Segeln auf der Adria 13: Urlaub im Urlaub vom Urlaub

Meine Kühlbox überzeugte mich heute davon, mal einen Tag Urlaub vom Segeln zu nehmen. Letzte Nacht lag ich in der unglaublich teuren Marina von Korcula (57 Euro für meine 8,20 Meter!) und dort lief die Kompressorkühlbox überaus effektiv am Landstrom. Nachdem ich sie randvoll mit den Herren Karlovacko und Ozujsko geladen und danach vergessen hatte, die Temperatur auf etwas höher als -18°C einzustellen, präsentierte sie mir am nächsten Nachmittag pünktlich zur traditionellen Kaffeetrinkzeit um 16 Uhr eine tiefgefrorene Milch. In diesem Moment wusste ich: die Box ist jetzt so kalt, da kann ich getrost noch einen weiteren Tag hier in der Bucht vor Anker liegen bleiben, da muss der Motor nicht laufen. Wind ist auch keiner angesagt und Zeit habe ich im Überfluss, warum also nicht einfach hier bleiben?

karlovacko_bier

Zumal diese Bucht ein geniales Fleckchen Erde, bzw. Wasser ist. Gut geschützt nach allen Seiten, einige Restaurants für wer sie braucht und an vielen Stellen eine passable Ankertiefe. Herr Beständig, der Herausgeber des Führers für dieses Revier, mosert zwar ein wenig über den nicht so tollen Boden, in den sich der Anker nicht so recht eingraben will. Aber das ist alles relativ, denn 50 Meter weiter sieht die Sache schon wieder ganz anders aus und nach dem zweiten Anlauf sitzt der Anker. Es gibt mitten in der Bucht eine recht flache Stelle (2-4 Meter), welche im Handbuch nicht zu erkennen ist und die sich sehr gut zum Ankern eignet. Und so kann ich nachmittags immer wieder bewundern, wie eine Yacht nach der anderen einen bestimmten Zipfel der Bucht anläuft, der im Handbuch erwähnt ist und der selbstverständlich schon hoffnungslos überfüllt ist. Alle folgen nun einmal blind dem Führer, so ist das halt bei uns Deutschen, Österreichern und Italienern. 5 Euro ins Phrasenschwein, ich weiß…

Es ist leider kein Klischee, sondern tatsächlich so, dass die wenigsten Skipper einmal quer durch die Bucht fahren und nach guten Ankerplätzen Ausschau halten. Der Herdentrieb siegt, und so schmiegen sie sich lieber dicht an dicht in den engsten Stellen aneinander, als einmal mit offenen Augen und Blick auf das Echolot durch die Bucht zu fahren.

Jedenfalls, für morgen steht Urlaub vom Urlaub im Kalender, denn schon Neptun sagte: „An einem Tag in der Woche sollst du rasten. Such ihn dir selber aus!“. Poseidon sagt das auch, je nachdem, ob man eher den Römern oder den Griechen anhängt. „Rasmus“, wie er von den Nord- und Ostseeseglern genannt wird, heisst er hier jedenfalls nicht. Und er möchte auch keinen Kümmel, Aquavit oder ähnliches über sich geschüttet bekommen. Wenn schon, dann bitte Raki oder Ouzo. Wie eng der Anis jetzt mit dem Kümmelgewächs verwandt ist, das überlasse ich mal den Botanikern.

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