Segeln auf der Adria 34: Schatzsuche im U-Boot Bunker

Zwischen den Inseln Dugi Otok und Iz bei Halbwind unterwegs, doch plötzlich ist Flaute. Die Segel schlagen nutzlos herum und mein Blick streift das gegenüberliegende Ufer… doch was ist das, ein schwarzes Loch?!

Schaut man sich den kroatischen Küstenstreifen einmal näher an, so findet man in den Revierführern (z.B. 808 Buchten von Beständig) immer wieder Hinweise auf Bunker. Oft sind das U-Boot Bunker oder auch generell einfach ins Wasser und in die Felsen geschlagene Bunker für beliebige militärische Boote. In den offiziellen kroatischen Seekarten für Sportboote sind sie übrigens nicht verzeichnet. Beim ersten Anblick denkt man sich „original deutsche Baukunst, zweiter Weltkrieg!“, aber dem ist nicht so. Sie sind erheblich neuer und wurden vom Jugoslawischen Militär noch bis vor wenigen Jahren genutzt. Entsprechend sehen sie auch aus, mit Beton ausgespritzt und alles in allem noch ziemlich gut in Schuss.

Kroatien 2015 (146) u-boot bunker angeln

Der große Bunker auf der Insel Vis reicht mit seinen Gängen bis auf die gegenüberliegende Seite der Felsformation. Nimmt man eine Taschenlampe mit (und einige Freunde zur mentalen Unterstützung), so kann man die dunklen Gänge erkunden und erreicht an deren Ende den Hinterausgang mit Blick aufs Meer. Hier stehen noch Fundamente für große Geschütze und man kann sich den militärischen Sinn der Anlage somit ziemlich gut vorstellen. Irgendwo soll hier auch ein „Schatz“ versteckt sein, den Geocacher hierher gebracht haben. Leider haben wir ihn nicht gefunden.

vis_bunker_geocaching

Die maximale Höhe dieser Bunkergewölbe schätze ich auf etwa 15 Meter. Größere Yachten ab 40 Fuß passen mit ihren Masten dort nicht mehr hinein. Ich kleines 27 Fuß Boot mit 11 Meter Mast könnte dort direkt reinfahren. So richtig gut fühlt es sich aber nicht an, in so ein dunkles Loch zu tuckern. Es tropft von der Decke. Fledermäuse flattern herum. Und Ratten soll es auch geben, die dann bequem über die Landfeste an Bord kommen können… und natürlich kann auch jeder andere Unhold leicht an Bord steigen.

Kroatien 2015 (154) bunker dugi otok

Gegen Ratten kann man runde Pappscheiben an den Festmacherleinen montieren. Gegen Unholde hilft nur die solide Maglite Taschenlampe. Mehr als ein paar dicke Traktorreifen trennen einen jedenfalls nicht von der Spundwand. Es ist daher in jedem Fall anzuraten, die Fender ordentlich auszubringen oder sogar Fenderbretter auszuhängen, falls man welche hat. Neben den dicken Pollern und Metallösen stehen nämlich auch manchmal nutzlose und rostige Metallstreben hervor, die im Kampf mit GFK sicherlich als Sieger hervorgehen.

Der Bunker in Vis ist ein Touristenhighlight, dort legen tagsüber auch Ausflugsschiffe an. Und die reagieren etwas gereizt, wenn man dort schon nachmittags am Eingang festmacht und den Platz blockiert. Es ist alles in allem kein wirklicher Spaß, an einem Bunkereingang zu übernachten. Für eine kurze Pause ist es aber schön: eben mal schnell angelegt, ausgestiegen, Fotos gemacht. Und vom Rand der Rampe ins Wasser gesprungen. Dafür sind diese Bunker prima geeignet und gerade an Tagen ohne Wind die ideale Abwechslung.

vis_bunker_tunnel

Der Bunker an der nördlichen Ostküste von Dugi Otok ist leicht zugänglich, hat aber auch nicht sehr viel zu bieten. Im hinteren Teil wurde irgendwann ein Auffangbecken, eine Zisterne für Regenwasser gebaut, das man über einen Wasserhahn abzapfen kann. Alles ist von Kalkstrukturen überzogen. Weitreichende Gänge wie auf Vis gibt es hier aber keine.

vis_bunker_eingang

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