Segeln auf der Adria 40: Abschied von Zelda

Ein Boot ist ja kein „Ding“ sondern wird von seinen Besitzern gerne mythisch aufgeladen. Ganz so schlimm ist es bei mir nicht, jedenfalls vermute ich in diesem Gemisch aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Holz keine Seele. Dennoch habe ich mich nicht nur mit einem lachenden, sondern auch mit einem weinenden Auge im Herbst 2020 von meiner Zelda getrennt.

Der vergangene Sommer war der vorerst letzte Törn auf eigenem Kiel. Es war ein sehr schöner Segelsommer, über den ich allerdings nichts mehr geschrieben habe. Über den davor auch nicht, aber das hatte andere Gründe. Die Themen, über die man schreiben kann, bleiben im Wesentlichen die gleichen und so habe ich die Saison einfach genossen in meinem kleinen Heim. Jedes Jahr verbringe ich hier 6-8 Wochen, das prägt sich ein. Schon seit einer Weile reifte allerdings der Gedanke in mir heran, dass es an der Zeit wäre, auf anderen Segelbooten mehr Erfahrung zu sammeln. Auch in anderen Revieren als der Adria. Natürlich hätte ich meine Zelda einfach in ein anderes Revier überführen können. Auf dem Wasser oder über Land. Aber andere Themen würden sich nicht in Luft auflösen, nämlich die hohen laufenden Kosten und die mangelnde Abwechslung. Schließlich soll nicht nur der Skipper glücklich sein, sondern auch die Kapitänin. So kam einiges zusammen und der Entschluss fiel, mein gutes Boot zu verkaufen.

Preislich muss man im Mittelmeer Abstriche machen. Wenn der Verkauf einigermaßen flott über die Bühne gehen soll und man nicht noch ein weiteres Jahr Liegegebühren zahlen will (und die machen in meinem Fall knapp ein Drittel vom Wert des Boots aus!), dann muss man eben im Preis nachgeben. Gedacht, getan. Und so fand meine Zelda im Herbst ihren neuen Besitzer. Hätte das nicht so schnell geklappt, wäre ich wohl in eine der Trockenmarinas im Umland ausgewichen (bei Pirovac ist ein sehr aktiver Anbieter), aber der Verkauf war am konsequentesten. Sparen hätte ich mir die teuren Verkaufsanzeigen in diversen Online- und Printmedien. Also das, wo ich damals vor 8 Jahren beim Kauf noch fleißig recherchiert habe. Das war alles für die Katz, denn in den „alten“ Medien erhält man heute nur noch sehr wenige Anfragen. Am erfolgreichsten war Ebay Kleinanzeigen. Das kostet bis auf das hin und wieder nötige nach oben Schieben nichts und die Reichweite ist riesig. Auch der Kontakt zum neuen Besitzer kam auf diesem Wege zustande. Mein Boot wird in der jetzigen Gegend bleiben und dem neuen Skipper auf seinen entspannten Törns sicherlich eine Menge Freude bereiten. Genau so, wie es auch bei mir war. Meine eigene Planung wird nun zum einen in Richtung Norden gehen. Also zum Beispiel ins Ejsselmeer oder in die Ostsee. Auf dem Ejsselmeer habe ich im Herbst 2020 erst noch schnell die SKS-Praxis absolviert, aber das ist ein anderes Thema. Doch dem Mittelmeer werde ich ebenfalls treu bleiben und vielleicht Griechenland einen Besuch im Herbst 2021 abstatten. Wenn es die Corona-Lage zulässt. Jedenfalls alles ganz nach Lust, Laune und Möglichkeiten zum jeweiligen Zeitpunkt. Langfristiges Planen geht zur Zeit eh nicht, also wird sich schon etwas ergeben.

In nicht ganz so weiter Ferne wittere ich aber schon wieder ein neues Boot… vielleicht in paar Fuß länger und etwas wendiger und wieder im Mittelmeer. Oder eher kleiner und dafür im Binnenbereich auf den Deutschen Seen, Flüssen und Kanälen… Corona macht kreativ. Aber das hat noch Zeit.

3 Gedanken zu „Segeln auf der Adria 40: Abschied von Zelda“

  1. … Schließlich soll nicht nur der Skipper glücklich sein, sondern auch die Kapitänin. .. Wie kann man alles in einem Satz sagen ;).

    Lieber Moritz, falls Sie in der Zukunft ein Boot brauchen, stehen wir gerne einem erfahrenen Skipper zur Verfügung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.