ich mich noch x-Mal erkundigt, ob das denn jetzt noch was würde, mit der Kranerei. Nach langem hin- und her: nein, Montag.

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So bin ich mit Gerd zum Strand gegangen. Kaum waren wir wieder zurück, lag mein Boot halb aufgetakelt unter besagtem Maststellkran. Die Wanten nur lose festgezogen, die Fallen und alles andere willkürlich um den Mast geschlungen. Ein Albtraum. Montag morgen kam dann endlich jemand, nachdem ich das „Missverständnis“ ausgeräumt hatte, von wegen dass ich selber alles einrichten könnte. Kann ich nämlich nicht, habe noch nie einen Mast gestellt. Der Kollege, der dann kam, war ein fähiger Maststeller, außerdem ein Musiker und somit seelenverwandt. Haben gleich gemeinsam über den geisteskranken Kranmeister gelästert und währenddessen alles eingerichtet. Habe viel von ihm gelernt!

Am Mittag haben wir dann zum ersten Mal abgelegt, so richtig in die Adria gestochen und Kurs auf Umag, erste Grenzstadt in Kroatien, gesetzt. Hier mussten wir einklarieren, also sämtliche Dokumente des Bootes, Versicherung, Internationaler Bootsschein und unsere Ausweise vorzeigen. Doch was war das… der Bootsschein war nicht mehr da! Hätte Stein und Bein schwören können, ihn zusammen mit den anderen Unterlagen in der Mappe zu haben. Da stehe ich nun vor der Dame und muss ihr mitteilen, dass der Schein, äh, „weg“ ist. Viel peinlicher ging es kaum noch, zumal ich ohne den Schein nicht legal hätte einreisen dürfen. Oder anders ausgedrückt: bei einer Kontrolle hätte es später recht teuer werden können. Die kurzfristig vom Rechner ausgedruckten Kopien des Scheins wollte sie auch nicht sehen.

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Am nächsten Morgen aus lauter Verzweifelung in Portoroz angerufen und siehe da, man habe den Schein vorliegen. Also kleine Planänderung, ins Taxi gestiegen, zurück nach Portoroz gefahren, den Schein abgeholt und mit dem eigenen Auto zurück nach Umag gefahren. Bis heute weiß ich nicht, was diese fehlorganisierten Marina-Büro-Heinis noch mit meinem Schein zu schaffen hatten und warum sie ihn mir nicht vor der Abfahrt ausgehändigt haben. Ich selbst hatte schon längst vergessen, dass er dort lag… zu viel Hektik bei der Ankunft.

Fazit: während ich selbst jeder Kleinigkeit hinterher gerannt bin, wurde in den drei Tagen eine fabrikneue Hanse mit 54 Fuß Länge zu Wasser gelassen und komplett aufgeriggt. Muss wohl echt was an meinem Bankkonto ändern, damit ich zukünftig ähnlich behandelt werde. In Rendsburg lief das früher übrigens nach Auskunft des Vorbesitzers meines Bootes so. Anruf bei Olli, dem Kranmeister und Experten für alles: „Olli, wirfst du die Dicke ins Wasser?“ Mehr war nicht nötig und schon lag die Dame fertig aufgeriggt in ihrer Box im Hafen.

Seitdem die Startschwierigkeiten gemeistert sind, läuft es jedenfalls prima. Wir kommen gut vorwärts und haben heute den Sprung über die Kvarner Bucht gemacht. Das Wetter ist seit Tagen stabil, auch wenn das Hoch sich gerade etwas abschwächt. Jetzt liegen wir vor Anker in einer Bucht auf Unije, einer kleinen Insel neben Cres. Danach geht es wahrscheinlich nach Mali Losinj.

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Eine kroatische SIM Karte habe ich mir vor ein paar Tagen auch besorgt: Vipme von VIP (Vodafone). Darüber habe ich sehr flottes und günstiges Internet und bin auch noch telefonisch gut zu erreichen, selbst auf abgelegenen Inseln. Ein Segen auf den Fortschritt, denn es ist sehr angenehm, immer den aktuellen Wetterbericht (DHMZ) zur Hand zu haben und auf Empfang zu sein!

3 Gedanken zu „Segeln auf der Adria 1: Bootstransfer nach Portoroz“

  1. hallo mo,

    schön zu hören das deine fahrten mit zelda jetzt auf einem anderen revier weitergehen, wünsch dir viel spaß. weiter im süden von mali losinji solltest du dir unbedingt die telascica bucht mit ihrer wirklich spektakulären steilküste ansehen.

    liebe grüße

    helmut

    1. Danke für den Tip – die Bucht hatte ich mir noch vorgenommen! Bin gerade auf Krk und warte auf besseres Wetter.
      Ciao,
      Mo

  2. Moin! Leider war ich noch nie in Slowenien, soll aber sehr schön sein wie ich gehört habe. Mache gerade einen Aktivurlaub Südtirol, habe mir aber vorgenommen, demnächst mal nach Slowenien zu fahren. Dir wünsche ich weiterhin viel Spaß auf deiner Reise, beste Grüße

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