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Im Test: Beef-Brisket von Lidl

Lidl bietet in der Kühltheke momentan eine Packung „Beef-Brisket“ an. Zum Kilopreis von knapp 15 Euro erhält man ein vorgekochtes Stück Rinderbrust. Mal sehen, ob das für einen eingefleischten BBQ-Liebhaber überhaupt genießbar ist.

Was ist „Brisket“?

Das amerikanische Barbecue ist seit jeher meine Leidenschaft. Spare Ribs, Pulled Pork und andere Köstlichkeiten werden „low and slow“ auf dem Smoker zubereitet und das Fleisch zergeht einem fast von alleine auf der Zunge. Was ein „Brisket“ ist, das war mir bis vor wenigen Jahren noch kein Begriff. Der erste Kontakt zu dieser Delikatesse fand in der texanischen Hauptstadt Austin statt. Und damit eigentlich im Herzen der Brisket-Kultur. Beim Betreten des Hotels wunderte ich mich schon über das satte Raucharoma in den Fluren. Der Grund war das Nachbargeschäft, eine BBQ-Bar, die ihren Rauch wohl durch ein paar Rohre nach außen ableitete. Und etwas Rauch hat sich dann über die Tiefgarage in das Hotelgebäude geschlichen. Ich folgte also der eigenen Nase und schon standen mein Kollege und ich am späten Abend nach einem langen Atlantikflug an der Theke.

Zwei Spezialitäten hatten sie, auf die sie mächtig stolz waren: Weißbier und Brisket! Als Deutsche durften wir das Weißbier gratis testen und befanden es für gut. Und das Brisket gab es auf einem Sandwich. Abends werden in BBQ-Läden keine größeren Fleischmengen mehr verkauft. Man legt die Reste auf einen Sandwich und erst am nächsten Mittag gibt es wieder frischen Nachschub. Unter „Brisket“ konnten wir uns nichts vorstellen, aber das Fleisch war an Geschmack und Saftigkeit kaum zu überbieten. Es war ein Gedicht, ich war geflasht. Am nächsten Tag am frühen Abend standen wir wieder auf der Matte und konnten uns diesmal am Fleischbüffet bzw. aus dem „Pit“, wie der große gemauerte Grill genannt wird, bedienen.

 

Von Deutschland nach Texas

Wer diesen Geschmack mit seinen vielen Raucharomen einmal auf der Zunge hatte, für den liegt die Messlatte für BBQ hoch. Sehr hoch. Denn die Zubereitung von Brisket ist eine Kunst für sich und sie erfordert viel Zeit und Geduld. Also Eigenschaften, die in der Gastronomie kaum noch existieren. Dabei rede ich noch nicht einmal von teuren Ausgangsprodukten oder einem komplizierten Herstellprozess… es ist wirklich die Hingabe, es „richtig“ zu machen, die hier in Texas gelebt wird und anderswo eben nicht. Und darum schmeckt es dort so gut und anderswo eben nicht. Lustigerweise wurde die texanische Grillkultur von deutschen und tschechischen Siedlern ins Land gebracht. Aber ich schweife ab.

Hätte ich damals gewusst, dass Aaron Franklin gerade dabei war, in Austin die größte Nummer für Barbecue zu werden, hätte ich ihm vielleicht einen Besuch abgestattet. Aber so wurden wir für kurze Zeit Stammkunde in der BBQ-Bar gleich neben dem Hotel. Aaron Franklin habe ich zuvor schon erwähnt und tue es hier noch einmal: sein Buch „Das Smoker-Manifest“ halte ich immer noch für die Bibel des BBQ. Er hat sich Schritt für Schritt an die seiner Meinung nach beste Vorgehensweise für gutes BBQ herangetastet, dabei alte Bräuche hinterfragt und frischen Wind in die Szene gebracht. Dazu kommt er sympathisch rüber, man schaue sich nur seine Videoreihe auf Youtube an. Mittlerweile verkauft er sein BBQ-Fleisch nicht nur vor Ort, sondern versendet es auch in der Kühlbox für schlappe 250 USD pro Brisket. Zwar nicht nach Europa, aber zumindest innerhalb der vereinigten Staaten und das Ergebnis scheint nicht so schlecht zu sein, siehe dieses Video. Und damit kommen wir zum eigentlichen Thema des Artikels, nämlich wie man ein Brisket überhaupt so vorbereiten kann, dass man es im Supermarkt einfach mitnehmen kann wie eine Tüte Milch. Für die eiligen Leser: es geht nicht, wer hätte das gedacht. Während sich Franklin sehr genau überlegt hat, wie er das fast fertig gegarte und gesmokete Stück Fleisch seinen Kunden liefert, geht Lidl (bzw. Gustoland) einen wesentlich einfacheren Weg.

