Im Test: Pulled Pork von Lidl

Letztes Mal griff ich zu den Spare Ribs und davor zum Beef Brisket, diesmal sollte es das Pulled Pork von Lidl sein. Schmeckt es wie vom Smoker? Ist es saftig? Lässt es sich pullen? Die Antworten hier.

Der Spoiler gleich zu beginn: nach klar lässt sich das Lidl Pork pullen! Wäre ja wohl auch ein schlechter Witz, wenn Gustoland es nicht packen würde, dieses Stück Schweinefleisch lange genug zu kochen. Und lange kochen, das können sie, wie ich im Test der Lidl Spare Ribs und des Lidl Beef Briskets zuvor schon festgestellt habe. Aber von Anfang an.

 

Die Basics zum Pulled Pork

Wer schon einmal Pulled Pork vom Grill oder sogar vom Smoker probiert hat, der weiß worum es geht: saftiges, bei sehr niedriger Temperatur gegartes Schweinefleisch, das am Gaumen zerfällt! Am besten von gut durchwachsenen und damit fettigen, nicht zu trockenen Partien. Klassischerweise wird Pulled Pork aus dem Nacken beziehungsweise der Schulter des Schweins gemacht. Nackenfleisch ist meinem Geschmack nach vorzuziehen, da es mehr Saft, sprich Fett hat. Wie man ein klassisches Pulled Pork auf einem Kugelgrill macht und alle Tipps zur Zubereitung, das findet ihr in meinem Artikel „Pulled Pork vom Kugelgrill – das Meta Rezept„. Meta Rezept deswegen, weil das Netz voll ist von Rezepten zu Pulled Pork und ich mir dachte, dass man eine Art Best-Of dazu verfassen könnte. Lest es euch durch, um die Hintergründe zu erfahren.

Die Inhaltsstoffe

Während ich so in der Warteschlange vom Lidl an der Kasse stehe, schaue ich mir gerne die Rückseite der Verpackungen an. Was findet sich denn hier bei diesem Pulled Pork: 98% Schweinefleisch (das allerdings zu 13% aufgespritzt ist mit irgendeiner Art von Würze) und 2% zusätzliche Marinade. Ich bin irritiert, sonst packt Gustoland gerne mal 10% und mehr Flüssigkeit zusätzlich in die Packung. Hier schaffen sie es über das aufgespritzte Fleisch, den Flüssigkeitsgehalt zu erhöhen, was durchaus Ok ist. Schließlich wird das in vielen amerikanischen BBQ-Rezepten auch empfohlen. Das bringt zusätzliche Würze ins Fleisch aber für den Verkäufer natürlich vor allem Gewicht und damit Kohle. Nur 2% zusätzliche Marinade in der Packung ist also mal echt wenig. Bei einem Gesamtpreis von ich glaube knapp 5 Euro für die 550 Gramm Fleischzubereitung sind das unter 10 Euro pro Kilogramm. Da fällt er wieder, der Begriff „industrielle Zubereitung“ aber anders lässt sich so ein Ladenpreis nicht schaffen und fröhliche Landschweine werden hier mit Sicherheit auch nicht verarbeitet.

 

Der Rest auf dem Beipackzettel liest sich wie die übliche Ansammlung von Hilfsstoffen zur industriellen Herstellung einer Marinade. Nicht weiter bemerkenswert und allseits bekannt. Da der Fleischklumpen eingeschweißt und lange gekocht wurde, benötigt er eigentlich gar keine Konservierungsmittel. Ähnlich wie bei Dosenfutter wird der Inhalt hoch erhitzt und ist damit auf natürliche Art und Weise haltbar gemacht. Für mich liest sich die Zutatenliste also erstaunlich harmlos. Wäre ich heute vegan unterwegs, wäre die Liste erheblich länger. Dafür wäre auch kein Schwein tot, Ok das stimmt.

Die Nährwerttabelle

Weiter schweift mein Blick über die Nährwerttabelle: mit unter 5% Fett, 1,2% Salz und fast keinem Zucker liest sich auch diese Liste ziemlich harmlos. Salami oder ein Hamburger nähern sich gerne der 20% Marke, nur mal zum Vergleich. Gut so, für mich dürfte es aber gerne mehr Fett sein, denn erst Fett macht das Pulled Pork zu einem Genuss. Hätte ich etwas Fettarmes gewollt, würde ich Handkäse essen.

Die Zubereitung und der Geschmack

Die Zubereitungsempfehlung lautet: das Fleisch bei 180 Grad in den Backofen geben und eine knappe halbe Stunde aufwärmen. Tja Folks, wieder 15 Stunden bei 107 Grad im Smoker gespart, ist doch klasse! Gerade bei den aktuellen Kosten für gutes Buchenholz. Das Fleisch ist natürlich schon fix und fertig, deswegen muss hier niemand stundenlang warten. Es besteht aus noch mehr oder weniger verbundenen Fleischstücken und wirkt etwas zerzaust, daher tippe ich auf Schulter. Wenn man den großen Schulterknochen entfernt, erhält man nämlich in etwa diese Fleischstruktur.

Beim Auspacken stellt man schnell fest, dass das Fleisch in etwas Marinade und jede Menge Gelee liegt (warum das so ist, siehe Meta Rezept), daher kann es auch nicht knusprig werden. Jedenfalls nicht in einer knappen halben Stunde. Ein klassisches Pulled Pork mit schöner Kruste wird man also auf keinen Fall bekommen. Aber der Geschmackstest zeigt: das Fleisch ist weich und saftig! Je nachdem, was man erwischt, kann es auch etwas trocken sein. Daher zupft man am besten auf traditionelle Weise das gesamte Stück mit Gabeln auseinander und mischt die trockenen mit den saftigen Teilen. Das ist auch in diesem Fall zu empfehlen. Man sollte auch nicht an guter eigener BBQ-Sauce sparen, denn die Raucharomen kommen hier zu kurz. Alles gut durchmischen und dann einen schönen Burger damit belegen, so kann das Lidl Pork durchaus mithalten. Pur verspeist ist es erstaunlich zurückhaltend gewürzt. Fast so, als hätte Gustoland damit gerechnet, dass der BBQ-Freund sowieso noch seine eigene Sauce anbringen möchte.

Mein Fazit: bis auf die fehlende Kruste und den unvermeidbaren Kochfleischgeschmack ist das für mich ein prima Convenience Produkt. Als Ausgangsbasis für Pulled-Pork-Burger absolut zu gebrauchen. Wer mehr will muss auch wesentlich mehr Zeit investieren und sein eigenes Pulled Pork herstellen.

Ab in den Einkaufswagen

Magic Dust ist als basic Rub immer sinnvoll und ich würde ein wenig davon auf das Lidl Pulled Pork streuen, bevor es in den Ofen kommt.

Nachdem das Pork gepullt ist, würde ich es mit dieser leckeren und preiswerten Sauce vermischen.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Mo’s Empfehlung für Leser, die sich für „Pulled Pork von Lidl“ interessieren:

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