Gruß aus der Küche: Linsen Dal

Ein Dal ist ein indisches Linsengericht. Es müssen also Linsen rein, mehr Vorschriften gibt es nicht. Anstatt Lorbeerblättern, Muskatnuss und Pertersilie wie wir Deutschen das machen, hauen die Inder natürlich ihr gesammeltes Gewürzemagazin in die Pfanne. Und das geht so:

Zutaten

  • 1 Tasse Linsen (rot oder gelb, halbiert oder ganz)
  • 1 TL je Salz und Zucker
  • 1 TL Kurkumapulver
  • Frische Chillischoten nach Geschmack
  • Rote getrocknete Chillis (die großen) nach Geschmack
  • Ingwer 2 cm
  • 1 TL jeweils Samen von Koriander und Kreuzkümmel
  • 1/2 TL jeweils Samen von Fenchel, Bockshornklee und Senf
  • Ein paar Curry Blätter
  • 2 Knoblauchzehen
  • Koriander, frisch zum Garnieren

Man merkt schon, da ist so einiges drin. Macht aber nichts, denn die Linsen brauchen viel Geschmack, das ist wie mit Kartoffeln oder Erbsen. Wer schon mal ein professionelles Dal gegessen hat, der weiss, dass man eigentlich nichts anderes mehr braucht. Nie wieder. Es ist Geschmack und Aroma in einem, einfach die geballte Power aus tausend Jahren indischer Gewürzemischkunst.

Die Linsen werden ein paar mal gewaschen, man sagt: bis das Wasser klar ist, wie beim Reis. Egal, die Linsen quellen währenddessen schon mal etwas. Dann einfach ins kochende Salz-Zucker-Wasser rein und etwas broddeln lassen. Den Kurkuma dazu und die Temperatur reduzieren.

Währenddessen oder schon vorher in aller Ruhe alle Gewürze in der Kaffemühle mahlen und mit etwas Öl in der Pfanne rösten. Wenn man gerade nicht alle Gewürze da hat, was wohl bei den meisten Nicht-so-oft-indisch-Kochern der Fall sein dürfte, dann darf man auch was weglassen. Ansonsten einfach mal den Hintern in den nächsten Indien-Shop bewegen und für billig Geld die beim Rewe zehnmal so teuren Gewürze holen. Nach den Gewürzen kommt der Knoblauch dazu, die Darrreichungsart ist hier mal wurscht, es zieht eh alles ne ganze Weile durch. Die Zehen zerdrücken tut es vollkommen. Der Ingwer und die eben geröstete Mischung wird nun über die Linsen gegeben. Ebenso wirft man jetzt alle Chillis rein und was sonst noch so in Reichweite ist (na, die Curry-Blätter und die getrockneten Chillis).

Zwischendurch ist Probieren erlaubt und auch ratsam, denn gerade der Salzgehalt ist in so einem Gericht nicht wirklich abzuschätzen. Also einfach abschließend abschmecken und darauf achten, dass die Linsen weder zu hart noch komplette Matsche sind. Sämig soll es sein. Fertig, Koriander hacken und zum Garnieren drübergeben. Und ab auf den Suppenteller damit…!

Übrigens: wovon der Dippegucker am meisten schwärmt, das ist, wenn es wieder aufgewärmt. Also gleich mal ne Portion mehr machen, das Zeug kann über Nacht nur noch mehr an Geschmack gewinnen.

Da der Dippegucker außerdem kein Dal als ausschließliches Hauptgericht isst, gibt es hier noch ein Beispielmenü, wozu das Dal seinen Teil beiträgt:

  • Erstmal ein paar Jakobsmuscheln in der Grillpfanne anbraten. Dabei immer wieder mit einer Olivenöl-Salz-Knobi Mischung einpinseln. Wird saugeil und diese Mixtur kann im Sommer natürlich auch beim „echten“ Grillen verwendet werden.
  • Danach ein paar Koteletts von der Iberico Sau in die Grillpfanne hauen. Dieses Fleisch ist hervorragend – es riecht schon im rohen Zustand fast wie der klassische spanische Schinken. Gebraten bleibt es dank des dicken Fettanteils super saftig. Nicht meckern, das ist natürlich nix für annorexic chicks, das Fett trägt den Geschmack dafür in neue Dimensionen, besonders im gebratenen Zustand. Dummerweise ist die auch sauteuer, die Sau. Also eher ein Feiertagsvergnügen.

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