Segeln auf der Adria 39: Kroatien im Herbst

Wie fühlt sich Kroatien eigentlich an, wenn man plötzlich im November hier ist und nicht im Sommer? Kurze Antwort: kalt und windig.

Durch den Bootsverkauf bin ich nun das erste Mal überhaupt im Herbst/Winter in Kroatien. Im Frühjahr 2019 war ich zwar auch schonmal hier, aber nur für ein paar Tage und habe das Experiment dann schnell wieder abgebrochen. Im April ist es einfach noch viel zu kalt in der Luft und im Wasser, da kommt noch kein Sommerfeeling auf. Im Herbst zwar auch nicht, aber auf diese Idee käme auch niemand. Jetzt, Ende November im Corona-Jahr 2020, ist gerade Bora-Lage. Morgens 7 Grad Lufttemperatur und Sturm. Dafür aber strahlende Sonne, wie das bei Bora so üblich ist.

„Willst du das denn wirklich machen, bei Corona in ein Flugzeug steigen?“ wurde ich gefragt. Ja, mache ich halt, war meine Antwort. Es ist fast nichts los an den Flughäfen, die Flugzeuge sind leer und ist man erstmal angekommen, bietet Kroatien mit seinen 4,2 Millionen Einwohnern genug Möglichkeiten, größeren Menschenmengen aus dem Wege zu gehen. In den meisten Fliegern sitzen nur eine Hand voll Passagiere und die Straßen, Hotels und Restaurants sind leer oder gleich ganz geschlossen. Dafür braucht es hier keine Pandemie, das ist quasi normal in touristisch geprägten Landstrichen des Mittelmeers zur Winterzeit. Was die Touristen bei den „Locals“ so schätzen, nämlich das Ursprüngliche, die vielen Ziegen, Fischer mit klapprigen Kuttern und alte Omis, die Fremdenzimmer feilbieten – das ist auch jetzt das einzige was bleibt. Nur eben ohne Touristen. Und die Omas sitzen nicht mehr auf dem Zimmer-Strich, sondern in der warmen Stube. Als „Zimmer-Strich“ bezeichne ich die Einfahrten in Ortschaften, wo alte Omis am Straßenrand stehen und Schilder mit „Zimmer frei“ hochhalten.

Das mit der warmen Stube ist so eine Sache… wirklich gerne heizen tut hier niemand und so blieb auch mein Hotelzimmer recht frisch, wäre da nicht die Klimaanlage gewesen, die ich kurzerhand zum Heizen verwendet habe.

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