Segeln auf der Adria 23: Orte wo’s schön war

Luka Tiha auf Hvar

In meinem Sprachgebrauch nur noch die Wespenbucht. Sie liegt in der geräumigen Bucht bei Stari Grad auf der Insel Hvar. Man findet immer eine freie Boje, kann aber auch in einem der inneren Arme frei Ankern oder besser noch man bringt eine Landfeste aus und liegt dann sehr sicher. Und es koscht dann nix. Ansonsten sind die Bojen auch nicht teuer, 15 Kuna der Meter Boot. Etwas Schwell von vorbeifahrenden Booten, außer man fährt in einen der linken Arme, die etwas enger sind. Sehr klares Wasser, guter Ankergrund und einmal sogar einen Rochen gesehen. Falls man in Lucice keinen Platz mehr bekommen hat: hier ist immer was frei. Irgendwo ist auch ein Restaurant versteckt, das ich aber nicht finden konnte.

luka_tiha

 

Lucice auf Brac

Diese Bucht habe ich gern als ersten Stop mit Gästen aus Split gewählt. Man segelt nicht zu lange und findet dann am frühen Nachmittag immer direkt eine freie Boje. Das Bojenfeld wird von zwei verschiedenen Konzessionären geführt. Auf der rechten Seite (Boat Boy im Festrumpf Motorboot) hatte ich das Gefühl, unerwünscht zu sein. Ich solle doch bitte irgendwo frei ankern und außerdem wäre die Boje mit 300 Kuna (reiner Fantasiepreis) für mein 8 m Boot doch viel zu teuer. Klare Sache, hier wartet der Bojenbetreiber lieber auf einen dicken Katamaran mit hungriger Crew, als dass er meinem 2-Mann Boot vorzeitig den Platz überlässt. Immer blöd, wenn der Bojenkonzessionär auch noch ein Restaurant in der selben Bucht betreibt. Ein Gefühl der Genugtuung überkam mich, als ich dann schließlich auf der anderen Seite an einer Boje hing und beobachten konnte, dass die erste Boje weiterhin frei blieb. Also, immer links an eine der Bojen fahren, der zuständige Boat Boy ist auch ein sehr Netter. Etwas chaotisch wird es nur, wenn sein Opa noch herumfährt und die Boote beliebig anweist. Also besser gleich auf den jungen Kerl im Twin-Kiel Schlauchi warten. Er bringt einen auch in das richtig gute Restaurant, falls man einen Shuttle Service braucht. Super Fisch, man wählt ihn direkt am Tisch aus. Ansonsten eine solide Konoba, wo man aber auch mal gerne eine Stunde warten muss, wenn alles voll belegt ist. Solange kann man den freien Blick auf sein Boot genießen.
Im Rest der Lucice Bucht kann umsonst geankert werden, aber man ist dann voll dem südlichen Schwell ausgesetzt, der eigentlich fast immer herrscht.

lucice

 

Bobovisce

Der Ort Bobovisce liegt am westlichen Zipfel von Brac, gleich nördlich von Milna. Hier gibt es zwei Bojenfelder, die zwar sehr gut geschützt sind, aber leider mit Muring funktionieren. Man befestigt also einen Festmacher direkt an der Boje, schnappt sich dann die Muring, welche an der Boje herab hängt und zieht solange daran, bis man die dicke Leine am Heck belegen kann. So passen eine Menge Boote parallel angeordnet in die Bucht hinein, was vor allem am Samstag Abend nötig ist, wenn einige Charterer hier ihre erste Nacht verbringen. Aber man liegt eben auch sehr eng. Dennoch, eine sichere Liegemöglichkeit mit fast immer freien Plätzen. Außerdem kann man dort auch geschützt ankern, falls wirklich einmal nichts mehr frei sein sollte. Ansonsten hat es dort noch drei Restaurants und zwei Läden. Leider abends auch herumgrölende einheimische Jugendliche, besonders am Wochenende. Der Boat Boy ist sehr hilfsbereit. Er fiel aus allen Wolken, als ich ihm einmal per Email mitteilte, dass ich leider seine Muringleine zerschneiden musste, weil sich mein Propeller darin verfangen hatte. Sonst macht das wohl niemand. Seitdem sind wir wie Blutsbrüder (ok, er kennt jetzt zumindest den Namen meines Bootes).
Von Bobovisce nach Split oder Kastela ist es ein Katzensprung, und so ist das gern meine letzte Station „im Freien“, wenn ich Gäste zurück zum Flughafen bringen muss.

bobovisce

 

Vinisce

Diese Bucht liegt am Festland nördlich von Trogir und ist ein guter Zwischenstopp auf dem Weg in den Norden bzw. Süden. Sie eignet sich bei allen Windrichtungen außer NO bis S, dann steht kräftiger Schwell in die Bucht, was ich einmal nachts bei Starkwind erleben durfte. Schlafen bei 20 Grad Krängung ist irgendwie suboptimal…!
Seit Juli diesen Jahres werden hier Ankerlieger abkassiert (10 Kuna/Meter), obwohl es keinerlei Gegenleistung gibt. Da hilft nur, den dilettantischen Einsammlern vor 19 Uhr zu entwischen und die gesparte Kohle in einem der drei Restaurants zu lassen. Die Konoba Porat hat einen fetten Grill, und wenn dort eine Sau schmort, sollte man sich das nicht entgehen lassen. Falls ohne Sau, dann lieber zu dem Restaurant mit der Veranda gehen (der Besitzer fährt täglich im roten Schlauchboot herum und macht Werbung). Hier gibt es gute Qualität.

vinisce

 

Mirine

Diese Ausbuchtung des Festlands liegt südlich von Sibenik und der Insel Zlarin. Im Beständig wird sie nur als „die Bucht, wo das Ankergeschirr schmutzig hochkommt“ beschrieben. Hatte das an anderer Stelle schonmal erwähnt. Für mich war die Bucht ideal, da sie recht flach ist und gegen alle Windrichtungen bis auf NW geschützt ist. Aber selbst ein NW Wind kann wenig anrichten, selbst bei Starkwind aus dieser Richtung liegt es sich noch relativ komfortabel. An Land kann eine alte Römermauer erkundet werden, sonst hat es dort allerdings keine Highlights. Moment, stimmt nicht ganz: es kommt niemand zum Kassieren, das zählt ja mittlerweile auch schon als Highlight.

mirine

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