Segeln auf der Adria 3: Dunkle Wolken über Rab

Montag früh wollten Gerd und ich eigentlich von der Insel Rab zur nächsten Insel Krk rüber fahren. Es war zwar ein Gewitter für die Nacht angekündigt worden, weshalb ich mich für den sicheren Hafen entschied. Aber das Gewitter kam nicht. Stattdessen stand morgens um 9 Uhr der Himmel bleischwer am Horizont. Daraufhin beschloss ich, lieber gleich loszudüsen, um noch vor dem Unwetter anzukommen. Das zu schaffen war ein naiver Irrglaube, wie wir nach einer halben Stunde Vollgas (6 Knoten, also eher flottes Jogging) feststellten: Regen, Blitz und Donner sowie eine wachsende Welle machten mich nachdenklich. So fällte ich nach Rücksprache mit Gerd die Entscheidung: wir prügeln da jetzt nicht rüber. Also direkt kehrt gemacht und wieder eingelaufen in die Supertarska Draga Marina. War definitiv die richtige Entscheidung. Auch wenn später wieder für viele Stunden die Sonne scheinen sollte, es war Bora angesagt, also stürmischer Wind aus den Bergen. Und zwar eine ordentliche mit 35-50 Knoten. Für Nichtsegler: das ist Sturm mit Orkanböen. Erwischt einen das mit gesetzten Segeln, kann man selbige als Polyesterkonfetti zu Karneval wiederverwenden.

adria_rab_gewitter

Gerd hat sich dann später den Bus nach Istrien geschnappt, wo mein Auto steht, da er bald wieder zu hause sein muss. Ich selber sitze nun abends alleine im Boot und bewundere das zweite Gewitter an diesem Tag. Mein Zeltaufbau für das Cockpit hat sich auch hier wieder bewährt, es kommt kein Tropfen durch. Hatte es an der Ostsee fast jeden Tag im Einsatz. Für die Adria habe ich es optimistischerweise ganz unten in der Backskiste, dem unergründlichen Staufach ohne Boden, untergebracht. Hilft alles nix, unter dem Teil ist es einfach angenehmer bei Regen. Eine dampfende Tasse Kaffee in der Hand und schon kann der gemütliche Teil beginnen.

Lektion jedenfalls heute gelernt: wenn der Himmel schwarz ist, wird es Gewittern, abhauen ist zwecklos. Und nein, das Unwetter wird trotz heftigem Wunschdenken nicht an einem vorbeiziehen. Ich zocke ja gerne mal, aber gegen Mutter Natur ziehe auch ich den kürzeren.

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