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Im Test: Pulled Pork von Lidl

Letztes Mal griff ich zu den Spare Ribs und davor zum Beef Brisket, diesmal sollte es das Pulled Pork von Lidl sein. Schmeckt es wie vom Smoker? Ist es saftig? Lässt es sich pullen? Die Antworten hier.

Der Spoiler gleich zu beginn: nach klar lässt sich das Lidl Pork pullen! Wäre ja wohl auch ein schlechter Witz, wenn Gustoland es nicht packen würde, dieses Stück Schweinefleisch lange genug zu kochen. Und lange kochen, das können sie, wie ich im Test der Lidl Spare Ribs und des Lidl Beef Briskets zuvor schon festgestellt habe. Aber von Anfang an.

 

Die Basics zum Pulled Pork

Wer schon einmal Pulled Pork vom Grill oder sogar vom Smoker probiert hat, der weiß worum es geht: saftiges, bei sehr niedriger Temperatur gegartes Schweinefleisch, das am Gaumen zerfällt! Am besten von gut durchwachsenen und damit fettigen, nicht zu trockenen Partien. Klassischerweise wird Pulled Pork aus dem Nacken beziehungsweise der Schulter des Schweins gemacht. Nackenfleisch ist meinem Geschmack nach vorzuziehen, da es mehr Saft, sprich Fett hat. Wie man ein klassisches Pulled Pork auf einem Kugelgrill macht und alle Tipps zur Zubereitung, das findet ihr in meinem Artikel „Pulled Pork vom Kugelgrill – das Meta Rezept„. Meta Rezept deswegen, weil das Netz voll ist von Rezepten zu Pulled Pork und ich mir dachte, dass man eine Art Best-Of dazu verfassen könnte. Lest es euch durch, um die Hintergründe zu erfahren.

Die Inhaltsstoffe

Während ich so in der Warteschlange vom Lidl an der Kasse stehe, schaue ich mir gerne die Rückseite der Verpackungen an. Was findet sich denn hier bei diesem Pulled Pork: 98% Schweinefleisch (das allerdings zu 13% aufgespritzt ist mit irgendeiner Art von Würze) und 2% zusätzliche Marinade. Ich bin irritiert, sonst packt Gustoland gerne mal 10% und mehr Flüssigkeit zusätzlich in die Packung. Hier schaffen sie es über das aufgespritzte Fleisch, den Flüssigkeitsgehalt zu erhöhen, was durchaus Ok ist. Schließlich wird das in vielen amerikanischen BBQ-Rezepten auch empfohlen. Das bringt zusätzliche Würze ins Fleisch aber für den Verkäufer natürlich vor allem Gewicht und damit Kohle. Nur 2% zusätzliche Marinade in der Packung ist also mal echt wenig. Bei einem Gesamtpreis von ich glaube knapp 5 Euro für die 550 Gramm Fleischzubereitung sind das unter 10 Euro pro Kilogramm. Da fällt er wieder, der Begriff „industrielle Zubereitung“ aber anders lässt sich so ein Ladenpreis nicht schaffen und fröhliche Landschweine werden hier mit Sicherheit auch nicht verarbeitet.

 

Der Rest auf dem Beipackzettel liest sich wie die übliche Ansammlung von Hilfsstoffen zur industriellen Herstellung einer Marinade. Nicht weiter bemerkenswert und allseits bekannt. Da der Fleischklumpen eingeschweißt und lange gekocht wurde, benötigt er eigentlich gar keine Konservierungsmittel. Ähnlich wie bei Dosenfutter wird der Inhalt hoch erhitzt und ist damit auf natürliche Art und Weise haltbar gemacht. Für mich liest sich die Zutatenliste also erstaunlich harmlos. Wäre ich heute vegan unterwegs, wäre die Liste erheblich länger. Dafür wäre auch kein Schwein tot, Ok das stimmt.

Die Nährwerttabelle

Weiter schweift mein Blick über die Nährwerttabelle: mit unter 5% Fett, 1,2% Salz und fast keinem Zucker liest sich auch diese Liste ziemlich harmlos. Salami oder ein Hamburger nähern sich gerne der 20% Marke, nur mal zum Vergleich. Gut so, für mich dürfte es aber gerne mehr Fett sein, denn erst Fett macht das Pulled Pork zu einem Genuss. Hätte ich etwas Fettarmes gewollt, würde ich Handkäse essen.

