Segeln auf der Adria 24: Die Konoba „Larus“ in den Kornaten

Die Kornaten sind eine Ansammlung karger Felsinseln zwischen Biograd und Sibenik, weiter draußen in der Adria. Als hätten die alten Venezianer sämtlichen dort jemals wuchernden Urwald abgeholzt, um ihre Mittelmeerflotte zu bauen, präsentieren sich die Kornaten heute als fast gänzlich nackte Schönheiten. Wobei die Schönheit sehr im Auge des Betrachters liegt. Die Inseln haben in etwa den Reiz dieser amerikanischen Salzwüste oder der Startbahn West des Frankfurter Flughafens: hier wächst einfach nichts und der kärgliche grüne Rest besteht aus kriecherischem Gekropse.

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In den 80er Jahren rief Jugoslawien, also heute Kroatien, „Yes, das nennen wir mal Nationalpark und verlangen einen deftigen Eintrittspreis dafür!“. Und so kommt es, dass man heute ordentlich zur Bordkasse gebeten wird, falls man dort von Park-Rangern abkassiert wird. Es gibt aber – wie fast immer – auch einen Weg, um dieses Abkassieren zu vermeiden. Die Lösung heißt: Restaurantbesuch. Über sämtliche Inselchen der Kornaten befinden sich nämlich kleine Restaurants verstreut, sogenannte „Konobas“, wo man direkt anlegen oder zumindest vor Boje liegen kann und nicht abkassiert wird. Natürlich geht man dann auch in diesem Laden Essen, das versteht sich von selbst. Aber man zahlt nicht für’s vor Anker liegen im „Nationalpark“, ohne dass man eine Gegenleistung erhält, was mir immer sehr übel aufstößt.

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Fährt man von Süden in die Kornaten hinein, so ist für viele Skipper der erste Anlaufpunkt die Konoba „Zakan“ auf der Insel Ravni Zakan. Die Konoba ist sehr groß und davor leider wenig Platz zum Ankern, außer vielleicht 100 Meter weiter vor der nächsten Insel. Daher dachte ich mir, fährste doch mal auf die Nordseite der Insel zur Konoba „Larus“, die hat sogar 10 Bojen ausgelegt. Und siehe da, an einem Samstagabend, fast alle Bojen sind noch frei. Die einzige andere Motoryacht sollte kurz nach Sonnenuntergang auch noch verschwinden. Und so war ich der einzige Gast im Hause Larus. Der wirklich beste Zeitpunkt, um an beliebten Stellen einzukehren ist sowieso immer der Freitag- oder Samstagabend. Denn dann geben die Charter-Crews ihre Boote zurück und die neuen Crews sind noch nicht ausgelaufen.

Wie beschreibt es der Revierführer doch so schön: das Larus wäre „familiärer“ als das Zakan. Recht hat er, falls damit der nette Dauergast gemeint ist („I am not working here“), der mich den Abend über bediente. Die Küche hat trotzdem Anspruch, das merkt man am Tellerdesign und an der Qualität der Speisen. Das Rumpsteak war so exakt medium, dass es auch im Steakhouse nicht besser gegrillt worden wäre. Ich vermute also, dass die Küche ne Menge zu bieten hat, was ich leider an den leeren Nachbartischen nicht weiter verfolgen konnte, was mir sonst immer ne Menge Freude macht. Was ich in solchen Kneipen (so würde man das wohl bei uns nennen) immer lustig finde, das sind Situationen, wo man verzweifelt die Toilette sucht und dabei an der Küche vorbeikommt und die deftige Köchin kennenlernt… Es ist ein wenig wie beim Einkaufen an der Fleischtheke im Supermarkt. Man möchte nicht immer wissen, wo alles so genau herkommt. Jedenfalls meinte die „nicht-hier-arbeitende-Bedienung“ zu mir: beim Zakan wäre es „Industry“, aber hier im Larus wäre das Food eindeutig besser. Möglicherweise hat er Recht.

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Was mir später am Abend auch noch auffiel war, dass es hier draußen in den Kornaten mal echt dunkel ist. Also jetzt so richtig dunkel, ohne Mond, ohne generatorbetriebenem Licht, ohne anderen Booten. Wow, lange nicht gehabt. Und nachts als einziges Boot im Nirgendwo an einer Boje zu hängen ist irgendwie unheimlich.

Ein Gedanke zu „Segeln auf der Adria 24: Die Konoba „Larus“ in den Kornaten“

  1. Letztes Jahr zum aller-allerletzen Mal dagewesen. Die Kornatiparkranger wollen einen unanständigen Betrag (500 Kuna) von mir und dann noch das Essen an der Konoba (unanständig aber mit Gegenleistung 500 kuna) – da kann man nur noch wegbleiben. Sorry Larus, sonst würde ich wiederkommen.

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