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Skifahren in und um das Ötztal herum

Bevor es wieder mit der Freundin nach Garmisch in den Winterurlaub geht, wollte ich es skimäßig dieses Jahr erst einmal alleine knacken lassen. Zu diesem Zweck habe ich mich in Ötz am Anfang des Ötztals einquartiert und die Gegend erkundet.

Geknackt hat es dann auf der Piste tatsächlich, aber leider im Rücken. Obwohl der „Knacks“ beim Renovieren vom Haus schon im Sommer passierte, war anscheinend doch nicht alles verheilt bis Februar. Und als die Knie einmal versehentlich etwas zu hoch geschnellt sind, da hat es dann eben wieder geknackst. Mei, man ist halt nicht mehr zwanzig! Aber ich fange besser von vorne an.

 

Die Idee war wieder einmal, so wie vor einigen Jahren schon, sich für ein paar Tage in eine kleine Pension in Garmisch einzumieten. Gesagt getan. Mit der Freundin Winterwanderungen gemacht und mit dem Münchner Freund in Garmisch Classic und auf der Zugspitze Ski gelaufen. Und leider wieder einmal grün und blau geärgert über die Garmischer Servicementalität. Es gibt nämlich keine und das liegt am stetigen Andrang der Münchner Tagestouristen. Die werden kräftig gemolken und fahren anschließend wieder heim. Es ist also brechend voll und teuer. Aber Investitionen in die Qualität des Skigebiets und des Services bleiben leider aus. Und da dachte ich mir so: wenn sie einem in den Alpen eh das Geld aus der Tasche ziehen, dann lieber dort, wo es professionell geführte Skigebiete gibt und leckeres Essen auf der Hütte, das mit einem Lächeln im Gesicht serviert wird! Und so kam es, dass ich dieses Jahr flugs um die Zugspitze herumfuhr, einmal auf dem Fernpaß günstig tankte und mir anschließend eine Unterkunft in Ötz im Ötztal suchte.

Von Ötz aus hat man Zugang zu einigen prächtigen Skigebieten: Kühtai liegt gleich um die Ecke und Sölden ist nicht weit. Kühtai liegt sehr hoch auf 2.000 Metern und ist daher absolut schneesicher. Hier und in der Umgebung habe ich beim DSV vor 15 Jahren eine Grundausbildung zum Skitourengehen und für Lawinenkunde gemacht. Gerade sehe ich, dass es den Kurs auf der Dortmunder Hütte immer noch gibt. Eine Riesengaudi und ganz schön anstrengend. Das Gehen im frischen Schnee zerrt an den Kräften, so dass man abwärts jeden verdammten Höhenmeter genießt! Ist man erstmal selbst aufgestiegen, so erscheint einem sogar die Aussicht von einer kleinen Bergspitze weitaus spektakulärer als von einem mit der Gondel erklommenen Gletscher…

Zurück im hier und jetzt. Da es dieses Jahr im Februar sehr stürmisch war, verbrachte ich den gesamten ersten Tag am einzigen noch geöffneten Lift in Kühtai: dem klassischen Ankerschlepper „Alpenrosenlift“. Meine Freude hielt sich in Grenzen, aber andere Gebiete hatten komplett geschlossen, da sie lediglich über moderne Kabinenbahnen und Sessellifte verfügen. Hoch sollen sie leben, die alten Schlepplifte, an denen man schon vor der eigentlichen Abfahrt Muskelkater bekommt! Am nächsten Tag ließ der Wind endlich nach und ich verbrachte einen schönen Skitag im Skigebiet von Sölden. Wer hier unterwegs ist, sollte so schnell wie möglich die Liftverbindung zum Rettenbachgletscher nehmen. Der schmilzt nämlich schneller weg, als man eine Spitzkehre im Schnee ausführen kann. Der untere Teil des Gletschers hat sich schon vom Rest getrennt und es ist nur noch eine Frage von wenigen Jahren, bis man hier höchstens noch eine Abbruchkante sehen kann. Die Söldener sorgen sich schon länger um den ausbleibenden Schnee und haben Teile des Geländes im Sommer unter einer weißen Folie verpackt. Mit diesem Restschnee und dem, was sich links und rechts davon noch zusammenkratzen lässt, wird im nächsten Winter die Gletscherpiste präpariert. Jammern hilft nicht, wir haben den Klimawandel nun mal selber angestoßen und das ist eine der Konsequenzen. Ich persönlich finde es gut, den Skibetrieb im Gletscher zu erhalten. So sieht man wenigstens hautnah, was in den Bergen passiert. Nur wären ein paar Hinweisschilder angebracht zur Erklärung des Ganzen. Hier ein Bericht zum Thema.

