Gruß aus der Küche: Palak Paneer

Wie man aus fadem Spinat ein gut gewürztes, schmackhaftes Essen macht zeige ich in diesem Artikel über das Zubereiten von Palak Paneer!

Ein Upgrade für das Studentengericht „Spinat-Kartoffel-Ei“

Zu Studentenzeiten wohnte ich in einer WG mit zwei Mitbewohnerinnen. Das „-innen“ hängt hier nicht etwa wegen dem studentischen Zwang zur Gleichberechtigung dran, sondern es waren tatsächlich zwei Mädels. Was das Kochen anging, waren wir alle gleich unbedarft und so machte in der Gemeinschaftsküche eben jede(r) sein/ihr Ding. Was bei mir ein paar Bratwürste in der Pfanne waren, das war die Kombination „Spinat-Pellkartoffeln-Ei“ bei einem der Mädels. Alles im selben Topf und jeden zweiten Tag… *arrggh und wüürg*! Seitdem (und ehrlich gesagt auch früher schon) ist Spinat für mich gleichbedeutend mit fadem, wässrigen Gemüse, das einem noch lange zwischen den Zähnen hängt.

 

Das hat sich erst mit „Palak Paneer“ geändert, dem Indischen Nationalgericht, welches man auf jeder Speisekarte in einem indischen Restaurant findet. Was Paneer ist, habe ich schon in einem anderen Artikel (Paneer Butter Masala) beschrieben, es handelt sich um festen Frischkäse am Stück, den man fast wie Fleisch verwenden kann. Außer, dass er natürlich nach Quark schmeckt und nicht nach Sau. Das Palak im Namen heißt „Spinat“, so einfach ist Indisch!

Zubereiten von Palak Paneer

  • 200-300 g Spinat (frisch oder TK)
  • 200 g oder mehr Paneer vom Inder aus der Kühltheke
  • 1 Zwiebel, 3 Zehen Knoblauch, 3 cm Ingwer (die Glorreichen Drei!)
  • 200 ml flüssige Sahne
  • 2 grüne Chillis, die kleinen (kann man auch weglassen)
  • Je 1 TL gemahlener Koriander und Kreuzkümmel
  • Zum Verfeinern: Salz nach Geschmack, 1 TL Zucker gegen die Bitterkeit, 1 TL Garam Masala am Ende darüber streuen für noch mehr Aroma

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Der rohe Spinat wird ins kochende Wasser geworfen und nach wenigen Minuten, wenn er zusammengefallen ist, herausgeholt und in einem Sieb abgetropft. Rein in den Standmixer damit, eventuell etwas Flüssigkeit zugeben, damit er schön fein püriert werden kann und nicht an den Wänden des Mixers kleben bleibt. Er sollte so fein sein, dass ihn selbst Popey durch die Pfeife saugen könnte!

Zwiebel, Knoblauch und Ingwer mit dem Pürierstab vermatschen. Für den Standmixer ist die Menge zu gering, zumindest meiner kann das nicht verarbeiten. In einer größeren Bratpfanne den Boden mit Öl oder Ghee (geklärte Butter) bedecken und die Masse anbraten. Man kann auch zuerst nur die Zwiebeln pürieren und anbraten, weil die eigentlich länger als der Knobi und der Ingwer brauchen. Jetzt noch die gemahlenen Gewürze dazugeben und schon verbreitet sich der typisch indische Geruch in der Küche! Zum Mahlen verwende ich eine alte Kaffeemühle vom Flohmarkt.

Der pürierte Spinat, Sahne und die Chillis (gehackt: scharf, oder am Stück: weniger scharf) werden jetzt eingerührt und das ganze auf niedriger Hitze brodeln gelassen. Der Paneer-Klotz braucht lediglich in mundgerechte Würfel geschnitten und dann beigemengt zu werden. Er wird bloß erwärmt, da er ja schon essfertig ist. Zwischendurch mal probieren und das Gericht mit Salz, Zucker und Garam Masala abschmecken. Fertig ist ein gesundes und schnell zubereitetes indisches Essen. Kein Vergleich zu der bräunlichen, stundenlang warmgehaltenen Pampe, die man im Asia Imbiss vorgesetzt bekommt.

