Argh! und ein wenig Bünde Sägen

Was für ein verschwendeter Tag heute. Von 8 Stunden habe ich vielleicht 3 etwas Sinnvolles getan, und das kam so: gleich morgens wollte Ekki meinen Hals ein wenig schlanker fräsen, damit er in die Schablone zum Sägen der Bünde passt. Dummerweise hat die Standfräse ein ordentliches Stück vom Griffbrett abgerissen, da er gegen die Faser gefräst hat. Man kann so etwas zwar flicken, was später auch gelungen ist. Jedoch bringt Kleben auch immer eine gewisse Wartezeit mit sich. Und da wieder dieser scheinbar nicht richtig trocknende Zweikomponentenkleber zum Einsatz kam, musste die Geschichte am Nachmittag ein zweites Mal geklebt werden. Genau wie bei Brunos Decke.

Das bedeutete für mich, dass bis auf ein paar Schönheitsarbeiten im E-Fach erstmal nichts zu tun war. So habe ich die Löcher im Fach für die Potis mit dem Stechbeitel etwas vergrößert, so dass die Anschlüsse besser Platz haben. Danach Testweise ein Poti mit Unterlegscheiben reingebaut – passt. Habe anschließend das Fach dann aus lauter Langeweile noch von innen geschmirgelt.

Frust. Wenn ich eines nicht kann, dann untätig warten. Daraufhin hatten Ekki und ich eine kleine Diskussion, denn so wie es momentan lief, war ich nicht wirklich glücklich. Ich glaube, die „Message“ kam an. Da später die Reparatur des Griffbretts geglückt ist und man auch wirklich so gut wie nichts mehr von dem Riss sieht, bin ich seit diesem Tag davon überzeugt, dass man fast alles reparieren kann. Nur Warten kann ich immer noch nicht…

Unten zu sehen ist die kritische Stelle auf dem Griffbrett, welche hier mit Epoxi gefüllt wurde.

Am Abend – als der Kleber dann getrocknet und das olle Griffbrett einsatzbereit war – bin ich endlich dazu gekommen, die Bünde zu sägen. Hierzu wird der Hals in eine Schablone eingespannt, welche als Führung für die Bundsäge dient. Die Säge hat ein paar Millimeter oberhalb der Schneidezähne eine Metallschiene. Man kann also nicht tiefer sägen als bis zu dieser Schiene. Da das Griffbrett gewölbt ist, folgt man beim Sägen automatisch der Wölbung.

Das Ergebnis ist ein gleichmäßig tiefer Schnitt, der die selbe Wölbung wie das Griffbrett hat. So bleibt mehr Holz erhalten und die Bundstäbchen passen hinterher genau in ihre Spalten, ohne Luft oder Kleber darunter. Bei Gibson gibt es so etwas nicht, hier wird einfach gerade durchgesägt. Eines von mehreren Merkmalen, die eine bei Ekki gebaute Gitarre von „Markengitarren“ unterscheidet, und zwar im positiven Sinne. Siehe hierzu später auch die Hals/Korpusverbindung.

Damit ging dieser etwas unnütze Tag dann zu ende. Und er bleibt hoffentlich die Ausnahme. Die folgenden Tage sollten dann auch tatsächlich entspannter verlaufen, aber zu diesem Zeitpunkt war das noch nicht abzusehen. Denn eins ist klar: wenn hier einer was verbockt, dann bin ich das selbst, und nicht auch noch der Cheffe. Schwamm drüber.

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