Genug der Traurigkeit, jetzt zu dem, was nach dem Skifahren passiert. Damit meine ich nicht Aprés Ski, was man in Sölden mehr als genug haben kann. Sondern die Kulinarik! Tirol und auch Südtirol (darüber später mehr in einem anderen Artikel) rühmen sich ihrer bodenständigen Küche. Hierzu gehören deftige Gerichte zum Sattwerden mit Nudeln, Klößen und Polenta. Richtig gut servieren die Tiroler diese Speisen auf ihren Berghütten, weniger gut im Tal. Es lohnt sich also, beim Wandern oder Skifahren auf einer Hütte anzuhalten und eine deftige Brotzeit einzunehmen. Irgendwann hat man sich aber auch daran satt gegessen und man möchte die Zunge mit etwas Außergewöhnlichem kitzeln. Und hier kommt eine Hütte am Rande des Söldener Skigebiets ins Spiel, die „Panorama Alm“ (Restaurant Sölden).

Sie ist leicht zu Fuß oder auch mit dem Auto zu erreichen und liegt gleich neben der Piste. Wer also nachmittags die Talabfahrt zur Giggijochbahn nimmt, kann hier bequem den Einkehrschwung machen. Man fährt dem Wirt tatsächlich fast über die Terrasse. Im Angebot ist eine etwas gehobenere Küche mit diversen Spezialitäten. Wem es nach einem Thai Curry oder einem Käse- oder Fleischfondue gelüstet, der wird hier fündig. Mir persönlich läuft das Wasser eher beim angebotenen BBQ-Grillabend im Munde zusammen. Wäre ich mit Familie oder einer Gruppe von Freunden unterwegs, würden wir uns als Highlight sicher den gegrillten Fisch und das Fleisch aus lokaler Herkunft gönnen. Wie gesagt, nicht billig, aber dafür mal etwas Besonderes. Und ja, auch wer vom Aprés Ski nicht lassen kann, der wird hier fündig.

Mein Fazit: Ötztal, wir kommen wieder! Gerne auch im Sommer, um der Hitze zu entgehen.

Wie man die Sohle eines Skischuhs austauscht

Mit Skischuhen soll man so wenig wie möglich laufen, damit sich die Sohlen nicht abnutzen. Irgendwann sind sie aber doch fällig und der Kunststoff ist ausgefranst. Man kann die Sohle recht einfach und mit Hausmitteln reparieren und dabei gleich noch ein wenig anpassen.

Vor einigen Jahren hatte ich die ewigen Druckstellen in meinen diversen älteren Skischuhen satt. So fragte ich meinen Freund und mittlerweile auch Skilehrer, welches gute und meinetwegen auch teure Schuhmodell er mir empfehlen könne. Zur Auswahl standen Varianten von Herstellern, die einen anpassbaren Innenschuh haben. Das wäre der Schlüssel zum Glück, meinte er.

 

Nach einigem Probieren im Geschäft fiel die Wahl auf den Fischer Ranger R12. Dessen Innenschuh wird im Geschäft in einer Vorrichtung erhitzt und danach schlüpft man in den noch heißen Innenschuh hinein. Er passt sich dem eigenen Fuß an und die Druckstellen entstehen gar nicht erst. Hoch zufrieden wie ich war, wurde der Schuh die nächsten Jahre ausgiebig benutzt, vielleicht 10 Tage im Jahr. Ab und zu ging es über Stock und Stein und nach einer Weile zeigte die recht weiche Untersohle vorne und hinten am Schuh erste Abnutzungserscheinungen.

