Segeln auf der Adria 19: In die Möwe starren

„Wenn du lange genug in die Möwe starrst, starrt die Möwe zurück in dich!“ möchte ich mal in Anlehnung an Nietzsche behaupten. Seit meine Zelda im Wasser liegt, begleitet mich diese eine Möwe. Es ist bestimmt die selbe, jeden Tag, denn sie sieht tatsächlich immer gleich aus. Ich denke mal, sie wurde zu meiner Bewachung abkommandiert. Mag sein, dass sie wöchentlich durch einen identischen Zwilling abgelöst wird. Aber sie ist immer da und wartet auf mich. Spätestens abends, wenn ich beim Sundowner auf dem Kajütdach sitze, kommt sie zutraulich näher und will auch einen Schluck. Oder nen Cracker. Und bei diesen Gelegenheiten treffen sich unsere Blicke:

Sie so: „Na, wieder den halben Tag unter Motor gefahren?“ und ich so: „Na und? Kennst mich doch. Vormittags ist eh kein Wind, da darf man das.“ Darauf sie: „Faulpelz, dann zieh halt den Blister hoch, du weißt doch jetzt wie das geht…!“. Ich zurück: „Und wo hast du dich überhaupt tagsüber rumgetrieben, wieder nur faul die Kloake im Wind geschaukelt?!“ Darauf sie nur zickig, schon im Wegflattern: „Werd mir jetzt bloß nicht anzüglich, alter Alleinsegler.“

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Ok, Waffenstillstand. Trotzdem gibt’s heute keine Cracker.

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