Segeln auf der Adria 12: Das ewige Bratpfannenlicht

Vor kurzem noch schrieb ich, dass ölbetriebene Sturmlaternen das Nonplusultra als Ankerlicht sind. Das sind sie auch, keine Frage. Nur mit einer Sache habe ich nicht gerechnet: dass die Kroaten gar kein Lampenöl verkaufen! Zwischen Istrien und Split habe ich die Supermärkte abgeklappert, aber ohne Erfolg. Auch Tankstellen führen das Zeug nicht. Also was tun? Die Lösung lautet „Grablichter“. Die Kroaten haben scheinbar eine morbide Schwäche für Grablichter in allen Größen, es gibt nicht nur diese winzigen Dinger wie bei uns. Es gibt sie hier überall zu kaufen und sie haben eine Größe bis, sagen wir mal, 1-Liter-Milchkartongröße. Also ganz ordentlich.

grablicht_ankerlicht

So eine Kerze hält etwa genauso lange wie die Öllaterne mit einer Füllung. Leider ist sie nicht so hell und auch nicht so sicher. Kerze bleibt Kerze. Also mache ich abends vor dem Schlafengehen folgendes: erstmal den halbdurchlässigen Sonnenschutz über das Cockpit ziehen, falls noch nicht geschehen. Danach wird die Kerze in einer Pfanne in die Mitte des Cockpits gestellt, so dass sie genau nach oben strahlt. Bei Geschaukel kann nichts passieren und das Geflecht des Sonnenschutzes verteilt das Kerzenlicht gut sichtbar von innen und aussen. Ok, das ganze ist natürlich nicht über 3 Seemeilen hinweg zu sehen. Aber Boote, die in die Bucht einlaufen und eh auf der Hut sind, die sehen das. Zugegeben, alles nicht optimal aber besser als nichts. Und besoffene Heimkehrer im Dinghi bewahre ich so wenigstens vor einer unschönen Kollision mit meiner Zelda.

2 Gedanken zu „Segeln auf der Adria 12: Das ewige Bratpfannenlicht“

  1. In Jelsa auf Hvar, etwas weiter hinten im Kaff, gibt es einen Laden – wie nennt man sowas noch klassischerweise – Eisenwarenhändler? Jedenfalls hat es dort alles, was das Herz begehrt: Lampenöl aus italienischem Import sowie diese Arbeitshandschuhe mit gummierten Handinnenflächen. Sehr wichtig für’s Ankern, denn mit den Dingern hat man mehr Grip. Dummerweise vertragen sich Gummi, Salzwasser und hohe Temperaturen nicht wirklich. Deshalb sind mir die ersten Exemplare nach 4 Wochen unter den Fingern förmlich zerflossen.
    Gruß,
    Mo

  2. Schande über mich, habe mir jetzt doch so ein neumodisches Solar-Gartenlicht für 5 Euro gekauft… es hängt am Heckkorb und strahlt halb in die Luft und halb ins Wasser, so dass sich manchmal eine stattliche Anzahl von Fischen, Calamaris und anderem Gefleuch darunter tummelt.
    Sooo schlecht sind die Dinger gar nicht. Sie laden sich von selbst tagsüber auf und leuchten, naja, glimmen die ganze Nacht über. Als Alternative zum Bratpfannengrablicht durchaus brauchbar.
    Auch gibt es in größeren Supermärkten Grablichter im weißen Plastikgehäuse, was die Lichtausbeute noch etwas verbessert. Was die Toten von diesem Farbfrevel halten, weiß ich nicht. Ist mir als Heide aber auch wurscht.
    Ciao,
    Mo

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