Trotz ausgefranstem Kunststoff war der Sitz in der Bindung noch Ok, aber ich entschied, jetzt doch besser Ersatzsohlen zu kaufen, damit ich den Schuh noch einige Jahre tragen kann. Ganz einfach war der Kauf nicht, denn ich fand die Sohlen nur noch beim Online Versand von Sportbörse Aalen. Soviel zur Verfügbarkeit von Verschleißartikeln bei Markenware. Rund Vierzig Euro später lagen die Austauschsohlen auf meinem Tisch und ich fing an, die ersten Schrauben am Schuh zu lösen. Die eigentlichen abgenutzten Stellen bestehen aus weichem Kunststoff und sind an Platten angebracht, je eine für vorne und hinten. Und die sind mit ein paar Schrauben am Schuh fixiert.

Beim Lösen der Schrauben sollte man beachten, dass die hinteren beiden für die Ferse länger sind und nicht mit den kürzeren verwechselt werden sollten. Es fährt sich schlecht, wenn man wie ein Fakir auf Metallspitzen balancieren muss. Die Schrauben bestehen aus Aluminium und sollten noch gut in Schuss sein, da sie in ihrem Leben nicht viel zu tun haben. Der Austausch der vorderen Platte verlief problemlos. Doch was musste ich bei der hinteren Platte feststellen? Man hatte anscheinend eine Austauschsohle designt, die an möglichst viele Fischer-Schuhe passen sollte. Mit dem Ergebnis, dass sie für meinen Ranger eine Nut zu viel aufwies. Da die Passung ansonsten korrekt war, entschied ich kurzerhand, diese Nut abzufeilen. Ich erinnerte mich noch gut an meinen Gitarrenbaukurs vor vielen Jahren, während dem ich mit Feile und Sandpapier halbe Wälder weggeschrubbt hatte. Also sollte das bisschen Kunststoff hier nicht die Rede wert sein.

Gesagt, getan. Flott wurden die beiden Fersenplatten in der Werkstatt eingespannt und die grobe Holzfeile gewetzt. Nach ein paar Korrekturen stimmte die Passform wieder und die Platten konnten angeschraubt werden. Zur Verdeutlichung habe ich oben im Bild die Nuten markiert, die abzufeilen sind. Kurz im Ski in die Bindung gedrückt und siehe da, alles passt wie es soll.

Ein ziemlich Kleiner Brauner im Café Hawelka in Wien

„Jö schau, so a Sau, jössas na
was macht a Nackerter im Hawelka“
– Georg Danzer

 

In fremden Städten kann ich mich nie überwinden, gleich die nächstbeste Gelegenheit zum Genießen kulinarischer Köstlichkeiten wahrzunehmen. Da steigt man aus der U-Bahn am Stephansplatz aus und ist hin- und hergerissen: gleich hier einen überteuerten Kaffee trinken oder erst ein paar Straßen weiter (wo er natürlich immer noch überteuert ist)? Das ist so ein blöder Zwiespalt: einerseits möchte man keine Ecke im Magen für etwas opfern, was einem vielleicht im Nachhinein als nicht so gut in Erinnerung bleibt. Andererseits möchte man auch auf keinen Fall etwas verpassen. Wie ich schon in Hongkong festgestellt habe, ist es also am besten, gleich zuzuschlagen. Ob man an gerade dieser kultigen Bar oder jenem gemütlichen Café noch einmal vorbeikommen wird, ist ungewiss. Also lieber gleich reingehen und mitnehmen, was geht.

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In der Praxis gewinnt dann doch das Gefühl, dass immer noch eine Magenecke für unerwartete Köstlichkeiten frei zu halten ist, gegen die logische Einstellung des „alles-mitnehmen-was-geht“. Und so laufe ich regelmäßig mit knurrendem Magen durch die Städte dieser Welt und versuche abzuschätzen, wo es etwas wirklich Gutes zu Essen gibt. Wien macht es einem dabei wirklich nicht leicht: viele alteingesessene Cafés und Gasthäuser machen von außen einen sehr unauffälligen oder sogar abweisenden Eindruck und schnell ist man dran vorbeigelaufen.

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So in etwa passierte es mir auch mit dem Café Leopold Hawelka in der Nähe des Stephansdoms. Normalerweise würde ich nirgendwo einkehren, wenn die Lokalität noch in der Nähe eines touristischen Hot-Spots, also in einer preislichen No-go-area liegt. Aber hier musste ich einfach reingehen, so abweisend sah der Laden von außen aus. Ausserdem saß ich schon in einem anderen Café Leopold, nämlich dem in Mumbai und war deshalb positiv vorbelastet. Drinnen im Hawelka wird man gleich von befrackten Obern empfangen und in einer schummerigen Ecke abgesetzt. Haben sich die Augen dann einmal an das Halbdunkel gewöhnt, erkennt man erst, wie klein dieser verwinkelte Raum eigentlich ist. Es ist so eng, dass man schnell unbeabsichtigterweise mit den Leuten vom Nachbartisch zu füßeln anfängt. Die Inneneinrichtung ist insofern originell, als dass sie seit 1945 nicht mehr verändert wurde, wie ich später gelesen habe. Dafür verkehrten hier wohl einmal früher sämtliche Querdenker und -dichter Österreichs, wälzten existenzialistische Gedanken und pflegten ansonsten ihre Raucherlungen. Nun ja, heute wohl nicht mehr.

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Bei der Bestellung eines „Großen Braunen“ konnte ich noch unauffällig meine Herkunft verschleiern. Spätestens beim Ordern eines Apfelstrudels mit Schlagsahne hatte ich mich dann doch als Deutscher geoutet. Natürlich tat der Herr Ober zunächst so, als würde er „Schlagsahne“ nicht verstehen und zwang mich damit gleich zu einer nachgeschobenen Korrektur: „Schlagobers“ musste es natürlich heissen. Wie konnte ich nur.

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Groß war der Braune leider nicht. Der Kaffee und auch der folgende Cappuccino passten in eine dieser flachen Kaffee-Tassen. Aber lecker waren sie beide! Und sehr stark. Ein deutsches Touristenpärchen neben mir spekulierte, woher dieser Geschmack nach Bodensatz im Kaffee wohl kommen mag… Mir selbst war es recht. Lieber einen starken Kaffee, der einem die Schuhe auszieht, als dieses labberige Gebräu von Starbucks & Co.

Eigentlich hätte ich noch bis Mitternacht dort sitzenbleiben sollen, um auf die (angeblich) irgendwann frisch gebackenen „Buchteln“ à la Josefine zu warten. Leider fadisierte mich der Kellner ein wenig und so beschloss ich, weiterzuziehen. Wer Buchteln, Topfenknödel und andere Teigspeisen schätzt, kann diese aber auch ohne weiteres selber herstellen, es gibt reichlich Rezepte im Netz.

Hier noch ein netter Artikel der Süddeutschen Zeitung zum Thema „Grantige Ober in Wien“: Mit Charme in den Kaffee gespuckt. Das erinnert mich doch spontan sehr an die Bedienungen in Alt-Sachsenhausen, dem Frankfurter Äppelwoi-Viertel.

Kaffee und Tee in ihren Ursprungsländern

Es ist überall das gleiche: die Leute trinken diese widerwärtigen Instant-Coffees und Industrie-Tees bis zum Abwinken. Damit meine ich jetzt nicht uns Deutsche, die zwangsweise in einem Land ohne echter Tee- und Kaffeekultur leben müssen (nein, Eduscho ist nicht die Krönung und Dallmayr trägt nicht zur Kaffeekultur bei und auch ihr Norddeutschen habt den Tee bloß importiert!). Damit meine ich Inder, Indonesier und sogar Österreicher. Das klingt unsinnig? Abwarten.

 

Klar, in Indien wächst der Tee in Topqualität an den Hügeln des Himalajas, ebenso in Indonesien und das gleiche gilt für Kaffee. Einer der besten Kaffees, die ich bis jetzt trinken durfte, stammt aus Indonesien. Dieses billige Pulver kann es mit jedem Lavazza-Super-Duper Espressopulver aufnehmen. Ist ja auch echter gemahlener Kaffee! Einfach auf die türkische Art rein in die Tasse, dann die Tasse unter einen Heißwasserboiler halten, umrühren und fertig. Oh, und wer es authentisch indonesisch mag , der schüttet noch 100 g Kondensmilch hinein.