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Dazu passen Chapatis, entweder aus der Tiefkühltruhe oder selbst gemacht. Es gibt Varianten des Gerichts, wo kein Koriander vorkommt oder keine Sahne, dafür dann etwas Tomatenpüree. Wer will, kann einfach selbst experimentieren. Immer dran denken: wenn man den ayurvedischen Hintergrund der indischen Curry-Gerichte mal außer Acht läßt, dann hat man es hier mit simplen Eintöpfen zu tun. Und da kann man grundsätzlich reinwerfen, was einem schmeckt. Hier noch ein Video, für wer’s visuell braucht:

Ab in den Einkaufswagen

Mehr indische Rezepte rund um Paneer findet ihr in diesem Buch. Und man braucht sehr oft das Basis-Gewürz „Garam Masala“ (dafür kann man auch problemlos doppelt so viel ausgeben, ist aber nicht nötig).

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Frankfurt kulinarisch: Mit Laura Di Salvo durchs Nordend

Das Konzept der Tour

Die Firma Eat-The-World bietet für 30 Euro pro Person geführte Touren in mehreren Deutschen Großstädten an, seit Neuestem auch in Frankfurt. Innerhalb von 3 Stunden klappert man dabei 7 Stationen ab, wo einem kleine Köstlichkeiten gereicht werden. Nebenbei erfährt man noch etwas über das jeweilige Stadtviertel, wobei der Schwerpunkt nicht auf Geschichte oder Architektur liegt sondern eher auf „Stadt und Leute“. Schließlich werden die Touren nicht von studierten Historikern geleitet, sondern von engagierten Menschen, die die Gegend kennen und eine Faible für das Speisen haben.

 

Die angebotenen Touren richten sich an wirklich jeden, vom Einheimischen bis zum Eingeplackten. Ich selber liege irgendwo dazwischen, da ich mich selbst nicht ernsthaft als einen „Frankfurter“ bezeichnen würde. Wie heißt es doch so schön: entweder, man ist hier geboren und mindestens ein Elternteil ist „echter“ Frankfurter. Oder man wohnt hier schon seit mindestens 25 Jahren. Beides trifft nicht vollständig zu. Als Taunus-Boy bin ich erst nach dem Studium hierher gezogen. Kann allerdings nicht ohne Stolz behaupten, in einem Haus zu wohnen, das schon seit bald 100 Jahren im Besitz der Familie ist.

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Interessanterweise wird der Frankfurt-Ableger von Laura Di Salvo geleitet, die man als echter Hesse natürlich vom Hessischen Rundfunk kennt, wo sie als Wetterfee zu sehen ist. Dort wirkt sie vor der Wetterkarte allergoldigst – alleine wegen ihr schalte ich die Glotze immer schon 2 Minuten vor der Tagesschau an. Trifft man sie dann „in echt“, so ist sie einfach eine charmante und lebhafte Frau, der man es nicht anmerkt, dass die heutige Tour ihre allererste ist.

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Am Friedberger Platz war der Treffpunkt für die 16 Teilnehmer. Von der Leiterin Di Salvo war dank der vielen aufgespannten Regenschirme nicht mehr viel zu sehen, denn Petrus hatte unserer Wetterfee zum Einstieg leider keinen Sonnenschein geschickt, sondern fiesen Dauerregen. So stiefelten wir dann durch das nasse Frankfurt, schnabulierten hier und dort einen Snack und lauschten den Ausführungen unserer Fee. Hier die Stationen im Einzelnen.

Die Stationen

Bäckerei „Kronberger“ mit einem Zitronenkuchen. Der Kuchen war lecker, leider hat sich niemand blicken lassen, um uns den Rest des Sortiments schmackhaft zu machen. Angeblich gäbe es hier die besten Baguettes östlich von Paris. Netter Artikel in der FR.

