Segeln auf der Adria 25: Kroatische Pasteten zum Lunch

Auf Segelbooten herrscht ja meistens ein etwas anderer Lebensrhythmus als an Land. Es wird zwar gefrühstückt und zu Abend gegessen, aber das Mittagessen fällt meistens flach. Da mir Punkt 11 Uhr 30 aber trotzdem der Magen knurrt, muss was deftiges her. Glaubt man der Weltumsegler-Elite wie Herrn Erdmann, sind ein ausreichend großer Vorrat an Haferflocken zum Porridge machen und ein paar Zentner Zwiebeln ausreichend, um „einmal rund“ zu kommen. Dass Normalsterbliche von dieser Kost ein wenig abgetörnt werden, steht auf der anderen Seite der Medaille und wird vom Erdmann selbst auf wunderbare Weise in seinem Buch mit den Preisausschreiben Gewinnern, mit denen er über den Atlantik nach New York segelte, beschrieben. Porridge in süß und salzig ist übrigens gar nicht so schlecht und mit etwas heißem Wasser leicht zuzubereiten, ich hatte die Haferflocken auch an Bord (Kölln Flocken, die in der blauen Packung). Aber genauso wie beim ebenfalls mitgenommenen Zwieback sind die schlechten Zeiten für solches Zeug einfach nicht wirklich eingetreten und so schlummert dieser Proviant im Schapp in aller Ruhe vor sich hin und wird hoffentlich irgendwann ungenutzt vergammeln und entsorgt werden müssen.

kroatische pasteten

Was deftiges muss also her, und da trifft sich die Vorliebe der Kroaten mit meiner Schwäche für Dosennahrung genau in der Mitte. In jedem Laden, und sei er auch noch so klein, steht eine 5 m lange Regalwand oder wenigstens ein Pappaufsteller mit allerlei Varianten von in Dosen und kleine Döschen (Dös-chen, klar?) gepressten „Pasteten“. So nennen die das hier, in Wahrheit handelt es sich um nicht mehr zu identifizierende Pampe mit Spuren von Huhn oder Schwein, angereichert mit Verdickungsmitteln und Konservierungsstoffen. Genau mein Style, denn ich habe schon als Kind die Dosenrouladen vom Aldi genossen, während sich meine Geschwister mit empfindlicheren Mägen angeekelt abgewendet haben.

kroatische pasteten auf brot

Als Deutscher kennt man natürlich das Sammelsurium an verdoster Leberwurst, Blutwurst, Bierwurst, Bratwurst, Presskopf und dergleichen. Schmeckt gut, ist fleischig und einfach lecker, für Notfälle hat man das immer in der Schublade. Das im Hinterkopf geht man dann Pasteten shoppen. Tja, lasst mich eines sagen… das kroatische Zeug ist gegen unser Zeug wirklich, ähem, einzigartig. Ob gut oder schlecht, soll mal jeder für sich selbst entscheiden, habe das ja weiter oben beschrieben. Ich habe es jedenfalls immer gern gegessen, auch wenn es sich meiner Ansicht nach manchmal ganz klar um eingefärbten Mehlbrei mit Schweinegeschmack gehandelt hat. Egal, ab auf’s Brot damit, etwas Käse dazu und Lunch ist fertig. Am Abend gibt es dann wieder was selbst gekochtes, versprochen.

Ein Gedanke zu „Segeln auf der Adria 25: Kroatische Pasteten zum Lunch“

  1. Hat sich nix geändert. Das Zeug bleibt die eiserne Reserve, wenn die Dosen vom Weihnachtsmarkt aufgebraucht sind. Die Größe ist perfekt für den Brotaufstrich von zwei Personen geeignet.

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