Segeln auf der Adria 4: Wie das Wetter so ist, wenn es nicht schön ist

Das erste Tief erreicht mich. Weniger mental als meteorologisch. Wie damit umgehen? Seit der Abfahrt aus Portoroz war das Wetter bombig: eine Mörderhitze dank des starken Hochdruckgebiets, keine Wolken, nette Thermikwinde und kaum Wellen. Doch jetzt verabschiedet sich dieses Hoch in Richtung Osten und hinterlässt eine Lücke, die umgehend von einem Tiefdruckgebiet ausgefüllt wird. Dumm nur, dass ein weiterziehendes Hoch hinter dem Gebirge, welches an der jugoslawischen Küste entlangläuft, für eine Bora Wetterlage sorgen kann. Immer, wenn dort mehr Druck herrscht als auf der Adria, fegt der kühle Wind in Sturm- oder sogar Orkanböen aus den Bergen über das Meer. Leider so unregelmäßig, dass in Krk Sturm herrschen kann, während man sich auf Rab in der Sonne aalt. Dazu kommen Gewitter, wenn es sich um eine großräumigere Wetteränderung handelt. Und auch diese sind nicht vorhersehbar. Sich aus dem Hafen heraus trauen kann nach einer Stunde damit enden, durch eine Unwetterfront zu fahren.

Irgendwie haben wir hier gerade von allem etwas. Alle paar Stunden zieht ein besagtes Gewitter hindurch. Und wenn nicht hier auf Rab, dann eben auf Krk, ist schließlich alles in Sichtweite. Dazu die Gewissheit, dass es trotz blendendem Sonnenschein draußen auf dem Meer hin und wieder spontane Bora-Böen von Sturmstärke gibt und schon fällt die Motivation, den Hafen zu verlassen, ganz erheblich. Es ist dennoch eine unklare Sache. Es gibt nicht „das“ schlechte Wetter, wie man es von der Ostsee her kennt. Ist das Wetter dort durchgezogen, kann man mit gutem Gewissen die Leinen loswerfen und weitersegeln. Aber hier ist das anders. Auf der einen Seite herrscht heiter Sonnenschein und 25 Grad, aber keine paar Seemeilen weiter kachelt ein Gewitter herunter. Dazu die Wettervorhersage, welche ausdrücklich vor Sturmwinden in Phantasiestärke warnt… da verlässt man den Hafen nicht freiwillig, auch wenn es der Geldbörse weh tut.

Ein Gedanke zu „Segeln auf der Adria 4: Wie das Wetter so ist, wenn es nicht schön ist“

  1. Was ich heute weiß: Wind bis Bf6-7 in Gwitterstärke kann Zelda handeln. Aber nur zum Kurshalten, nicht zum ernsthaft vorwärts kommen! Da hilft nur warten auf besseres Wetter. Alles andere wäre eine Verschwendung von Diesel und Nerven.

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