Die Zubereitung und der Geschmack

Die Zubereitungsempfehlung lautet: das Fleisch bei 180 Grad in den Backofen geben und eine knappe halbe Stunde aufwärmen. Tja Folks, wieder 15 Stunden bei 107 Grad im Smoker gespart, ist doch klasse! Gerade bei den aktuellen Kosten für gutes Buchenholz. Das Fleisch ist natürlich schon fix und fertig, deswegen muss hier niemand stundenlang warten. Es besteht aus noch mehr oder weniger verbundenen Fleischstücken und wirkt etwas zerzaust, daher tippe ich auf Schulter. Wenn man den großen Schulterknochen entfernt, erhält man nämlich in etwa diese Fleischstruktur.

Beim Auspacken stellt man schnell fest, dass das Fleisch in etwas Marinade und jede Menge Gelee liegt (warum das so ist, siehe Meta Rezept), daher kann es auch nicht knusprig werden. Jedenfalls nicht in einer knappen halben Stunde. Ein klassisches Pulled Pork mit schöner Kruste wird man also auf keinen Fall bekommen. Aber der Geschmackstest zeigt: das Fleisch ist weich und saftig! Je nachdem, was man erwischt, kann es auch etwas trocken sein. Daher zupft man am besten auf traditionelle Weise das gesamte Stück mit Gabeln auseinander und mischt die trockenen mit den saftigen Teilen. Das ist auch in diesem Fall zu empfehlen. Man sollte auch nicht an guter eigener BBQ-Sauce sparen, denn die Raucharomen kommen hier zu kurz. Alles gut durchmischen und dann einen schönen Burger damit belegen, so kann das Lidl Pork durchaus mithalten. Pur verspeist ist es erstaunlich zurückhaltend gewürzt. Fast so, als hätte Gustoland damit gerechnet, dass der BBQ-Freund sowieso noch seine eigene Sauce anbringen möchte.

Mein Fazit: bis auf die fehlende Kruste und den unvermeidbaren Kochfleischgeschmack ist das für mich ein prima Convenience Produkt. Als Ausgangsbasis für Pulled-Pork-Burger absolut zu gebrauchen. Wer mehr will muss auch wesentlich mehr Zeit investieren und sein eigenes Pulled Pork herstellen.

Ab in den Einkaufswagen

Magic Dust ist als basic Rub immer sinnvoll und ich würde ein wenig davon auf das Lidl Pulled Pork streuen, bevor es in den Ofen kommt.

Nachdem das Pork gepullt ist, würde ich es mit dieser leckeren und preiswerten Sauce vermischen.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Mo’s Empfehlung für Leser, die sich für „Pulled Pork von Lidl“ interessieren:

Im Test: Plant-based Hamburger und Nuggets von Burger King

Im Fast-Food Bereich ist seit einiger Zeit viel Bewegung, was vegetarische oder vegane Alternativen zu Rindfleisch und Huhn betrifft. Jetzt habe ich mir einmal den direkten Vergleich von Fleisch- und Pflanzenprodukten vorgenommen und bin deswegen bei Burger King eingekehrt.

Fleischlos vs. Fleisch bei Burger King

Es gibt normalerweise nur eine einzige Gelegenheit, um meine Freundin zum Besuch einer Hamburger-Kette zu bewegen. Und das ist auf Reisen während eines Stopps an einer Autobahnraststätte. Der Kaffee ist dort gut und kostet längst nicht so viel wie bei Tank & Rast & Co. Und wenn dabei noch ein Hamburgerchen mit auf dem Tablett landet, dann sei es halt so. Zu Hause wird nicht zu McDo und Burger King gegangen, da lässt sich nicht dran rütteln. Jedenfalls nicht zusammen. Es sei denn – und hier kommt der aktuelle Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung ins Spiel – es sei denn, es geht darum, die Veggie-Varianten zu testen!

