Super! Motor! Yachten!

Je weiter man mit seinem eigenen mickrigen Segelbootchen herumkommt, desto mehr fallen einem die richtig dicken Yachten auf. Natürlich gibt es auch in der Kategorie „Superyacht“ solche mit Segel, aber meistens handelt es sich doch um Motoryachten. Und auch die mit Segeln werden die meiste Zeit von Motoren fortbewegt, da die gediegene Kundschaft ja rechtzeitig zum nächsten Sundowner wieder in der Marina am Steg liegen möchte. Leider habe ich nicht jedesmal auf den Auslöser gedrückt, wenn so ein BRT-Monster an mir vorbeizog. Aber immerhin doch manchmal. Und diese Bootchen möchte ich hier kurz vorstellen.

adria zelda 2014 (87) super yacht high powerBescheidenheit ist keine Tugend unter Superyacht Besitzern. Während kleinere Motoryachten bis 20 m Länge oft noch spaßige Namen tragen, wie zum Beispiel „The Salt Shaker“ oder „Tooth Fairy“, so verschwindet der Spaß bei den wirklich dicken Dingern. Die Namen werden zunehmend einfallsloser und so erhält dann eine Yacht wie die oben abgebildete im Wert von sehr vielen Millionen Euro den Namen „High Power III„. Da wäre selbst einem Dreijährigen etwas besseres eingefallen. Warum sie vorne hinter dem Bug diesen nashornförmigen Turm spazieren fährt, das weiß wohl auch nur der Konstrukteur. Nein, gerade habe ich es gegoogelt, auch das italienische Designbüro lässt sich darüber nicht aus.

adria_zelda_2013_ (398) torquise silver shalisDie da oben („Silver Shalis„, endlich mal ein guter Name!) habe ich in der Luka Tiha auf der Insel Hvar gesehen. Was die farblich passende Handtasche für die Dame, ist das farblich passende Beiboot für die Superyacht.

adria_zelda_2013_ (169) motor yacht unlimited 88Die hier, malerisch vor Primosten aufgenommen, ist zwar mit knapp 30 m noch gar nicht so riesig. Sie darf trotzdem schon einen langweiligen Namen tragen und hört auf „Unlimited 88„. Bei der 88 komme ich ein wenig ins Grübeln… in Deutschland bedeutet dieser Zahlencode in gewissen Kreisen ein verschlüsseltes „HH“, was das braune Gesocks gerne als Abkürzung für den gegenseitigen Gruß verwendet. Vielleicht ist es auch nur das Baujahr der Eignertochter. Nein, es ist natürlich die Länge in Fuß. Eigentlich ungewöhnlich, sie bei Booten dieser Länge noch im Namen mit anzugeben.

adria zelda 2014 (52) motoryacht maltaDie hier ist jetzt wirklich namenlos, aber sie fährt mir jedes Jahr über den Weg. Wirklich ständig. Der Kapitän müsste mich also schon kennen. Letztes Mal stand er gelangweilt auf der Außenbrücke und hat einen sehr netten, sehr großen Bogen um mich gemacht. Wenn das mal alle Motoryachten täten, dann würden mittags meine Spaghetti auch nicht vom Herd fallen. So klein ist sie eigentlich gar nicht. Aber aufgrund des Alters könnte sie nach einigen Besitzerwechseln wieder zurückgefallen sein in die Kategorie der Spaßnamen. Vielleicht ist es eine „Zeitverschwendung“  oder eine „My Pride and Toy“. Oder – sie kommt ja schließlich aus Malta – es handelt sich um die legendäre „Maltese Falcon“ (hier abgebildet im Tarnzustand).

adria_zelda_2013_ (534) royal clipperUnd hier die letzte aber dafür auch dickste Lady: die „Royal Clipper„. Vor vielen Jahren schon einmal in der Karibik gesehen, hier auf dem Bild liegt sie gerade vor Hvar (Stadt). Sie gilt zwar als Segelschiff, aber einer der Masten ist in Wahrheit ein Schornstein. Und da sie aus eingangs genannten Gründen die wenigste Zeit segelt, kann man sie getrost zu den Super Motoryachten zählen.

Mehr Bilder habe ich nicht parat, aber wer möchte, findet im Mittelmeer Skipper Forum ein Thema, das sich lang und breit mit  „Yacht Spotting“ beschäftigt.

Wer einen Sportbootführerschein besitzt und schon einmal reinschnuppern möchte wie es ist, so viele PS unter dem Hintern zu befehligen, der kann das zum Beispiel in den spanischen Gewässern bei Ibiza oder Mallorca tun. Es ist möglich, sich dort ein Boot zu mieten und damit mal flott zwischen Ibiza und Formentera hin- und herzudüsen. Während meine Fähre damals beim Gitarrenbaukurs noch eine gute halbe Stunde bis nach Formentera brauchte, schafft es so ein Motorspielzeug wohl in 10 Minuten. Preise finden sich dann auch auf der genannten Webseite: eine 40 m lange Megayacht ist dort schon für um die 100.000 Euro zu haben (Charterpreis, pro Woche).

Abschließend noch eine Liste der längsten Yachten der Welt auf Wikipedia, die sich wie ein Best-Of der Scheichs, Oligarchen und Softwaremilliardäre liest.

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