Das Lidl Brisket: Unpacking the Beef

Womit haben wir es hier zu tun… zunächst einmal das Offensichtliche: das Fleisch liegt in einer Plastikverpackung zusammen mit einer leicht gewürzten Brühe und außer, dass es stundenlang gekocht wurde, ist mit diesem Fleisch nichts weiter passiert (hoffentlich). Hier wurde jedenfalls nicht gesmoked. Hier wurde nicht gerubbed, dieses Stück Kuh hat niemals den Grill von innen gesehen.

Man sollte also auf das Bild des „Serviervorschlags“ nicht allzuviel geben. Mit dem, was in der Plastiktüte steckt, hat es nichts zu tun. Obwohl doch, man kann sehen, dass wir es hier mit einem kleinen Abschnitt aus dem „Flat“ des Briskets, der Rinderbrust, zu tun haben. Das ist der magere Teil mit weniger Fett und Bindegewebe. Mein Stück hatte ein Gesamtgewicht von gut 700 Gramm. Davon muss man noch die Brühe abziehen und landet dann bei etwa 600 Gramm vorgegartem Fleisch. Zum Vergleich: ein vollständiges, rohes Stück Rindfleisch im typischen Brisket Zuschnitt, also bestehend aus den beiden Muskeln Point und Flat wiegt um die 8 Kilogramm. Der Ami nennt das „Full Packer Brisket“.

Zubereitung des Lidl Beef Briskets

So grau, wie es aussieht, erregt es noch keinen Appetit und erinnert eher an ein Stück Leber in Formalin. Es schmeckt ähnlich wie Corned-Beef und besitzt auch keine Raucharomen, da es ja niemals im Smoker war. Deswegen haben schlaue Produktdesigner ein Päckchen „Rub“ beigelegt, das etwas Geschmack ans Fleisch bringen soll. Kurz dran geschnuppert und entschieden, es nicht auf das Fleisch zu geben. Stattdessen meinen eigenen Rub, eine Variante der als „Magic Dust“ bekannten Allround Gewürzmischung. Laut Anleitung soll das Teil nun für 25 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Backofen. Was in dieser kurzen Zeit passieren soll, ist mir ein Rätsel. Zur Bildung der begehrten Kruste ist diese Zeit nicht ausreichend. Aber da sich auch nach 40 Minuten keine Kruste bilden wollte, habe ich das Lidl-Brikett, pardon, Lidl-Brisket schließlich aus dem Ofen genommen.

Durch den aufgetragenen Rub ändert sich der Geschmack ein wenig, aber er steht immer noch dem deutschen Tafelspitz näher als dem amerikanischen Beef Brisket. Eines muss man dem Lidl Brisket aber lassen: es war sehr schön mürbe und gar nicht mal so trocken, wie befürchtet. Zusammen mit einer leckeren BBQ-Sauce schmeckte es sogar sehr anständig. Testweise auch mit Sahne-Meerrettich und Frankfurter Grüne Sauce probiert – ebenfalls nicht schlecht. Über die Fleischqualität kann ich nur spekulieren… der eigentliche Hersteller ist Gustoland, der wiederum zum Fleischgiganten Westfleisch gehört. Und die sind in regelmäßigen Abständen Gast in Zeitungsberichten zu prekären Arbeitsbedingungen, industrieller Tierhaltung und Wirtschaftskriminalität.