 

Mir ist der gute Geschmack des Veggie-Burgers von McDonald’s noch recht gut in Erinnerung geblieben, den ich vor etwa einem Jahr probiert habe. Vermutlich war es ein Patty von „Beyond Meat“, denn er schmeckte wirklich sehr überzeugend nach Fleisch. Eben gerade lese ich, dass McDo sich leider wieder von Beyond Meat getrennt hat, schade. Vermutlich waren die Pattys zu teuer, denn gut waren sie in jedem Fall. Man verliert auch langsam den Überblick, wessen Veggiepatty jetzt wo genau zum Einsatz kommt. Über kurz oder lang werden sich die großen Hamburger-Ketten vermutlich ihre eigenen Pattys stricken. Aber noch trifft man auf eine verwirrende Vielfalt von Produktnamen.

Bei Burger King kooperiert man zur Zeit jedenfalls mit dem Hersteller „The Vegetarian Butcher„, der zum Nahrungsmittelgiganten Unilever gehört. Ob das in einem halben Jahr noch so ist, steht dagegen in den Sternen. Die Zutaten für die Hamburgerpattys und die Nuggets bestehen somit aus Weizen- und Sojaprotein. Bei anderen Supermarktprodukten gefallen mir die Varianten mit Erbsenprotein recht gut, daher war ich hier guter Hoffnung. Im Vergleich zu anderen Fleischersatzstoffen haben Teile mit Erbsenprotein nämlich den richtigen Biss.

Unser Menü sollte heute aus den folgenden Angeboten von Burger King bestehen:

Wir haben uns für den Whopper ohne Käse entschieden, damit man den jeweiligen Patty besser herausschmecken kann. Wobei dummerweise gerade der Whopper dermaßen mit Saucenpampe gefüllt wird, dass der Käse gar nicht auffallen würde. Wie schmecken denn nun die Nuggets und die Burger im direkten Vergleich?

Vergleich klassischer Whopper mit Plant-based Whopper

Der Fleisch-Whopper (im Bild unten rechts) und der Pflanzen-Whopper schmecken, wenn man den Patty einmal beiseite lässt, identisch. Trotz der veganen Mayonaise ist hier kein Unterschied zu bemerken. Wie bei jedem Whopper hat man in beiden Fällen hinterher eine ganz schöne Zwiebelfahne… Beim Patty kann man dagegen nicht behaupten, dass es keinen Unterschied gibt. Der klassische Rinderpatty schmeckt wie immer, also nach relativ trockenem, gegrilltem Rindfleisch. Eine Offenbarung war das noch nie, aber man wusste, was man hat. Der Patty des Vegetarian Butchers kann hier leider weniger gut mithalten. Er ist weder so kräftig gegrillt, noch hat er den Biss, den man bei Fleischersatz erwartet. Er ist etwas weicher und wabbeliger als das Original, dafür aber auch saftiger. Jedenfalls kommt er nicht an den Patty von McDonald’s heran, den ich eingangs erwähnt hatte.

Vergleich Chicken Nuggets mit Plant-based Nuggets

Bei den beiden Whoppern hatten wir das Glück, dass sie zeitgleich frisch zubereitet wurden. Bei den Nuggets vermute ich einmal, dass nur die Plant-based Variante frisch zubereitet war (unten im Bild links), denn die Chicken Nuggets mit Fleisch waren etwas zäher im Biss und nicht mehr ganz so knusprig. Dummerweise habe ich keinen Vergleich, denn normalerweise bevorzuge ich die Variante von McDo, darauf wurde ich als Kind konditioniert und der Geschmack ist nun leider für immer in meinem Stammhirn eingebrannt. Geschmack ist das Stichwort: die Plant-based Nuggets haben leider keinen. Sie sind in unserem Fall zwar etwas knuspriger als die mit Hühnchen und sie haben auch einen guten Biss. Aber sie schmecken halt nach nichts. Man nimmt sich erst einen, dann noch einen… es stellt sich einfach kein Geschmack ein, abgesehen von dem der Panade. Im direkten Vergleich zum Chicken Nugget fällt das schon sehr deutlich auf. Und das, obwohl ja gemunkelt wird, dass sämtliche Chicken Nuggets fast gar kein Hühnchenfleisch mehr enthalten! Was auch immer drin ist, es schmeckt jedenfalls unserer gemeinsamen Meinung nach um einiges intensiver als das leere Protein der Plant-based Nuggets. Es hilft auch nicht viel, sie in eine der Saucen zu dippen. Dann schmecken sie halt nach Sauce, immerhin. Obwohl mir auch hier die BBQ-Sauce von McDo wieder mehr liegt als das Pendant von Burger King. Versautes Stammhirn eben.

