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Ein Urlaub in der Bretagne mit Schlössern und diploiden Austern

Wer Frankreich und das Meer liebt, kommt an der Bretagne nicht vorbei. Eine Reise von den Schlössern an der Loire bis zur Küste der Bretagne mit dem Golf von Morbihan und der Region um Finistère.

Der Weg in die Bretagne führt an Schlössern vorbei

Seit vielen Jahren schon lebt meine Schwester in Nantes und hat dort ihren Lebensmittelpunkt. Um die Bretonen zu besuchen, müssen wir Mainzer den Kompass einmal nach Süd-Westen ausrichten und dann geht es immer der Nase nach. Man fährt ziemlich genau 1.000 Kilometer der untergehenden Sonne hinterher und voilà, schon ist man da. Wer allerdings gerade Urlaub hat und etwas Zeit mitbringt, sollte nicht am Stück durchfahren, sondern sich die Schlösser der Loire ansehen. Diese Tour ist ein Klassiker unter den französischen Touristen-Hotspots und es gibt viel zu entdecken. Da es ja später auch noch den Rückweg gibt, muss man nicht gleich jedes Château auf dem Hinweg besichtigen, sondern kann sich den Rest für den Heimweg aufsparen.

 

Ab Orléans ist es an der Zeit, die Autoroute zu verlassen und über die Landstraße einfach der Loire zu folgen. Man kommt vorbei an Blois, Tours, Saumur und Angers, bevor man fix und fertig vom vielen Schlössergucken endlich in Nantes eintrudelt. Wer darüber mehr wissen will, kaufe sich einfach einen Schlösserführer und erfährt dann alle Details über die Châteaus von Chambord, Troussay oder den Wandteppich der Apokalypse in Angers.

Von Nantes nach Saint-Nazaire auf der Loire

Nantes als östlichste Großstadt der Bretagne ist natürlich auch sehenswert (man denke nur an die Île de Nantes mit ihren Maschinen!), aber wir nehmen gleich das Ausflugsboot auf der Loire und legen die letzten Kilometer bis zum Meer auf dem Fluss zurück. Nantes lag in grauer Vorzeit einmal direkt am Meer, so ähnlich wie Bremen. Beide Städte haben gemeinsam, dass sie jedoch heute ungefähr 50 Kilometer von der Küste entfernt liegen, aber noch immer die maritimen Traditionen pflegen. Und beide merken noch immer den Einfluss von Ebbe und Flut, das ist faszinierend! So pflügt unser Fluss-Schiff munter die Loire hinab und kreuzt dabei reichlich Sehenswürdigkeiten. Denn über die komplette Strecke hinweg haben sich Künstler ausgetobt und im und am Fluss entlang ihre Werke aufgestellt. Wie zum Beispiel dieses halb versunkene Haus:

Am Ziel der Reise in Saint-Nazaire geht es mit der Kunst gleich weiter. Die von den Deutschen Nazis im Zweiten Weltkrieg gebauten Betonbunker zum Schutz der U-Bootflotte wurden mittlerweile zu einem großen Gesamtkunstwerk umfunktioniert. Toll zu sehen, wie kreativ die Franzosen ihre nicht mehr genutzten Stadtteile und Überreste der Zeitgeschichte in Freiraum für Künstler umwandeln.

Der Golf von Morbihan

Von Saint-Nazaire geht es nun endlich an der Küste entlang weiter in die Bretagne hinein. Unser nächstes Ziel ist also der Golf von Morbihan mit seiner „Hauptstadt“ Vannes. Wir wollen allerdings lieber direkt am Wasser wohnen, daher fahren wir am südlichen Ufer des Golfes bei Sarzeau noch ein Stück nach Norden und schon haben wir unsere schöne Ferienwohnung erreicht. Die netten Gastgeber wohnen im Haus oben, wir unten. Da es uns so gut gefiel und wir den Aufenthalt ein paar Tage verlängerten, luden uns die beiden zu einem „Apéritif“ ein, was in Wahrheit ein ganzes Abendessen war.

Vor allem der eigentliche Apéro hatte es in sich: wie ich schon in meinem Artikel über die Karibik geschrieben hatte, trinken die Franzosen gerne den Rhum Agricole aus ihren Übersee-Departements. Nach ein paar davon wurde mein Französisch immer flüssiger und das des Gastgebers immer schlechter, so dass wir uns bei bester Laune in der Mitte trafen! Danach wusste ich Dank Yves genau, mit welchen Kniffen man am besten auf kleinen Segelbooten im Golf von Morbihan die Gezeiten austrickst.

 

Austern satt beim Vivier

Nur einen 5-minütigen Spaziergang entfernt befindet sich „Les Viviers Du Ruault„, ein Austernrestaurant. Das Wort „Vivier“ bedeutet eigentlich „Aquarium“, allerdings keines nur zum Anschauen von Meeresgetier. Denn was sich hier im Aquarium befindet, soll möglichst am selben Tag noch auf den Tellern der Gäste landen. Restaurants dieser Art gibt es hier wie Sand am Meer, dieses zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass die Betreiber auch eine der vielen Austernfarmen im Golf von Morbihan betreiben. Was gibt es besseres, als ein paar frisch geöffnete Austern, Baguette mit Butter und einen kühlen Weißwein vor sich zu haben?

Beim Thema Austern reden sich die Einheimischen gerne in Rage. Auslöser dafür sind die seit einigen Jahren gezüchteten triploiden Austern. Normalerweise haben die Tiere (ja, Austern sind Tiere, was man bei deren lebendigem Verspeisen gerne verdrängt) zwei Chromosomensätze, sind also diploid. Die neue Sorte verfügt über drei Chromosomensätze und wird daher „triploid“ genannt. Die triploiden Tiere waren ursprünglich nicht fortpflanzungsfähig und haben daher die gesparte Energie in Wachstum investiert. Im Vergleich zu ihren diploiden Vettern wachsen sie mehr als dreimal so schnell. Da überlegt sich der Züchter schon, ob das nicht eine lohnenswerte Sache ist. Denn üblicherweise kann er seine jungen Austern erst drei Jahre später verkaufen. Der Nebeneffekt ist aber, dass der Züchter sich jedes Jahr neue triploide Austernkinder besorgen muss. Dank Tricks und Kniffen sind sie heute wohl doch fortpflanzungsfähig, so richtig verstanden habe ich es mangels Biologiestudium leider nicht. Hier beschreibt die Austernlobby in schönen Worten ihr Tun und hier spricht die Wissenschaft. Jeder möge sich sein eigenes Bild machen.

Yves und seine Nachbarn schwören jedenfalls auf die klassischen diploiden Austern und verdammen die triploiden. Darauf einen `ti Punch! Genaugenommen verehren sie vor allem die lokalen Sorten, die zwar recht klein sind, aber dafür auch außergewöhnlich lecker und leider teuer. Ich habe mir einmal verschiedene Sorten gleichzeitig gekauft und konnte beim besten Willen keinen großen Unterschied feststellen. Zwar bekommt man hier die Austern auch nicht geschenkt. Aber unter 1 Euro pro Stück ist wirklich nicht die Welt und verglichen mit dem Preis, den sie nach 1.000 Kilometer Wanderschaft zu uns in den Westen haben, ein wahrer Witz. Dann wird nämlich mindesten das Doppelte für eine „Fine de Claire“ fällig, je nach Größe auch mehr. Am besten kauft man das „Douzaine“ folglich vor Ort und macht es wie Casanova: so viele Austern essen, bis man vor Potenz platzt.

 

Die Umgebung von Sarzeau und Arzon

Wir schon erwähnt sind wir hier am südlichen Zipfel des Golfs von Morbihan unterwegs. Man sollte sich die lokalen Märkte in den Kleinstädten der Umgebung nicht entgehen lassen. Ein Muss ist das Probieren der bretonischen Spezialität „Galette„. Dabei handelt es sich im Prinzip um einen Crêpe, nur dass der Teig aus Buchweizenmehl besteht und nicht süß ist. Auf dem Galette platziert der Bretone dazu passend deftige Lebensmittel wie Schinken, Käse und Ei. Vorsicht bei der Variante mit „Andouillette„! Diese Wurst ist nur für echte Feinschmecker oder solche, die ihren Geschmackssinn durch Corona eingebüßt haben. Man stellt die Wurst aus den Innereien des Schweins her, vor allem aus Darm. Wer es schafft, mehr als zwei Scheiben davon zu essen, soll sich melden und ich gebe einen Rum aus.

Nicht ganz so heftig aber immer noch am oberen Rand der Deftigkeit gelegen ist der „Pied de Cochon„. Leicht zu übersetzen heißt das „Schweinefuß“. Wer hierbei an die knusprige Haxe denkt, liegt leider vollkommen daneben. Denn es handelt sich tatsächlich um die Pfote des Schweins, die gekocht, zerpflückt und am Ende zu einer Art Wurst zusammengebunden wird. Es kommt viel Majoran hinein, um den ganzen Glibber zu würzen. Mein Fall ist es nicht.

Die Galette mit ihren Schweinereien haben wir an der Uferpromenade von Arzon genossen. Hier kann man dem Treiben im Hafenbecken zusehen und sich eine kleine Rundfahrt durch den Golf gönnen. Das ist nicht teuer und man bekommt einen schönen Einblick in diese von Ebbe und Flut geprägte Landschaft. Die Strömung im Golf ist dermaßen stark, dass man schon einen kräftigen Bootsmotor haben muss, um dagegen anzukommen. Für die Ausflugsboote kein Problem. Für die Segler schon. Sie sollten sich immer in Ufernähe aufhalten, denn dort ist die Strömung viel schwächer (Yves kennt sich aus!). Statt mit dem Ausflugsboot kann man auch die günstigeren kleinen Fähren nehmen, die auf dem Golf ständig zwischen verschiedenen Häfen hin und her pendeln (unten links im Bild).

Nicht nur Ausländer verbringen hier am Golf gerne ihre Ferien. Auch die Franzosen schätzen die Region sehr und kommen im Sommer gerne hierher. Daher kommt es, dass es allerlei Angebote für Touristen gibt. Wer immer schon mal Bretonische Tänze lernen möchte, kann das hier machen.

Die Salzgärten von Sarzeau

Ebenfalls nur einen Katzensprung von unserer Ferienwohnung entfernt liegen die Salzwiesen bzw. Salzgärten von Sarzeau, auf Französisch „Les Marais de Sarzeau“ (genaugenommen „de Truscat“, so heißt die kleine Halbinsel im Golf). Hier hat sich ein Mann (Olivier) selbst verwirklicht und eine ehemals stillliegende historische Meerwassersaline wieder zum Leben erweckt.

 

Gäste können das Gelände jederzeit betreten und sich die auf liebevolle Weise gestalteten Tafeln zum Thema Salzgewinnung anschauen. Auch praktische Lehrbeispiele gibt es. So liegen an einer Station zwei 1,5 Liter Wasserflaschen, die man in der Hand wiegen soll. Eine ist deutlich schwerer als die andere, da sie mit Salz gesättigtes Wasser enthält. Am Ende des Spaziergangs kommt man wie zufällig an einem großen Berg Meersalz vorbei und kann sich hier für wenig Geld ein paar Beutel Salz abfüllen. Das haben wir gleich gemacht, unser Mineralienhaushalt wäre also gesichert!

Bei Finistère endet die Bretagne

Wem der Golf von Morbihan nicht reicht, der fährt einfach weiter entlang der Atlantikküste. Hier trifft man als nächstes auf die Presqu’île de Quiberon, die zwar bildschön, aber auch stark überlaufen ist. Danach kommt Lorient, dann Concarneau und so langsam nähern wir uns dem Département Finistère, der westlichsten Region der Bretagne. Hier gibt es viele recht schicke Campingplätze, auf denen man sich noch ein bisschen verwöhnen lassen kann. Campingplatz ist eigentlich etwas untertrieben, es handelt sich schon eher um Freizeitresorts, denn es gibt auch Mobilheime, die teilweise einen eigenen Hotwhirlpool haben. Dazu gehobene Gastronomie und vieles mehr. Wer also 5-Sterne-Camping in der Bretagne in Strandnähe sucht, sollte sich hier einmal umsehen.

Wir betrachten derweil zu hause die Ausbeute unseres Urlaubs und können noch eine ganze Weile in französischen Sardinen, Salz und Senf schwelgen!

Knusprige, fliegende Fische

D’Cost

Nach den weniger erfreulichen Ereignissen des Tages jetzt endlich zu den schönen Dingen. Unser kulinarischer Streifzug durch die West-Javanesische Küche war heute geprägt von Sundanesischem Essen. Mittags sind wir im „D’Cost“ eingekehrt, einer Seafood Restaurantkette („Mutu Bintang 5 – Harga Kaki 5“: Five Star Quality – Street Hawker Price).

Das Essen kommt schnell und es gibt immer eine Bedienung, die Englisch versteht. Außerdem ist die Speisekarte reich bebildert. Wir bestellten unseren ersten Gang:

  1. King Prawns auf Spießen mit Spicy Sauce
  2. grüne Bohnen mit feinem Rinderhack und auch wieder sehr Spicy
  3. „Flying Fish“
  4. einen ganzen Krebs in Black Pepper Sauce. Spicy.