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Café „Familienbetrieb“ mit einer Knusperrolle, gefüllt mit Frischkäse und Schinken. Auch hier hat sich die Ladenbesitzerin nicht gezeigt. Dabei gibt es eine an das Café angeschlossene Boutique. Über diese ungewöhnliche Kombination hätte sie uns gerne etwas erzählen können.

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Feinkostladen „Die Olive“ mit Wurst und Käse aus Italien. Sehr sympathische Besitzerin, die uns über ihre Philosophie aufklärte und das Sortiment kurz vorstellte. Habe ihr gleich ein Stück Salsiccia abgekauft.

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Restaurant „Wiesenlust“ mit… Pommes! Sollten eigentlich aus Süßkartoffeln sein, aber die waren schon aus. Also gab es selbstgemachte Kartoffelpommes stattdessen. Eigentlich steht der Laden für Hamburger. Merkwürdig.

Michis Schokoatelier“ mit Pralinen und anderen Schokoladereien. Leider war auch der „Michi“ schwer beschäftigt, und so musste ich mir selbst die Frage stellen, wie man eigentlich so schöne Pralinen wie auf dem Foto unten herstellen kann oder was man in seinen Kursen so alles lernt.

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Imbiss „Suppengrün“ mit einer Kürbissuppe. Verfeinert mit Ingwer und anderen Gewürzen, sehr lecker. Die Dame des Hauses hat es sich nicht nehmen lassen, uns über die Herstellung zu informieren und gab uns noch diverse Tipps zum Suppekochen mit auf den Weg. So hatte ich mir das vorgestellt. Warum dieser Laden floriert, aber die früher ebenfalls Suppen und Eintöpfe anbietende „Chilli Queen“ dicht gemacht hat, ist mir ein Rätsel.

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Café und Lounge „Dolce & Gusto“ mit einem gefüllten Gebäck aus Italien. Was es genau war, konnte uns der junge Chef leider nicht sagen.

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Fazit

Die Tour war unterhaltsam und bot einige wirklich gute Leckereien. Andererseits aber auch reinen Durchschnitt, wie z.B. die „Pommes“, den Sandkuchen und das etwas dröge Gebäck aus Italien. Nur wenige Ladenbesitzer haben sich Zeit für unsere Gruppe genommen. Die meisten glänzten durch Abwesenheit, und dass obwohl noch nicht einmal immer viel Betrieb herrschte. Dieser Punkt ist wirklich tragisch, denn scheinbar haben sie nicht begriffen, dass hier ein paar nette Worte und einige Hintergrundinformationen auf ein dankbares Publikum treffen würden. Zumindest eine Vorstellung des eigenen Sortiments müsste wohl drin sein. Natürlich soll diese Tour nicht zu einer Teppich-Verkaufsveranstaltung mutieren, aber wenn es einem schmeckt und der Laden einen guten Eindruck macht… wer lässt da nicht noch freiwillig ein paar Euros zusätzlich? Vielleicht dauert es noch eine Weile, bis das Konzept auch bei den Ladenbesitzern angekommen ist. Momentan hat man eher noch nicht das Gefühl, überall willkommen zu sein. Man wird wortwörtlich draußen im Regen stehen gelassen.

Laura Di Salvo hat diese Tour erstmalig auf die Beine gestellt und dafür, dass es das erste Mal war, ist es wirklich gut gelaufen. Ich würde mir wünschen, dass zukünftig noch andere Stationen hinzukommen und vielleicht kann sie die Ladenbesitzer ja auch davon überzeugen, in ihrem eigenen Interesse mehr auf die Kulinariker-Gruppe einzugehen. Denn immerhin sind fast jeden Freitag und Samstag Touren geplant. Wer als Ladenbesitzer keine Lust hat, auf diese Zielgruppe einzugehen, soll eben nicht mitmachen.