Unser Fazit nach diesem Vergleich von einem klassischen Hamburger mit einem Fleischlosen und von Chicken Nuggets mit Protein Nuggets fällt im Prinzip wohlwollend aus: zwar geht dem Genießer schon einiges an Geschmack verloren, wenn er sich für die Plant-based Varianten entscheidet. Aber dafür kann er mit gutem Gewissen zulangen, denn das einzige Lebewesen, dem man möglicherweise schadet, ist der eigene Körper. Oder um mit einem Zitat aus „Asterix und Obelix“ zu schließen: „Mit einem Sößchen von Gutemine würde ich sogar einen Hinkelstein verdrücken!“. Da jubelt der Magen bestimmt.

Nachtrag: Wenig später saß ich bei der Konkurrenz vom großen M und suchte verzweifelt nach einem vegetarischen oder veganen Hamburger. Tatsächlich stand der „Fresh Vegan TS“ nicht auf den Anzeigepaneelen sondern wurde erst auf Nachfrage frisch zubereitet. Kein Wunder, dieser Burger ist auch nichts, worauf McDonald’s stolz sein könnte. Weiter oben hatte ich davon geschrieben, wie mich vor einiger Zeit der Beyond Meat Burger vor Geschmack umgehauen hat. Was hier nun serviert wurde, war ein armseliger Abklatsch. Der „frisch“ zubereitete Burger war ein pampiges Stück Etwas und der Patty erinnerte eher an ein gegrilltes Corny als an Fleisch. Knusprig war er zwar, aber das lag daran, dass die herausstehenden Haferflocken mehr Hitze abbekommen haben als der Rest. Mein Fazit: McDonald’s sollte es entweder richtig machen oder gleich ganz lassen.

Im Test: „The Wonder: Chunks und Grill Spieße“ sowie „Vantastic: Grillmix Platte“

Man bekommt allein schon einen Knoten in die Zunge, wenn man versucht, diese pseudohippen Produktnamen auszusprechen. Ob man auch einen Knoten in den Magen bekommt, zeigt dieser Test.

Sämtliche Supermärkte bieten mittlerweile Fleischersatzprodukte an. Bei Aldi schlug ich nun zu, um verschiedene Sorten auf ihre Grilltauglichkeit zu überprüfen. Weniger für mich als bekennenden Fleischliebhaber als für Freunde und Verwandte, die es teilweise vorziehen, kein Fleisch zu essen. Im Test also diesmal:

Von „The Wonder“ die „Chunks – Döner Style“ und „Grill-Spieß Tikka“

Mann, sieht das schon in der Packung lecker aus… nein, das tut es natürlich nicht. Aber nach dem Grillen sollte es später ganz ansehnlich werden. Ich kaufe eigentlich nur noch Veggie- und Veganprodukte, die aus irgendeiner Form von Protein bestehen. Dieses kann aus Weizen und Soja wie hier oder auch aus Erbsen stammen. Über das Protein ist es möglich, eine Konsistenz ähnlich der von Fleischfasern zu erhalten. Das gibt ein angenehmes Bissgefühl und erinnert tatsächlich ziemlich gut an echtes Fleisch. Die „Wonder Chunks“ hat man in die Form von Dönerfleisch gezupft und mit einer passenden Marinade versehen. Die „Wonder Spieße“ sind in Würfelform gepresst (daher „Tikka“, was soviel wie „Stücke“ heißt) und etwas indisch angehaucht.

Von „Vantastic Foods“ die „Grillmix-Platte“

Wer nach Kroatien fährt oder in ein deutsches Jugo-Restaurant geht, bestellt als Fleischesser mit hoher Wahrscheinlichkeit den Klassiker: eine Grillplatte! Mit dieser Erwartung sollte man sich der veganen Aldi-Grillplatte lieber nicht nähern. Zum einen reicht sie für einen hungrigen Kroaten gerade mal als Vorspeise. Und zum anderen haben sich vier kleine, bleiche Nürnberger (oder Mini-Weißwürste?) darauf verirrt.

