Archiv der Kategorie: Pune

Paan

Der volljährige Inder holt sich die Portion Paan abends nach dem Essen beim Wasserhäuschen seines Vertrauens.

Es handelt sich um in ein Betel Blatt gewickelte Gewürze, welche für frischen Atem und eine geregelte Verdauung sorgen sollen. Natürlich gibt es in Pune recht wenige Wasserhäuschen, die Funktion dieser kleinen Kioske ist aber die selbe. Es hängt dort auch der selbe Menschenschlag herum. Man bekommt das Zeug aber ausschließlich dort, also hält man eben schnell am Straßnerand und holt sich seine glitschige Portion Paan für 7 Rupees. Ich wurde leider von meinem übervorsichtigen Kollegen bevormundet und übergangen und muss mich demnächst also selbst um diesen Stoff kümmern.

Hier kann man sehen, wie Paan hergestellt wird.
In Bombay konnte ich es später selbst probieren.

Das Abendessen bestand aus einem Hühnerkabab, der förmlich im Munde zerschmolzen ist! Drumherum eine leckere Hülle aus irgendwas und dann das ganze noch gebarbecued. Ein Gedicht. Hauptspeise war ebenfalls Huhn, nur diesmal in extrem scharfer Currysauce. Ich hatte ausdrücklich „spicy“ geordered, mein Kollege hat es dann aber heimlicherweise und auf Hindi in „medium spicy“ umgewandelt. Hat aber immer noch gebrannt wie Sau. In etwa vergleichbar mit Stufe C+ bei Best Worscht in Town.

Dazu Fladenbrot und Reis, was ich sehr gerne als Entschärfung gekaut habe. Eine Anmerkung ist noch das Kingfisher Beer in Stufe „strong“ wert. Es hat lockere 8 Volumenprozent Alkohol und die Flasche enthält 650 ml davon. Mehr braucht es nicht. Namaste.

 

In Bollywood wird nicht geknutscht

Neben dem Hotel befindet sich ein Kino Multiplex namens INOX. Hier werden alle möglichen Sorten indischer Filme gezeigt. Wie ich von meinem indischen Kollegen gelernt habe, gibt es allerdings sehr verschiedene Stilrichtungen. Die sind in etwa so unterschiedlich wie das Essen zwischen Ost- und Westküste, das heißt der Unterschied ist für Europäer nicht feststellbar.

mumbai_2011_ (41)

Unser Film hieß „The Game“ und er enthielt keine einzige Szene, welche in Indien gedreht wurde. Ein auf modern getrimmter Agatha Christie Verschnitt. Es hat ordentlich geknallt und gerummst, jeder Held durfte ausgiebig und sehr cool posieren und die Schicksen haben die Hüften wackeln lassen, dass es eine Freude ist. Nur eines kam trotz heißester Tanzszenen nicht vor: ein Kuss. Nicht mal ein kleiner. Andernfalls wäre der Film nicht mehr in der Familienkategorie eingeordnet und wäre damit automatisch ein Flop.

Nach einer Stunde war schon Pause. Man zeigt Werbung, blendet offiziell aussehende eingescannte Dokumente ein, welche bezeugen, dass der Werbespot genehmigt ist. Man vertritt sich die Beine und dann geht es wieder weiter. Seltsam. Jeder Europäer sollte sich mal in eine Hindi-Vorstellung setzen. Man versteht die „Handlung“ auch so hervorragend, da ein Kauderwelsch aus Indisch (Hindi, Marathi, etc.) und Englisch gesprochen wird. Fazit: Style gewinnt.

Smoke on the Water

So nennt sich das Restaurant auf dem Dach des Nachbarhotels (Central Park Hotel). Heute Abend hatte es mal geöffnet, also nix wie hin. Leider war es eine Enttäuschung. Zwar ist der Ausblick klasse, man sitzt im Freien und kann seinen Blick über den Pool in Richtung Stadt schweifen lassen, aber das Ambiente rechtfertigt die hohen Preise nicht. Auch die zehn Personen nicht, die für mich als einzigen Gast zuständig waren. Rund dreimal soviel wie in meinem eigenen Hotel lassen sich die Jungs hier das Essen bezahlen. Dazu war es nicht besonders gut und der Cocktail ausgesprochen schlecht. Es sollte ein Singapore Sling sein, war aber nur ein bitterer Gin-Wasser-Aufguss. Die Fajitas durfte ich mir selbst rollen und sie hatten selbstverständlich ein indisches Innenleben statt eines mexikanischen. Letztendlich ein Curry im Teigmantel. Darum merke man sich folgendes: in Indien immer indisch essen. Keine Experimente. Inder können und wollen nur indisch essen und kochen. Feierabend.