Aber was denken die Einheimischen selber über ihren Kaffee? „Kann ja nix sein, kommt nicht aus dem Westen…“. Traurig aber wahr – selbst Inder, die es nach Indonesien verschlagen hat, bevorzugen portionsweise abgepackten Instant-Coffee. Und der ist noch nicht mal annähernd mit „normalem“ extrahiertem Kaffee zu vergleichen. Im Gegenteil, das Zeug löst sich in einer Wolke aus weißem Schaum mit braunen Schlieren auf und schmeckt wirklich kein bisschen nach Kaffee. Es ist vergleichbar mit diesen wasserlöslichen Capuccino-Drinks, die es damals in jeder Studentenbude gab, auch in meiner. Ein pappiges, meistens überzuckertes Gesöff, das wahrscheinlich noch nicht einmal Koffein enthält.

In dieselbe Kategorie fällt der – ebenfalls in Studentenkreisen – so genannte „Kakachino“. Man zapft ihn für einige Cent aus einem mannshohen Automaten im Flur vor dem Vorlesungsraum. Immer ärgerlich, wenn jemand vorher Gemüsesuppe gewählt hat… Geschmacklich ist das Produkt schwer einzuordnen. Es repräsentiert eine Mischung aus Kaffee, Schoko, Gemüsesuppe und Milchpulver. Würde mich auch nicht wundern, wenn der Hersteller ab und an nur aus Spaß die einzelnen Fächer für die Pulversorten vertauscht.

Extrahierter Kaffee kann dagegen sehr gut sein. Damit meine ich diesen Kaffee, dem mit Hilfe irgendwelcher brutalen Verfahren nach dem Brühen das Wasser entzogen wurde. Der schmeckt sogar echt nicht übel und man darf ihn guten Gewissens überall dorthin mitnehmen, wo die Kaffeemaschine etwas overdressed wirken würde. Zum Beispiel beim Camping, auf dem Boot, oder bei Rock am Ring, um nur mal einige Einsatzmöglichkeiten zu nennen.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, nämlich den Menschen in Kaffee-und-Teekulturellen Ländern. Als ich in Mumbay war, musste ich stundenlang bei sengender Hitze durch die Stadt latschen, bis ich endlich an einem tauglichen Teegeschäft vorbei kam. Ich rede nicht von einem Supermarkt, dort bekommt man den gleichen Tee wie überall sonst auf der Welt. Ich meine ein Geschäft, welches indischen Tee verkauft. Vermutlich macht das einfach kein Inder, seinen Tee in einem Teegeschäft zu kaufen und deshalb sind diese Läden so selten. Möglicherweise lässt man sich auch von seinen Verwandten im Himalaja einmal im Jahr einen Sack Teeblätter mitbringen und das war’s dann. Jedenfalls fand ich dort Tee, der wenigstens hübsch verpackt war. Ansonsten war er keine Offenbarung.

Aber was haben die eingangs erwähnten Österreicher in dieser Runde zu suchen? Auch das ist schnell erklärt. Denn obwohl die Ösis selber natürlich keinen Kaffee anbauen, so haben sie sich doch immerhin ein gutes Stück Kaffeekultur bewahrt und zwar in Form ihrer Nationalgetränke wie „Großer Brauner“, „Wiener Melange“ etc. So ein Käffchen stilecht in einem K. u. K. Kaffeehaus zu trinken, das hat schon was.
„K. u. K.?“
Na, Kaffee und Kuchen natürlich. Aber auch die Österreicher haben es geschafft, sich erfolgreich von ihrer Kultur zu entfremden. So war ich neulich bei einem Kunden in Kärnten und man glaube es oder nicht, in dessen Büro stand eine ganze Wand mit Kakachino-Automaten. Die tragen mittlerweile sogar die großen Namen, wie Dallmayr etc. Aber das Ergebnis ist immer noch das gleiche wie früher zu Uni-Zeiten: gemüsesuppiger Schoko-Kaffee.

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