Alles sehr delikat, nur der Krebs war leider total verkocht und nur unter Veranstaltung größter Sauereien mit Hilfe eines Nussknackers zu essen. Die Pfeffersauce erinnerte in der Konsistenz und Farbe an flüssigen, gemahlenen Mohn und war abgesehen vom Pfeffergeschmack auch noch ziemlich süß – interessant und ungewöhnlich. Zum Flying Fish muss ich ein Wort verlieren. Dieser heißt so, weil seine Filets auf beiden Seiten angeschnitten und hochgeklappt werden. Wird der Fisch dann frittiert, erstarrt er in einer Form, die eben an einen „Flying Fish“ erinnert. Möglicherweise haben die Jungs in der Küche auch noch andere Tricks parat, um das hinzubekommen.

 

Nachdem wir uns die Hände und das Gesicht gewaschen sowie den Tisch haben reinigen lassen, bestellten wir Gang Nummer zwei:

  1. Frittierten Tintenfisch
  2. King Prawns in Buttersauce
  3. Gebackenes Huhn in süßer Sauce
  4. Spinat in – jawoll – Spicy Sauce

Zugegeben, das klingt, als würden sich die Balken biegen. Aber die Portionen sind klein und überschaubar, so dass dass man hier doch eine ganze Menge verputzen kann. Am Ende kostete uns der Spaß knappe 200.000 Rupien, das sind etwa 17 Euro.

Raja Sunda

Nach einer anstrengenden Shoppingtour durch Bandungs Factory Outlets stand auf dem Rückweg das Restaurant „Raja Sunda“ auf dem Radar. Hier bin ich früher schon öfters eingekehrt, nämlich immer dann, wenn aufgrund der Uhrzeit abzusehen war, dass ich im Hotel nichts mehr bekommen würde.

Der Laden ist traditionell ausgerichtet und bietet Sundanesische Küche. An den Tischen sitzen nur Einheimische, was schon mal ein gutes Zeichen ist. Auch hier konnte wir nicht anders, als die Karte rauf und runter zu bestellen:

  1. Flying Fish, weil der schon mittags so gut geschmeckt hat
  2. Gegrillte Hühnerteile in Barbecue Sauce
  3. Gegrillte Ententeile in Barbecue Sauce
  4. Lammspießchen mit Erdnusssauce
  5. Gegrillte King Prawns

Der Fliegende Fisch war hier sogar noch besser als im D’Cost. Das Hühner- und Entenfleisch war butterzart und fiel förmlich vom Knochen. Das will bei Ente schon etwas heißen, schließlich erinnere ich mich noch allzu gut an das lederne Vieh, welches mir in Medan auf den Teller gelegt wurde. Aber hier dagegen – besser hätte es ein Texaner mit seinem BBQ-Smoker auch nicht hinbekommen. Da fällt mir ein, dass ich bei Gelegenheit meinem Brüderchen einen Besuch abstatten sollte, um seine 3-2-1 Ribs zu probieren. Aber der Maßstab liegt jetzt hoch, soviel ist klar.

Ebenfalls ungewöhnlich und sehr erfrischend war das hauseigene grell-grüne Mixgetränk. Ich vermute mal, es bestand aus Melone, Soursop, Gurke, Limette, Zitronenmelisse und eventuell etwas Thai-Basilikum. Und natürlich Zucker. Eine prima leichte Ergänzung zu diesem deftigen Menü. Alles zusammen haben wir hier etwa 300.000 Rupien gelassen, etwa 25 Euro. Hier nochmal der Flugfisch, einfach nur so:

Übrigens, auch laut Tripadvisor.de ist dieses Restaurant sehr zu empfehlen. Hier die lesenswerte Kritik, welche dank automatischer Übersetzung noch zusätzlich an Reiz gewinnt:

„Die natürliche Dekoration mit viel Bambus und rotan nahmen unsere Aufmerksamkeit. Das Personal war höflich und freundlich. Wir lieben der gebratene Reis mit Satay. Die Zwergflusspferd , spitzmaulnashorn , Saft ist besonders die wir nie Geschmack vor. Es ist eine Mischung aus vegetarisches. Es schmeckte gut und Frische. Natürlich der Preis ist etwas höher als das Essen eine Duschkabine.“

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