Während die anderen Fleischnachbauten dank Protein recht fleischähnlich wirken, kann die Vurst nicht mithalten. Das kann zwar eigentlich Stand Heute generell keine vegane Wurst, aber hier fällt es doch sehr auf. Geschmacklich ist sie wie eine typische Bratwurst gewürzt, also mit reichlich Majoran. Damit sie einigermaßen ihre Form behält und nicht komplett auseinander wabbelt (eine anständige Wurstpelle habe ich noch an keiner Vurst gesehen), wird sie durch Weizen- und Citrusfasern zusammengehalten. Das nenne ich mal nachhaltige Abfallverwertung! So wird es schließlich auch mit den günstig angebotenen Kichererbsen-Dipps gemacht: die Fasern binden das Wasser und halten damit das Gewicht und den Preis hoch. Als Veganer oder Vegetarier dürfte man allerdings leidgeprüft sein, denn stark verarbeitete und mit reichlich Zusatzstoffen aufgepeppte Lebensmittel sind hier normal.

 

In anderen Berichten zu Produkten dieses Herstellers wird freudig erregt vermerkt, wie wenige Zusatzstoffe sie enthalten. Wer das glaubt, sollte schlicht und einfach mal die Verpackung umdrehen und sich den dort abgebildeten Roman aufmerksam durchlesen:

Ab auf den Grill mit dem Vleisch

Wie schlagen sich die Vleischsorten denn nun auf dem Grill? Hier mal ein Suchbild, zusammen mit klassischen Bratwürsten und Grillgemüse:

Wenn man den Fleischersatz kurz und scharf angrillt und danach etwas ziehen lässt, ist er durchaus zu gebrauchen. Nur die Würstchen machen wieder Probleme… erst wollen sie nicht bräunen, kurz darauf sind sie schwarz. Aber der Rest ergibt zusammen mit dem schmackhaft marinierten Grillgemüse eine leckere Mahlzeit!

 

Im Test: Spare Ribs von Lidl

Spare Ribs sind ein denkbar unkompliziertes BBQ-Gericht: vier Stunden langsam garen, Sauce drauf, fertig. Mal sehen, ob das auch bei diesem Convenience-Produkt von Lidl funktioniert. Ich habe es in der Geschmacksvariante „Maple Hickory“ gekauft.

Spare Ribs müssen weich sein, aber noch Biss haben

Zusammen mit Pulled Pork und Beef Brisket gehören die Spare Ribs zu den drei beliebtesten amerikanischen Barbecue-Speisen. Sie haben eines gemeinsam: für die originale Zubereitung benötigt man viel Zeit. Im Gegensatz zu einem Steak haut man hier nicht einfach das Fleisch auf den Grill, sondern man lässt es bei recht niedriger Temperatur langsam vor sich hin garen. Nimmt man es mit dem amerikanischen Vorbild sehr genau, dann heißt „niedrig“ soviel wie 108 Grad Celsius. Es macht aber nur wenig Unterschied, wenn man sich stattdessen auf einen etwas höheren Temperaturbereich von 110 bis 120 Grad einschießt. Man kann auf dem Grill und auch im Backofen eh nicht gradgenau garen, daher passt das schon.

Lidl Spare Ribs in Plastikpackung

Was man auch machen kann: einmal in den „sous vide“ Bereich hineinlunzen. Denn diese Gartechnik besagt, dass man das Fleisch am besten gleich im Wasserbad bei einer Temperatur garen lässt, die seiner später gewünschten Kerntemperatur entspricht. Das ist stressfrei, aber es dauert natürlich viel länger, bis die Endtemperatur erreicht ist. Bei Ribs würde ich 80 Grad einstellen, die recht schnell erreicht sind, aber eben auch über viele Stunden aufrecht gehalten werden müssen. Das Ergebnis ist dafür ein sehr saftiges und zartes Fleisch. Röstaromen gibt es im Wasserbad natürlich keine, aber das lässt sich ja vor dem Baden oder auch danach noch korrigieren. Und damit bekomme ich auch so langsam die Kurve zum Testobjekt dieses Beitrags: den Spare Ribs von Lidl.