Es gibt in Frankfurt noch andere Anbieter von kulinarischen Touren, aber alles in allem könnte hier ruhig noch mehr passieren, denn Frankfurt hat viel zu bieten. Also: hingehen, denn trotz meinem Gemecker sind es drei schöne Stunden!

Kunst mit Kanone in Aarhus

Nachdem ich Aarhus im Oktober letzten Jahres mit dem ersten Schneesturm der Saison verließ, kam ich jetzt im April gleich wieder in den Genuss eines zünftigen Schneegestöbers. Diesmal hoffentlich das letzte Mal in der Saison. Da die Sonne schon wesentlich höher stand als im Herbst, nutzte ich die Gunst der Stunde, um den kunterbunten Dachaufbau des Aarhusener Kunstmuseums „ARoS“ zu besichtigen.

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Wer möchte, kann der vorgegebenen Thematik des Kurators folgen. Welche da wäre, im Keller (der Hölle) anzufangen und im Dachgeschoss (dem Himmel) zu Enden. Sehr originell, aber aus diversen Gründen nicht machbar. Zunächst einmal besitzen die Etagen des Museums unsichtbare, Star-Trek ähnlich getarnte automatische Schiebetüren.

 

Das führte zu der Situation, dass ich Dummbeutel die ersten Stockwerke unbesichtigt hinter mir ließ, da meiner Meinung nach kein Eingang vorhanden war. Irgendwann lief ich vor lauter Verzweiflung auf die stumme weisse Wand zu und Sesam siehe da: sie öffnete sich. Allerdings ohne das erwartete futuristische Zischgeräusch. Spätestens jetzt hatte ich dieses Kunstmuseum gefressen. Ganz oben auf dem Dach befand sich jedenfalls das eingangs erwähnte Glasrondell mit den buntigen Farben, wegen dem ich eigentlich hergekommen bin. Gemessen am Eintrittspreis war das Erlebnis dann doch etwas dürftig, aber Aarhus durch die rosarote Brille betrachtet hat durchaus Qualitäten.

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Zurück in der Hölle musste ich feststellen, dass das gesamt Untergeschoss von sage und schreibe drei Künstlern mit jeweils maximal drei Kunstwerken belegt war. Eines langweiliger als das andere. Weisse Kugeln, weisse Zylinder, es hatte etwas meditatives. Aber ein Künstler (Anish Kapoor) hatte sich dem roten Wachs verschrieben und veranstaltete damit diverse Sauereien. Nachdem ich ungläubig an einigen Wachs-schälenden Monsterskulpturen vorbeiging, bemerkte ich schon das unauffällig auffällig guckende Museumspersonal. Außer mir war niemand da, also musste ich wohl als zu bewachendes Subjekt herhalten. Im letzten Raum ging mir dann schließlich auf, was die Bewachung bedeutete: ich kam als einziger Besucher des Museums in den Genuss, der einzigartigen Kunstkanonen-Performance beizuwohnen. Denn was ich nicht wusste, war die Tatsache, dass „speziell geschultes“ Museumspersonal einmal die Stunde dazu befugt war, die sagenumwobene Wachskanone abzufeuern. Und da sie das wohl auch lieber in Gesellschaft als alleine taten, wurde ich „unauffällig“ dazu auserkoren, diesem einzigartigen Happening beizuwohnen. Ein bisschen mehr LSD im Kaffee hätte wohl geholfen, die Angelegenheit für gut zu befinden. So musste ich ein wenig ratlos zusehen, wie ein schweigsamer Angestellter die Kanone mit einer Wachspatrone lud und 5 lange Minuten die Druckluft hinein pumpte.

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Nach einem kurzen aber lauten „Plopp“ landete die Matsche schließlich an der Wand und vorbei war dieser große Augenblick zeitgenössischer Kunst. Ich verließ den Raum fluchtartig, um Platz zu machen für die vom Knall wie Schmeißfliegen herangelockten Kunstkoryphäen, die aber leider zu spät kamen. Such is Life.

Wer sich das – inklusive Wartezeit für die Druckluft – einmal in Echtzeit ansehen möchte, kann das hier tun: