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Paan

Der volljährige Inder holt sich die Portion Paan abends nach dem Essen beim Wasserhäuschen seines Vertrauens.

Es handelt sich um in ein Betel Blatt gewickelte Gewürze, welche für frischen Atem und eine geregelte Verdauung sorgen sollen. Natürlich gibt es in Pune recht wenige Wasserhäuschen, die Funktion dieser kleinen Kioske ist aber die selbe. Es hängt dort auch der selbe Menschenschlag herum. Man bekommt das Zeug aber ausschließlich dort, also hält man eben schnell am Straßnerand und holt sich seine glitschige Portion Paan für 7 Rupees. Ich wurde leider von meinem übervorsichtigen Kollegen bevormundet und übergangen und muss mich demnächst also selbst um diesen Stoff kümmern.

Hier kann man sehen, wie Paan hergestellt wird.
In Bombay konnte ich es später selbst probieren.

Das Abendessen bestand aus einem Hühnerkabab, der förmlich im Munde zerschmolzen ist! Drumherum eine leckere Hülle aus irgendwas und dann das ganze noch gebarbecued. Ein Gedicht. Hauptspeise war ebenfalls Huhn, nur diesmal in extrem scharfer Currysauce. Ich hatte ausdrücklich „spicy“ geordered, mein Kollege hat es dann aber heimlicherweise und auf Hindi in „medium spicy“ umgewandelt. Hat aber immer noch gebrannt wie Sau. In etwa vergleichbar mit Stufe C+ bei Best Worscht in Town.

Dazu Fladenbrot und Reis, was ich sehr gerne als Entschärfung gekaut habe. Eine Anmerkung ist noch das Kingfisher Beer in Stufe „strong“ wert. Es hat lockere 8 Volumenprozent Alkohol und die Flasche enthält 650 ml davon. Mehr braucht es nicht. Namaste.

 

Oh Calcutta!

Möchte man nicht jeden Abend im eigenen Hotel essen, muss man nach Alternativen Ausschau halten. Nach ausgiebiger Recherche im weiten Netz standen mir folgende Restaurants in Pune zur Auswahl:

  • Smoke on the Water
  • Barbecue Nation
  • Charcoal Pit
  • Oh Calcutta!

Die Aufnahmekriterien für diese Liste waren:

  • der Name sollte originell sein
  • möglichst kein Hotelrestaurant
  • Kebab oder ähnliches auf der Karte

Am naheliegendsten war das „Smoke on the Water“. Wie sich herausstellte liegt es im Hotel gleich nebenan, und zwar auf dem Dach. Kaum war ich dort, hatte es schon geschlossen, wie immer montags.

Ins „Charcoal Pit“ wäre ich nachmittags schon fast reingestolpert. Es befindet sich auch in einem Hotel auf der M.G. Road. Allerdings in einem dermaßen schmierigen Gebäude, dass ich mir das echt nicht antun wollte.

„Barbecue Nation“ war mir zu weit weg und somit bin ich im schönen „Oh Calcutta!“ gelandet (liegt noch im 50 Rupees Radius)!

Das Essen war hervorragend. Und sehr teuer, man kann 400 Rupien pro Gericht rechnen. Bei drei bis vier Gerichten plus Getränke ist man bei flotten 2000 Rupien, also über 30 Euro. Aber was soll’s, dann verfresse ich eben meinen Tagessatz für Auslandsverpflegung in einem üppigen Dinner, das ist es wert. Was mir in Erinnerung geblieben ist, das ist das Senföl, was einige Speisen enthalten. Am Anfang denkt man, nanu, was schmeckt denn hier nach Motoröl… Beim zweiten Hinschmecken erkennt man aber ganz klar das Senfaroma. Ziemlich stechend, aber sehr senfig. Auch als kleiner Appetizer wurde Senf gereicht. Er sah aus wie bayrischer süßer Senf, nur ohne Zucker. Dafür aber mit Schmackes, also schön scharf. Da hätte jetzt auch eine Weißwurst dazu gepasst! Südlich des Weißwurst-Äquators liegen Pune und Kalkutta allemal.