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Thomas Cook und HRS spendieren mir einen Luxusurlaub

Das mit dem Luxus hab ich jetzt mal frei erfunden, wäre aber durchaus angemessen bei der unschlagbaren Qualität meiner Artikel…
Was steckt dahinter: sowohl Thomas Cook als auch HRS (die mit den Hotels) freuen sich ungemein, wenn sie von möglichst vielen Webseiten verlinkt werden. Google und andere Suchmaschinen registrieren diese Links sowie den Kontext, in dem sie stehen und positionieren die verlinkte Seite bei ausreichend vielen Verweisen im oberen Bereich der Suchergebnisse. Damit das so bleibt, sind clevere Marketingagenturen rund um die Uhr damit beschäftigt, Links zu erzeugen. Manche dieser Links können sie offiziell kaufen, das sind dann z.B. Werbebanner oder Google-Textanzeigen. Andere können sie dagegen nicht kaufen, wie z.B. Links in privaten Blogs. Eigentlich.

So irgendwie hintenrum und indirekt kann man sich natürlich trotzdem Links in vielen Reiseblogs kaufen (so wie meiner eines ist). Vielleicht fließt kein Geld, aber es können ja auch Gutscheine für ein Doppelzimmer in Berlin oder der potentielle Gewinn einer Fernreise in Aussicht gestellt werden. Das ist nicht wirklich anrüchig – Menschen bezahlen sogar bares Geld für ein Reisemagazin, das fast ausschließlich aus Werbung besteht. Dennoch – liest man den Namen eines großen Reiseveranstalters in einem privaten Blog, so findet das nicht nur Google wesentlich wertvoller, um den Pagerank zu verbessern. Auch den meisten Lesern ist nicht bewusst, dass sie gerade Werbung betrachten und daher konsumieren sie diese Breitseite des Marketings mit einem guten Gefühl.

Mir wurde also angeboten, einen Artikel zu schreiben, der die zwei folgenden Links enthalten muss:

Das wäre nun hiermit geschehen. Nur den Werbetext, den ich mir originellerweise selbst aus den Fingern saugen sollte, spare ich mir an dieser Stelle einzufügen. Somit schwindet wohl leider auch die Hoffnung auf einen Luxusurlaub. Nach allem, was mir jetzt tatsächlich aus den Fingern geflossen ist, sind meine Chancen etwas zu gewinnen wohl auch nicht mehr ganz so hoch.

Abschließend noch drei Beispiele für Blogger, die sich richtig verhalten haben (jedenfalls aus Sicht der Marketingabteilung):

  • NIEDblog.de – quasi ein Kollege aus dem frankfurter Raum, der seine Leser „mit neuen Perspektiven überraschen“ möchte und „schonungslos und hautnah“ seine Eindrücke vermitteln will. Wow. Bringt Werbung sogar im Navigationsbereich seines Blogs unter.
  • Cinny – aus Marzahn, äh, Bayern. Bekommt Produktproben, testet sie und schreibt darüber. Möchte ansonsten den Hotelgutschein für Frankfurt gewinnen. Wenn’s weiter nichts ist: mein Sofa ist auf couchsurfing.org registriert…
  • Barbaras Reisen – wirbt peinlicherweise mit einem „Ad Free Blog“. Schreibt ansonsten recht nüchtern und sachlich über ihre vielen Reisen. Hat exakt schon 27% der Welt bereist.

Nachtrag: wer hier aufmerksam mitliest, hat es vielleicht schon gemerkt: ich habe auch schon einige Links gegen Bezahlung eingebunden. Allerdings nur in Artikeln, wo es auch inhaltlich passt und ohne Bewertung. Viel Geld lässt sich damit nicht verdienen, aber ich teste mal, wie es sich entwickelt. An Stil und Inhalt der Artikel wird sich nichts ändern.

 

Wie Länder riechen

Wie riechen eigentlich Länder? Ganz einfach, so nämlich:

Indonesien
Rauchig, süßlich verwest und gleichzeitig nach reifem Obst und vergorener Milch. Es ist natürlich rund ums Jahr sehr warm hier, daher verrottet eigentlich immer irgendwo irgendetwas. Obst, Abfälle, tote Tiere, was auch immer. Die Einheimischen rauchen Zigarretten, die ganz anders als die westlichen Rauchwaren riechen. Mehr krautig und eigentlich angenehmer. Diese Düfte zusammen ergeben für mich den typischen Indonesien-Geruch.

Karibik
Zumindest die Kleinen Antillen riechen eindeutig nach Grün. Aber frisch und feucht, wie ein feiner Nebel und ganz ohne Moder. Der konstante Ost-Wind bläst alles Unangenehme einfach weg, übrig bleibt nur noch die Frische. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich die meiste Zeit auf dem Wasser aufgehalten habe.
Auf den Inseln selbst bleibt mir vor allem das Aroma des frischen, weißen Rums in Erinnerung. Er riecht so intensiv nach Rohrzucker, dass man fast glaubt, die Pflanze wächst direkt im Glas. Zusammen mit etwas Limettensaft, Zuckersirup und einer Prise Muskat erhält man den „Ti Punch„. Weißen Rum ziehe ich jederzeit einem braunen Übersee-Rum vor, der mich immer nur an Christstollen erinnert. Der Geruch von frischer Muskatnuss ist übrigens viel obstiger und pfefferiger als der von getrockneten Exemplaren.

Singapur
Hat keinen Geruch, die Stadt ist steril und peinlich sauber. Wer eine Stinkfrucht (Durian) in die U-Bahn mitnimmt, muss zwar keine Strafe zahlen, bekommt es aber mit der Bolizei zu tun.

Indien
Inder schaffen es – wie Italiener auch – den Landesgeruch 1:1 in ihren Einkaufsläden in Deutschland mitzuführen. Das liegt in erster Linie an den Gewürzen und Räucherstäbchen, die dort angeboten werden. In ganz Indien werden diese Dinger ständig angezündet. Es weht also meistens eine süßliche, parfümierte Brise mit Moschusnoten und Rosenaromen. Die Inder selbst riechen auch so. Nach dem Kochen riechen sie nach in Öl gerösteten Samen von Koriander und Kreuzkümmel – der Basis eines jeden Currys.

Italien
Dieses Land riecht für mich nach einer Mischung aus Parma-Schinken und Frühstücksgebäck. Man muss nur mal beim Betreten eines Italien-Shops tief durchatmen: es ist eine einzigartige Melange aus Wurstwaren, die anders geräuchert sind als in Deutschland, Hartkäse wie zum Beispiel Pecorino und Parmesan und Gebackenem wie zum Beispiel Panettone oder Cornetti und Frühstücks-Kekse.

Frankreich
Hier habe ich ein bestimmtes Putzmittel im Kopf, dass meine damalige Vermieterin gerne benutzt hat. Schwer zu beschreiben, weil mit nichts Natürlichem zu vergleich. Und dann natürlich noch der Geruch und Geschmack von Baguette mit Pâté und Butter-Croissant.

Deutschland
Das ist am schwersten. „Herbstlicher Waldmoder“ trifft es ganz gut. Komischerweise aber auch in Teer getränkte Zaunpfähle oder Eisenbahnschwellen.