Fazit: lieber selber ein Stück Rinderbrust vom Metzger kaufen und weichkochen. Hinterher mit einem Rub versehen und im Ofen bei 200 Grad Umluft angrillen. Oder noch besser auf dem Kugelgrill, dann schmeckt es fast schon wie in Texas. Servieren mit BBQ-Sauce und schon hat man die eingedeutschte Variante des amerikanischen Briskets in anständiger Qualität.

Ab in den Einkaufswagen

Wer sinnvolle Produkte rund um Beef Brisket kaufen möchte, kann das hier tun. Im BBQ-Bereich sind das fast immer die selben Dinge, nämlich gutes Rub, gute Sauce und viel Zeit. Die muss man aber nicht kaufen, sondern mitbringen.

Der VW-Golf unter den Kugelgrills: Weber Master-Touch. Ich verwende ihn seit vielen Jahren und er macht einfach, was er soll. Für ein ganzes Full Packer Brisket ist der Platz wohl etwas knapp, aber für alle anderen Zuschnitte mehr als groß genug.

Wer es authentisch haben möchte, kann statt Alufolie zum Einwickeln des Briskets auch „Butcher Paper“ verwenden.

Brisket kann sehr weich werden und daher braucht man ein gutes Messer mit Wellenschliff, um es in gleichmäßig dünne Scheiben zu schneiden. Zum Beispiel dieses scharfe Brotmesser, das eh in jede Küche gehört!

Magic Dust ist als basic Rub immer sinnvoll. Man kann es aber auch selber mahlen und mischen.

Und für das Finish oder einfach zum Dippen empfehle ich diese leckere und preiswerte Sauce.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Mo’s Empfehlung für Leser, die sich für „Beef Brisket“ interessieren:

Die Markthalle von Funchal, das Abzockerparadies

Die Markthalle von Funchal, der „Mercado dos Lavradores“, befindet sich gleich in der Nähe vom Altstadtkern, dem Busbahnhof und der Pier für Kreuzfahrtschiffe. Hier werden Touristen auf liebevolle Weise ausgenommen, wenn sie sich eine Bananen-Ananas kaufen wollen.

Alles so schön bunt hier

Wer die Frankfurter Kleinmarkthalle kennt, wird sich hier gleich wie zu hause fühlen: es gibt Obst- und Gemüsestände noch und nöcher sowie im hinteren Bereich eine separate Fischhalle. Genau wie in der Kleinmarkthalle ist das Obst hier vor allem eines, nämlich sehr teuer.

2013 Madeira (141) markthalle funchal obst

Ich dachte eigentlich, mittlerweile immun gegen die einheimischen Bauernfänger zu sein, aber diesmal handelte es sich um eine außergewöhnlich hübsche Bauernfängerin mit großen, ähm, Körben. Und während ich noch versonnen auf ihre Auslage blickte, hatte sie mich auch schon in ihren Fängen.

Hier mal was probiert, da mal gekostet, alles sehr süß und lecker. Und als ich mich dann schließlich für eine Kreuzung aus Banane und Ananas entschieden hatte, hätte ich eigentlich das teuflische Lächeln des Mädchens richtig interpretieren müssen. Aber erst, als sie mir nonchalant den Preis von 8 Euro nannte, wachte ich aus dem süßen Traum auf. Wie in dem Film „Inception“ versuchte mein Verstand das eben gehörte einzuordnen und kämpfte sich mühsam durch mehrere Traumebenen an die Oberfläche. Paralysiert und mit einem debilen Grinsen reichte ich der Verkäuferin meine Geldbörse mit der Bitte, sich doch einfach selbst herauszunehmen, was sie für angemessen hielt…

 

Bananarama oder was soll das sein?

Erst später, als ich mit baumelnden Beinen an der Pier saß und die teure Banananas schälte, kam ich wieder zu Bewusstsein. Grund war das kratzende Gefühl am Gaumen und im Hals, das mich noch bis zum Abend begleiten sollte. Doch bis auf die winzigen Stacheln mit Widerhaken daran und die alles betäubende Oxalsäure schmeckte die Ananas-Banane eigentlich prima, ein wenig in Richtung Hubba-Bubba Kaugummi. Außerdem zog sie schleimige Fäden und besaß in ihrem Inneren irgendwelche schwarzen Stippsen. Dass ich mit einem Preis von 8 Euro noch sehr gut weggekommen bin, schildern andere Berichte im Web sehr anschaulich. Hier wurden teilweise 80 Euro für eine Tüte Obst bezahlt, siehe Video unten im Kommentar.

2013 Madeira (144) ananas banane monstera fensterblatt

Das war also die funchaler Markthalle, ein Ort, wo Touristen so richtig charmant ausgenommen werden. Fairerweise muss ich hier anmerken, dass man als Touri auf Madeira ansonsten sehr anständig behandelt wird. Und da man hier dank billigen Cafés schon täglich ein paar Euro spart, muss man sich eben damit abfinden, sie an anderer Stelle wieder loszuwerden.

Ab in den Einkaufswagen

Wer die Banananas mal selber ziehen möchte – bitte schön:

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Pani Puri, die indische Curry-Wurst

Ha, was für ein gelungenes Wortspiel… „indische Curry-Wurst“… 1 Euro in die Phrasenkasse. Natürlich hat Pani Puri weit und breit nichts mit der deutschen Curry-Wurst zu tun, aber wenn Kumar in Mumbai-Süd spazieren geht und an einem Pani Puri Verkäufer vorbeikommt, kann er genauso wenig widerstehen wie Karl-Heinz aus Dortmund-Lütgendortmund, wenn er an Helga’s Pommesbude vorbeikommt.

Hohle, knusprige Teigbällchen

In Mumbai und anderen indischen Städten gehören die Verkäufer für Pani Puri tatsächlich zum Stadtbild und niemand wundert sich mehr über die Typen mit den überdimensionalen Plastiktüten auf dem Rücken, gefüllt mit kleinen hohlen Teigbällchen. Pani Puri besteht nämlich zunächst mal aus größtenteils Luft, den leeren aufgepoppten Teigkugeln mit Loch in der Mitte. In dieses Loch lassen sich vorzüglich verschiedene Köstlichkeiten stopfen und voilà, schon hat man fertiges Pani Puri. „Pani“ ist die wässrige Füllung und „Puri“ die knusprige Hülle, so einfach ist „Indisch“!

 

Wenn ein Verkäufer nicht mehr ganz am untersten Ende der Streetfood-Küche herumkrebst und sich einen eigenen Stand leisten kann, sieht das so aus, man beachte die Säcke mit Zutaten:

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Alle warnen ja davor, in Asien irgendetwas ungekochtes zu essen, aber ich musste es einfach tun. In Mumbai servierte mir der Verkäufer die Pani Puris immer häppchenweise, solange bis ich keine Lust mehr hatte. Hier dagegen kauft man sich 5 Stück und setzt sich dann hin zum Essen.

pani puri original 2Auch in Restaurants wird das Zeug serviert, vielleicht ist es nicht die Curry-Wurst der Inder, sondern ihr Schnitzel, ich weiss es nicht, aber man kann dem Zeug einfach nicht aus dem Wege gehen.

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Pani Puri selber machen

Soweit die Story wie es im Land der Curry-Experten abläuft. Einmal in Deutschland angekommen, trifft Kumar natürlich weit und breit auf keinen Pani Puri Verkäufer mehr. Und zu diesem Zwecke wurde das Instant-Pani-Puri-Package erfunden, erhältlich beim Indischen Gemischtwarenhändler des Vertrauens. Und so funktioniert’s:

pani_puri_ (3)Die Packung enthält die hohlen, ausgebackenen Kugeln, in die man nur noch ein Loch drücken muss. Daneben liegt eine Tüte mit frittierten Kichererbsen. Und das wichtigste: zwei Pulver für die Saucen. Eine ist in erster Linie grün und schmeckt nach Kreuzkümmel, Minze und jede Menge anderen Gewürzen. Die andere ist rot und hat einen feinen süß-sauren Geschmack. Was man selbst beisteuern sollte sind kleingeschnittene Zwiebeln, zermatschte Salzkartoffeln, Moong Dal oder was einem sonst noch als Sättigungsbeilage einfällt.

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Jetzt wirft man alles zusammen, füllt die Kugeln und schon folgt die Geschmacksexplosion am Gaumen! Geil.

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