 

 

Full Slab heißt die Leiter

Convenience Food im BBQ-Bereich ist vorgegart und das sind natürlich auch diese Spare Ribs von Lidl. Das ist ja das conveniente daran. Man spart sich also einige Stunden Wartezeit und braucht, wie in diesem Fall auch, die Rippchen bloß noch für eine halbe Stunde in den Backofen zu legen. Die vorgegarten Spare Ribs kommen in einer Kartonverpackung daher, in welcher die eigentlichen Ribs eingeschweißt in Plastikfolie liegen. Und es ist noch ein kleines Päckchen Sauce mit Maple-Hickory-Geschmack dabei. Beim Fleisch handelt es sich um eine vollständige „Leiter“, oder wie es der Amerikaner nennt ein „Full Slab“, also eine „ganze Platte“. Ein spezieller Zuschnitt („Cut“) wie z.B. „St. Louis-Cut“ oder „Kansas City Cut“ ist nicht vorhanden.

Rippchen kann man generell unterteilen in „Spare Ribs“, so wie die hier vorliegenden. Oder in die kürzeren „Baby Back Ribs“. Die haben auf ihrer Oberseite mehr Fleisch und sind deswegen meist auch etwas teurer. Die rohen abgepackten Ribs beim REWE in der Kühltheke sind meistens Baby Backs. In Deutschland kann man sich all diese Feinheiten eigentlich sparen zu erwähnen, denn bei uns werden die Ribs fast immer so sauber abgekratzt von Fleisch verkauft, dass kaum noch etwas an den Knochen hängt (siehe REWE) und deshalb darf man sie auch nicht stundenlang garen. Bei den Lidl-Ribs ist das zum Glück nicht so, sie haben noch genug „Fleisch auf den Rippen“. Sie werden vom Hersteller (Gustoland, wie auch die anderen hier getesteten Produkte) so zugeschnitten, dass man ein Verhältnis von ca. 50/50 Fleisch zu Knochen hat. Was wäre ich froh, wenn sie diesen Zuschnitt auch roh bei Lidl verkaufen würden!

Lidl Spare Ribs ausgepackt

Die Rippchen ertrinken in Marinade

Wie beim Brisket aus meinem anderen Test, so wecken auch hier die gekochten Schweinerippchen erstmal keinen Appetit, da sie blassrötlich und etwas wabbelig daherkommen. Das Fleisch besteht laut Zutatenliste aus 10% Marinade und die kommt einem beim Öffnen der Plastikverpackung sogleich entgegen. Meine Packung hatte ein Verkaufsgewicht von ungefähr einem Kilogramm, das sind dann abzüglich der Marinade etwa 900 Gramm Ribs. Ohne die Knochen erhält man also ein knappes halbes Kilogramm Fleisch.

Das erste, was man beim Auspacken riecht, ist nicht Fleischgeruch, sondern ein starkes Aroma von Kreuzkümmel. Das verwundert doch etwas, denn mit diesem Geruch verbindet man eher die arabisch-indisch-asiatische Ecke. Der Rest der Marinade sieht aus wie stückige Tomatensauce mit Zwiebeln. Gar nicht mal so schlecht, aber eine typisch amerikanische BBQ-Marinade ist das nicht. Dann fällt noch auf, das recht viel Gelee in der Packung ist, was sich gut durch den Herstellprozess erklären lässt. Denn diese Ribs haben in ihrem Leben noch keinen Grill gesehen sondern wurden mit an 100% Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in ihrer Plastikverpackung gegart.

Lidl Spare Ribs Inhaltsangabe

Wie oben schon erwähnt, ist das beim Sous Vide Verfahren gang und gäbe und bietet sich also auch hier in der industriellen Fertigung an. Im Verlauf des Garprozesses löst sich das im Fleisch enthaltene Kollagen langsam auf und sammelt sich als Gelee in der Packung. So wie bei Dosenwurst auch. Um es vorwegzunehmen: der Konsistenz des fertig zubereiteten Fleischs merkt man das im positiven Sinne an. Es ist zart, aber nicht übergart.

 

Zubereitung der Spare Ribs im Backofen: nur kurz rein

Die Ribs müssen zur Fertigstellung nur sehr kurz in den Backofen. Eine knappe halbe Stunde reicht. Laut Anleitung soll die Rippe bei 150 Grad Umluft mit der „Biegung nach unten“ auf das Backblech gelegt werden. Fragt sich nun, wie man das interpretieren soll. Richtig ist jedenfalls, die konvexe Seite nach oben und dementsprechend die konkave Seite nach unten zeigen zu lassen. Oder in einfacher Sprache ausgedrückt: wie ein auf dem Kopf stehendes „U“.

Lidl Spare Ribs mit BBQ Sauce

Da es zu Hause bei der Zubereitung im Backofen nur auf das „Finish“ ankommt, habe ich mir erlaubt, das Leiterchen mit einem Küchenpapier so trocken zu reiben, wie möglich. Wichtig sind ab jetzt nur noch die Röstaromen, die über die Hitze erzeugt werden. Gegart ist das Fleisch ja schon auf den Punkt. Daher habe ich auch den Ofen höher gestellt und konnte so eine schön gleichmäßige Bräunung feststellen. Nach etwa 20 Minuten streicht man die beiliegende Sauce auf die Oberseite und lässt sie noch einmal für 5 Minuten im Ofen karamellisieren. Das funktioniert erstaunlich gut und auch der Geschmack der „Maple Hickory“ Sauce ist prima.  Alternativ kann man sich natürlich auch seine eigene Sauce draufschmieren.

Zur Geschmacksrichtung der Sauce noch ein paar Worte: „Maple“ heißt „Ahorn“, das könnte man kennen. Aber viele fragen sich, was dieses „Hickory“ eigentlich ist. Hierbei handelt es sich um eine amerikanische Walnussart. Das Holz des Hickorybaums wächst sehr dicht, ähnlich unserer heimischen Buche oder Eiche und wird daher gerne für BBQ-Feuer verwendet. Das Hickoryholz verleiht dem Fleisch seinen einzigartigen Rauchgeschmack.

Lidl Spare Ribs auf Backblech

Not too bad, aber ein bisschen too much

Nach insgesamt einer halben Stunde sind die Spare Ribs von Lidl dann fertig und können serviert werden. Die Konsistenz des Fleisches ist wie schon erwähnt sehr gut. Es fällt noch nicht komplett vom Knochen sondern hat sich einen letzten Rest „Biss“ bewahrt. Die Knochen lassen sich leicht herauslösen. Was den Geschmack angeht, so bin ich geteilter Meinung: original amerikanisch ist er nicht. Dafür bringt die Marinade die falschen Aromen mit und auch der pure Fleischgeschmack tendiert durch das Kochen zu sehr in Richtung Dosenfleisch. Aber die Maple-Hickory-Sauce reißt das wieder ein Stück weit heraus und gibt den Ribs zumindest ansatzweise ein smokey Aroma. Für meinen Geschmack ist das alles viel zu dick aufgetragen. Hier hätte es ein bescheidener, trockener Rub aus Salz und Pfeffer während des Garprozesses auch getan. Danach könnte man die Ribs trocken reiben, im Backofen rösten und schließlich mit BBQ-Sauce bepinseln. Aber insgesamt bin ich von dieser Lidl-Kreation doch recht positiv angetan.

Lidl Spare Ribs fertig serviert

Ein abschließender Kommentar noch. Der eine oder andere wird jetzt vielleicht „too much information“ stöhnen, aber eines sollte nicht verschwiegen werden: wessen Verdauung sich mit industriell hergestellten Lebensmitteln schwertut, wird hier einen Volltreffer landen. Aber so eine rituelle Darmreinigung kann ja auch der Anfang einer wunderbaren Fastenwoche sein!

Ab in den Einkaufswagen

Diese Rippchenhalter sind praktisch, wenn man viele hungrige Esser mit Ribs versorgen möchte. Denn so passen mehr in den Ofen, bzw. auf den Grill. Früher konnte man die Abtropfhalterung von IKEA verwenden, die gibt es aber leider nicht mehr. Das hier verlinkte Teil kommt dem noch am nächsten.

Magic Dust ist als basic Rub immer sinnvoll. Man kann es aber auch leicht selber mahlen und mischen.

Und für das Finish (das „Glaze“ auf den Ribs) empfehle ich diese leckere und preiswerte Sauce.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Mo’s Empfehlung für Leser, die sich für „Spare Ribs von Lidl“ interessieren: