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„Bütt!“ Zur Weinlese in Mainz-Laubenheim

Wenn es „Büüütt“ durch den Wingert schallt, ist wieder ein Eimer bereit zur Abholung durch die „Bütt“, also den großen Sammelkorb des Winzers. Wir waren einen Tag dabei zur Weinlese in Mainz-Laubenheim.

Je nach Region heißt dieser Behälter natürlich unterschiedlich: mal ist es offiziell die „Trage-Bütte„, dann nur die „Bütt“ und bei uns auch mal die „Butz“. Ganz einig ist man sich in Rheinhessen wohl nicht. Vielleicht habe ich das auch falsch verstanden, aber gemeint ist immer das selbe korbartige Behältnis zum Tragen der Trauben auf dem Rücken. Doch was hat uns eigentlich in den Weinberg verschlagen…?

Die goldene Herbsteszeit

Ein Freund von uns, Christopher Dellee, hat zusammen mit seinem Freund Oliver Grimm irgendwann in grauer Vorzeit beschlossen, eigene Weine zu keltern. Christopher ist Geschäftsführer von Asbach und Oliver betreibt die Goldene Ente in Laubenheim. Mit Essen und vor allem Trinken kennen sich die beiden somit aus und man kann sie wohl als echte Laubenheimer Gewächse bezeichnen. Hin und wieder tranken wir also einen Wein der Dellee & Grimm Weinkellerei und kamen uns durch diese Connection schon fast selbst wie echte Winzer vor… Man muss dazu sagen, dass man ihren Wein außerhalb von Laubenheim eher nicht kaufen kann, aber innerhalb des Dorfes ist er omnipräsent.

Nun standen wir neulich auf einem der größten herbstlichen Weinfeste von Mainz, dem Mainzer Weinmarkt, zusammen und tranken Wein, da fiel es Christopher plötzlich ein, dass am nächsten Wochenende schon der erste Weinberg abgeerntet werden soll. „Berg“ ist dabei nicht ganz wörtlich zu nehmen, es handelt sich in diesem Fall genaugenommen um eine gute Hand voll Reihen mit Rebstöcken, die er für die gemeinsame Weinkellerei bewirtschaften lässt. Davon gibt es mehrere mit unterschiedlichen Traubensorten in unterschiedlichen Lagen. Die jetzt zur Lese fälligen Reben trugen jedenfalls den grünen Silvaner. Da ich weder Getränketechniker, Winzer, Weinprinz noch sonst wie mit diesem Gewerbe verbandelt bin, verzeihe man mir die eventuell nicht ganz korrekten Bezeichnungen einiger Zusammenhänge.

Rein in die Trauben

Die Silvaner Traube ergibt einen leicht grünlich schimmernden Weißwein „mit feiner Säure und zarter Blume“, wie Wikipedia es beschreibt. Fakt ist, dass er zu den am besten gehenden Weinen der Weinkellerei gehört. Außerdem liefert er gute Erträge, die Traube „ist selten geschultert, mittelgroß und mittel dichtbeerig bis kompakt. Die rundlichen Beeren sind mittelgroß und von grünlicher Farbe“. Das können wir so unterschreiben, wie man gleich sehen wird.

Für den Tag der Weinlese Mitte September war reichlich Regen angesagt worden. Nach fast zwei Monaten Trockenheit und hohen Temperaturen fiel das Lesedatum diesmal wohl etwas früher als üblich aus. Letztendlich hielt sich der Regen in Grenzen und man kann behaupten, einen goldenen Herbsttag mit milden Temperaturen erlebt zu haben. Am Weinberg tröpfelten nach und nach die Lesehelfer ein, bis wir ungefähr ein Dutzend waren. Mitgerechnet schon den harten Kern, denn nicht nur Christopher und Oliver packten mit an, sondern auch noch weitere junge Enthusiasten, die sich auch etwas tiefer mit der Materie auskannten. Wie gesagt, nicht alle Zusammenhänge waren mir geläufig.

Zum ersten Mal Erntehelfer

Voller Spannung gingen wir also zum ersten Mal auf Weinlese und bekamen gleich die nötige Ausrüstung mitgegeben, nämlich einen schwarzen Eimer und eine spitze Schere. „Lesen“ im klassischen Sinne bedeutet „Auswählen“ der Trauben. Wir Anfänger bekamen zum Glück die Anweisung, einfach alle Trauben zu ernten. Ansonsten könnte man mit entsprechend Ahnung und Geduld auch versuchen, nur die reifsten Trauben zu ernten und den Rest noch eine Weile hängen zu lassen. Wie auch immer, die Handlese hat den Vorteil, die Beeren größtenteils unverletzt zu lassen und deshalb gilt diese Art der Ernte als besonders schonend.

Am selben Tag fuhr nicht weit von uns ein bestellter Vollernter über einige andere Reihen und brachte so innerhalb kürzester Zeit durch Rütteln und Schütteln sämtliche Trauben ein. Ich habe es im Eifer des Gefechts noch nicht einmal mitbekommen, so schnell ging das! Durch die verwendete Technik ist der Vollernter zwar schneller und auch die Traubenstängel bleiben an der Rebe und landen nicht in der Maische. Dafür sehen die Beeren hinterher doch ziemlich derangiert aus und der Winzer muss sich beeilen, seine Lese in den Weinkeller zu bringen, bevor hier die spontane Vergärung beginnt.

Für uns hieß es nun: wo sind die Trauben und wie bekommt man sie abgeschnitten?! Das klingt banal, aber einige Trauben hingen so dermaßen eng umschlungen an ihren Reben, dem Draht oder gar den Metallpfosten, dass kein Anfang zu erkennen war. In diesem Fall war uns aber sanfte Gewalt erlaubt worden. Die Blätter konnte man ohne Bedenken abrupfen, falls sie im Weg waren und die Sicht behindern sollten. Und bei den Trauben darf man zur Not auch mal rabiat zu Werke gehen. Wenn sie sich nicht fügen wollen, wozu hat man die spitze Schere? Mittenrein in die Trauben und irgendwo findet sich schon eine Stelle zum Spalten.

Unser größter Anfängerfehler war nämlich, immer den obersten Trieb finden zu wollen. Hat man den durchgeschnitten, fällt einem das Traubenbündel elegant in die Hand oder sogar gleich in den Korb. Nur leider ist das selten der Fall und man tastet sich schrittweise zur Quelle vor. Oder verschwendet Zeit mit der Suche nach der optimalen Stelle zum Abschneiden.

Kinderarbeit macht Spaß

Irgendwann hat es dann auch der zärtlichste Erntehelfer geschafft, seinen Eimer zu füllen. Und spätestens jetzt sollte er lautstark nach der „Bütt“ rufen. Daraufhin kommt ein fleißiger Helfer mit der Bütt auf dem Rücken und man schüttet ihm die geernteten Trauben in sein Behältnis. Er wiederum leert seine Bütt in den großen Hänger und dann beginnt alles wieder von vorn.

Hat man an solch einem Erntetag auch Familien mit Kindern dabei, so eigenen sich kleine „Kinder-Bütt“ hervorragend dazu, die lieben Kleinen zu beschäftigen. Ansonsten fangen sie nach kurzer Zeit nämlich an, das Unterfangen der Weinlese subtil zu boykottieren: keine Lust mehr auf Traubenschneiden, hier ein Loch im Finger, Hunger, Pipi etc. Die Kinder-Bütt löst dieses Problem auf elegante Weise, denn hiermit können die Zwerge sich nicht nur wichtig fühlen, sie sind es auch! Ein eingespieltes Team aus erwachsenem Erntehelfer und freiwillig versklavtem Bütten-Kind ist einfach unschlagbar. Nächstes Mal lassen wir uns bezahlen, und zwar im Akkord!

Nach ein paar Stunden ist auch die längste Reihe abgeerntet und die Erntehelfer merken plötzlich, dass sie auch noch über einen knurrenden Magen verfügen. Als naive Neu-Erntehelfer kramten wir sofort den morgens frisch gebackenen Quetschekuchen hervor. Aber ach, der Plan lautete leider anders. Am wichtigsten sind nunmal die frisch geernteten Trauben und diese müssen nun so schnell wie möglich ins Weingut gebracht werden. Die größten Freunde und gleichzeitig die größten Angstgegner des Winzers sind nämlich Enzyme und Hefen! Die stecken nicht nur im Hefeteig, sondern fliegen auch sonst so überall herum und daher ist nach der Ernte Eile geboten, um eine spontane Vergärung zu vermeiden.

Volle Bütt, voller Hänger: ab in die Kelter

Alsdann, rauf auf den Trecker, den Unimog gestartet und ab geht es in die nahe gelegene Weinkellerei am Marienhof. Diesen Hof kann man nicht nur für Feiern mieten, er ist im Kern vor allem ein Weingut mit allem, was der Winzer zur Herstellung seiner guten Tropfen benötigt. Und hier werden die Trauben nun aus dem Hänger direkt in die Presse gepumpt. Hierbei kommen die Vorzüge eines Unimogs zum Tragen, denn über eine separate Antriebswelle am Motor kann die Transportschraube im Hänger betrieben werden. Alle Trauben, mitsamt Stil und Stengel, werden also mit sanfter Gewalt durch einen Schlauch in die Presse gepumpt. Dabei werden sie auch gleich zerkleinert, so dass die Pressmaschine weniger Arbeit hat. Das Resultat ist die Maische.

Bei der Pressmaschine handelt es sich um eine Neuanschaffung, auch wenn sie eigentlich aus den 80ern stammt. Von Raketentechnik kann man hier zwar nicht sprechen, aber sie holt mit Hilfe von ein paar Tricks auch noch den letzten Tropfen Traubensaft aus der Maische heraus. Das Ergebnis heißt ab jetzt „Most“ und schmeckt fantastisch, denn im Rohzustand enthält der frisch gepresste Most noch sämtliche Aromen und Geschmacksdetails, die dem filtrierten und abgekochten Traubensaft später fehlen.

Die Pressmaschine besteht aus einer großen drehbaren Trommel, die an verschiedenen Auslässen den Most nach unten in eine Wanne laufen lässt. Am Anfang geht das schnell und leicht, aber später muss der Kompressor ran. Über den Wechsel von Druck und Entspannung kann im Inneren der Trommel eine stabile Folie um die Ernte gepresst werden. Dieser Vorgang aus Pressen und Entspannen findet nun mehr oder weniger automatisch gesteuert statt, so dass man lediglich die Saftwanne im Auge behalten muss. Sobald sich hier genügend Saft gesammelt hat, sollte man die Pumpe anwerfen, um den Most in einen der Edelstahltanks zu pumpen.

Taufe der neuen alten Pressmaschine

Die meiste Arbeit ist jedenfalls das Ernten. Was danach kommt, ist im Wesentlichen ein Verbinden von Schläuchen mit Behältern und Abwarten, dass etwas passiert. Ab jetzt ist Know-How gefragt statt Muskelschmalz, der Winzer übernimmt. Langweilig wird es trotzdem nicht, denn der interessierte Laie kann sich endlich einmal alles genau erklären lassen. Und zum Glück wird heute nicht der erste Jahrgang gekeltert und deshalb steht immer ein Schoppen Silvaner des Vorjahres zur Verfügung und will verköstigt werden.
Auch der Riesling des Vorjahres ist zu empfehlen.
Oder auch – hicks – der Grauburgunder.
Oer ers recht der -%&§ – Pottegiser Weiserbst…

Die neue Presse musste natürlich getauft werden, nur an den Namen konnte ich mich seltsamerweise nicht mehr erinnern. Und irgendwann, wenn die Herbstsonne schon lange hinter dem Horizont verschwunden und der eigene Magen mit Weck, Worscht und Wein gesättigt ist, dann entscheidet der Winzer: is‘ gut für heute! Der Tank ist gefüllt, die Geräte werden penibel gesäubert und wer von den Helfern immer noch da ist und noch immer keinen sitzen hat, der sollte zum Abschluss des Tages wirklich einmal die letzte Ernte probieren.

Im Test: Pulled Pork von Lidl

Letztes Mal griff ich zu den Spare Ribs und davor zum Beef Brisket, diesmal sollte es das Pulled Pork von Lidl sein. Schmeckt es wie vom Smoker? Ist es saftig? Lässt es sich pullen? Die Antworten hier.

Der Spoiler gleich zu beginn: nach klar lässt sich das Lidl Pork pullen! Wäre ja wohl auch ein schlechter Witz, wenn Gustoland es nicht packen würde, dieses Stück Schweinefleisch lange genug zu kochen. Und lange kochen, das können sie, wie ich im Test der Lidl Spare Ribs und des Lidl Beef Briskets zuvor schon festgestellt habe. Aber von Anfang an.

 

Die Basics zum Pulled Pork

Wer schon einmal Pulled Pork vom Grill oder sogar vom Smoker probiert hat, der weiß worum es geht: saftiges, bei sehr niedriger Temperatur gegartes Schweinefleisch, das am Gaumen zerfällt! Am besten von gut durchwachsenen und damit fettigen, nicht zu trockenen Partien. Klassischerweise wird Pulled Pork aus dem Nacken beziehungsweise der Schulter des Schweins gemacht. Nackenfleisch ist meinem Geschmack nach vorzuziehen, da es mehr Saft, sprich Fett hat. Wie man ein klassisches Pulled Pork auf einem Kugelgrill macht und alle Tipps zur Zubereitung, das findet ihr in meinem Artikel „Pulled Pork vom Kugelgrill – das Meta Rezept„. Meta Rezept deswegen, weil das Netz voll ist von Rezepten zu Pulled Pork und ich mir dachte, dass man eine Art Best-Of dazu verfassen könnte. Lest es euch durch, um die Hintergründe zu erfahren.

Die Inhaltsstoffe

Während ich so in der Warteschlange vom Lidl an der Kasse stehe, schaue ich mir gerne die Rückseite der Verpackungen an. Was findet sich denn hier bei diesem Pulled Pork: 98% Schweinefleisch (das allerdings zu 13% aufgespritzt ist mit irgendeiner Art von Würze) und 2% zusätzliche Marinade. Ich bin irritiert, sonst packt Gustoland gerne mal 10% und mehr Flüssigkeit zusätzlich in die Packung. Hier schaffen sie es über das aufgespritzte Fleisch, den Flüssigkeitsgehalt zu erhöhen, was durchaus Ok ist. Schließlich wird das in vielen amerikanischen BBQ-Rezepten auch empfohlen. Das bringt zusätzliche Würze ins Fleisch aber für den Verkäufer natürlich vor allem Gewicht und damit Kohle. Nur 2% zusätzliche Marinade in der Packung ist also mal echt wenig. Bei einem Gesamtpreis von ich glaube knapp 5 Euro für die 550 Gramm Fleischzubereitung sind das unter 10 Euro pro Kilogramm. Da fällt er wieder, der Begriff „industrielle Zubereitung“ aber anders lässt sich so ein Ladenpreis nicht schaffen und fröhliche Landschweine werden hier mit Sicherheit auch nicht verarbeitet.

 

Der Rest auf dem Beipackzettel liest sich wie die übliche Ansammlung von Hilfsstoffen zur industriellen Herstellung einer Marinade. Nicht weiter bemerkenswert und allseits bekannt. Da der Fleischklumpen eingeschweißt und lange gekocht wurde, benötigt er eigentlich gar keine Konservierungsmittel. Ähnlich wie bei Dosenfutter wird der Inhalt hoch erhitzt und ist damit auf natürliche Art und Weise haltbar gemacht. Für mich liest sich die Zutatenliste also erstaunlich harmlos. Wäre ich heute vegan unterwegs, wäre die Liste erheblich länger. Dafür wäre auch kein Schwein tot, Ok das stimmt.

Die Nährwerttabelle

Weiter schweift mein Blick über die Nährwerttabelle: mit unter 5% Fett, 1,2% Salz und fast keinem Zucker liest sich auch diese Liste ziemlich harmlos. Salami oder ein Hamburger nähern sich gerne der 20% Marke, nur mal zum Vergleich. Gut so, für mich dürfte es aber gerne mehr Fett sein, denn erst Fett macht das Pulled Pork zu einem Genuss. Hätte ich etwas Fettarmes gewollt, würde ich Handkäse essen.

Die Zubereitung und der Geschmack

Die Zubereitungsempfehlung lautet: das Fleisch bei 180 Grad in den Backofen geben und eine knappe halbe Stunde aufwärmen. Tja Folks, wieder 15 Stunden bei 107 Grad im Smoker gespart, ist doch klasse! Gerade bei den aktuellen Kosten für gutes Buchenholz. Das Fleisch ist natürlich schon fix und fertig, deswegen muss hier niemand stundenlang warten. Es besteht aus noch mehr oder weniger verbundenen Fleischstücken und wirkt etwas zerzaust, daher tippe ich auf Schulter. Wenn man den großen Schulterknochen entfernt, erhält man nämlich in etwa diese Fleischstruktur.

Beim Auspacken stellt man schnell fest, dass das Fleisch in etwas Marinade und jede Menge Gelee liegt (warum das so ist, siehe Meta Rezept), daher kann es auch nicht knusprig werden. Jedenfalls nicht in einer knappen halben Stunde. Ein klassisches Pulled Pork mit schöner Kruste wird man also auf keinen Fall bekommen. Aber der Geschmackstest zeigt: das Fleisch ist weich und saftig! Je nachdem, was man erwischt, kann es auch etwas trocken sein. Daher zupft man am besten auf traditionelle Weise das gesamte Stück mit Gabeln auseinander und mischt die trockenen mit den saftigen Teilen. Das ist auch in diesem Fall zu empfehlen. Man sollte auch nicht an guter eigener BBQ-Sauce sparen, denn die Raucharomen kommen hier zu kurz. Alles gut durchmischen und dann einen schönen Burger damit belegen, so kann das Lidl Pork durchaus mithalten. Pur verspeist ist es erstaunlich zurückhaltend gewürzt. Fast so, als hätte Gustoland damit gerechnet, dass der BBQ-Freund sowieso noch seine eigene Sauce anbringen möchte.

Mein Fazit: bis auf die fehlende Kruste und den unvermeidbaren Kochfleischgeschmack ist das für mich ein prima Convenience Produkt. Als Ausgangsbasis für Pulled-Pork-Burger absolut zu gebrauchen. Wer mehr will muss auch wesentlich mehr Zeit investieren und sein eigenes Pulled Pork herstellen.

Ab in den Einkaufswagen

Magic Dust ist als basic Rub immer sinnvoll und ich würde ein wenig davon auf das Lidl Pulled Pork streuen, bevor es in den Ofen kommt.

Nachdem das Pork gepullt ist, würde ich es mit dieser leckeren und preiswerten Sauce vermischen.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

Mo’s Empfehlung für Leser, die sich für „Pulled Pork von Lidl“ interessieren:

Skifahren in und um das Ötztal herum

Bevor es wieder mit der Freundin nach Garmisch in den Winterurlaub geht, wollte ich es skimäßig dieses Jahr erst einmal alleine knacken lassen. Zu diesem Zweck habe ich mich in Ötz am Anfang des Ötztals einquartiert und die Gegend erkundet.

Geknackt hat es dann auf der Piste tatsächlich, aber leider im Rücken. Obwohl der „Knacks“ beim Renovieren vom Haus schon im Sommer passierte, war anscheinend doch nicht alles verheilt bis Februar. Und als die Knie einmal versehentlich etwas zu hoch geschnellt sind, da hat es dann eben wieder geknackst. Mei, man ist halt nicht mehr zwanzig! Aber ich fange besser von vorne an.

 

Die Idee war wieder einmal, so wie vor einigen Jahren schon, sich für ein paar Tage in eine kleine Pension in Garmisch einzumieten. Gesagt getan. Mit der Freundin Winterwanderungen gemacht und mit dem Münchner Freund in Garmisch Classic und auf der Zugspitze Ski gelaufen. Und leider wieder einmal grün und blau geärgert über die Garmischer Servicementalität. Es gibt nämlich keine und das liegt am stetigen Andrang der Münchner Tagestouristen. Die werden kräftig gemolken und fahren anschließend wieder heim. Es ist also brechend voll und teuer. Aber Investitionen in die Qualität des Skigebiets und des Services bleiben leider aus. Und da dachte ich mir so: wenn sie einem in den Alpen eh das Geld aus der Tasche ziehen, dann lieber dort, wo es professionell geführte Skigebiete gibt und leckeres Essen auf der Hütte, das mit einem Lächeln im Gesicht serviert wird! Und so kam es, dass ich dieses Jahr flugs um die Zugspitze herumfuhr, einmal auf dem Fernpaß günstig tankte und mir anschließend eine Unterkunft in Ötz im Ötztal suchte.

Von Ötz aus hat man Zugang zu einigen prächtigen Skigebieten: Kühtai liegt gleich um die Ecke und Sölden ist nicht weit. Kühtai liegt sehr hoch auf 2.000 Metern und ist daher absolut schneesicher. Hier und in der Umgebung habe ich beim DSV vor 15 Jahren eine Grundausbildung zum Skitourengehen und für Lawinenkunde gemacht. Gerade sehe ich, dass es den Kurs auf der Dortmunder Hütte immer noch gibt. Eine Riesengaudi und ganz schön anstrengend. Das Gehen im frischen Schnee zerrt an den Kräften, so dass man abwärts jeden verdammten Höhenmeter genießt! Ist man erstmal selbst aufgestiegen, so erscheint einem sogar die Aussicht von einer kleinen Bergspitze weitaus spektakulärer als von einem mit der Gondel erklommenen Gletscher…

Zurück im hier und jetzt. Da es dieses Jahr im Februar sehr stürmisch war, verbrachte ich den gesamten ersten Tag am einzigen noch geöffneten Lift in Kühtai: dem klassischen Ankerschlepper „Alpenrosenlift“. Meine Freude hielt sich in Grenzen, aber andere Gebiete hatten komplett geschlossen, da sie lediglich über moderne Kabinenbahnen und Sessellifte verfügen. Hoch sollen sie leben, die alten Schlepplifte, an denen man schon vor der eigentlichen Abfahrt Muskelkater bekommt! Am nächsten Tag ließ der Wind endlich nach und ich verbrachte einen schönen Skitag im Skigebiet von Sölden. Wer hier unterwegs ist, sollte so schnell wie möglich die Liftverbindung zum Rettenbachgletscher nehmen. Der schmilzt nämlich schneller weg, als man eine Spitzkehre im Schnee ausführen kann. Der untere Teil des Gletschers hat sich schon vom Rest getrennt und es ist nur noch eine Frage von wenigen Jahren, bis man hier höchstens noch eine Abbruchkante sehen kann. Die Söldener sorgen sich schon länger um den ausbleibenden Schnee und haben Teile des Geländes im Sommer unter einer weißen Folie verpackt. Mit diesem Restschnee und dem, was sich links und rechts davon noch zusammenkratzen lässt, wird im nächsten Winter die Gletscherpiste präpariert. Jammern hilft nicht, wir haben den Klimawandel nun mal selber angestoßen und das ist eine der Konsequenzen. Ich persönlich finde es gut, den Skibetrieb im Gletscher zu erhalten. So sieht man wenigstens hautnah, was in den Bergen passiert. Nur wären ein paar Hinweisschilder angebracht zur Erklärung des Ganzen. Hier ein Bericht zum Thema.

Genug der Traurigkeit, jetzt zu dem, was nach dem Skifahren passiert. Damit meine ich nicht Aprés Ski, was man in Sölden mehr als genug haben kann. Sondern die Kulinarik! Tirol und auch Südtirol (darüber später mehr in einem anderen Artikel) rühmen sich ihrer bodenständigen Küche. Hierzu gehören deftige Gerichte zum Sattwerden mit Nudeln, Klößen und Polenta. Richtig gut servieren die Tiroler diese Speisen auf ihren Berghütten, weniger gut im Tal. Es lohnt sich also, beim Wandern oder Skifahren auf einer Hütte anzuhalten und eine deftige Brotzeit einzunehmen. Irgendwann hat man sich aber auch daran satt gegessen und man möchte die Zunge mit etwas Außergewöhnlichem kitzeln. Und hier kommt eine Hütte am Rande des Söldener Skigebiets ins Spiel, die „Panorama Alm“ (Restaurant Sölden).

Sie ist leicht zu Fuß oder auch mit dem Auto zu erreichen und liegt gleich neben der Piste. Wer also nachmittags die Talabfahrt zur Giggijochbahn nimmt, kann hier bequem den Einkehrschwung machen. Man fährt dem Wirt tatsächlich fast über die Terrasse. Im Angebot ist eine etwas gehobenere Küche mit diversen Spezialitäten. Wem es nach einem Thai Curry oder einem Käse- oder Fleischfondue gelüstet, der wird hier fündig. Mir persönlich läuft das Wasser eher beim angebotenen BBQ-Grillabend im Munde zusammen. Wäre ich mit Familie oder einer Gruppe von Freunden unterwegs, würden wir uns als Highlight sicher den gegrillten Fisch und das Fleisch aus lokaler Herkunft gönnen. Wie gesagt, nicht billig, aber dafür mal etwas Besonderes. Und ja, auch wer vom Aprés Ski nicht lassen kann, der wird hier fündig.

Mein Fazit: Ötztal, wir kommen wieder! Gerne auch im Sommer, um der Hitze zu entgehen.

Im Test: Plant-based Hamburger und Nuggets von Burger King

Im Fast-Food Bereich ist seit einiger Zeit viel Bewegung, was vegetarische oder vegane Alternativen zu Rindfleisch und Huhn betrifft. Jetzt habe ich mir einmal den direkten Vergleich von Fleisch- und Pflanzenprodukten vorgenommen und bin deswegen bei Burger King eingekehrt.

Fleischlos vs. Fleisch bei Burger King

Es gibt normalerweise nur eine einzige Gelegenheit, um meine Freundin zum Besuch einer Hamburger-Kette zu bewegen. Und das ist auf Reisen während eines Stopps an einer Autobahnraststätte. Der Kaffee ist dort gut und kostet längst nicht so viel wie bei Tank & Rast & Co. Und wenn dabei noch ein Hamburgerchen mit auf dem Tablett landet, dann sei es halt so. Zu Hause wird nicht zu McDo und Burger King gegangen, da lässt sich nicht dran rütteln. Jedenfalls nicht zusammen. Es sei denn – und hier kommt der aktuelle Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung ins Spiel – es sei denn, es geht darum, die Veggie-Varianten zu testen!

 

Mir ist der gute Geschmack des Veggie-Burgers von McDonald’s noch recht gut in Erinnerung geblieben, den ich vor etwa einem Jahr probiert habe. Vermutlich war es ein Patty von „Beyond Meat“, denn er schmeckte wirklich sehr überzeugend nach Fleisch. Eben gerade lese ich, dass McDo sich leider wieder von Beyond Meat getrennt hat, schade. Vermutlich waren die Pattys zu teuer, denn gut waren sie in jedem Fall. Man verliert auch langsam den Überblick, wessen Veggiepatty jetzt wo genau zum Einsatz kommt. Über kurz oder lang werden sich die großen Hamburger-Ketten vermutlich ihre eigenen Pattys stricken. Aber noch trifft man auf eine verwirrende Vielfalt von Produktnamen.

Bei Burger King kooperiert man zur Zeit jedenfalls mit dem Hersteller „The Vegetarian Butcher„, der zum Nahrungsmittelgiganten Unilever gehört. Ob das in einem halben Jahr noch so ist, steht dagegen in den Sternen. Die Zutaten für die Hamburgerpattys und die Nuggets bestehen somit aus Weizen- und Sojaprotein. Bei anderen Supermarktprodukten gefallen mir die Varianten mit Erbsenprotein recht gut, daher war ich hier guter Hoffnung. Im Vergleich zu anderen Fleischersatzstoffen haben Teile mit Erbsenprotein nämlich den richtigen Biss.

Unser Menü sollte heute aus den folgenden Angeboten von Burger King bestehen:

Wir haben uns für den Whopper ohne Käse entschieden, damit man den jeweiligen Patty besser herausschmecken kann. Wobei dummerweise gerade der Whopper dermaßen mit Saucenpampe gefüllt wird, dass der Käse gar nicht auffallen würde. Wie schmecken denn nun die Nuggets und die Burger im direkten Vergleich?

Vergleich klassischer Whopper mit Plant-based Whopper

Der Fleisch-Whopper (im Bild unten rechts) und der Pflanzen-Whopper schmecken, wenn man den Patty einmal beiseite lässt, identisch. Trotz der veganen Mayonaise ist hier kein Unterschied zu bemerken. Wie bei jedem Whopper hat man in beiden Fällen hinterher eine ganz schöne Zwiebelfahne… Beim Patty kann man dagegen nicht behaupten, dass es keinen Unterschied gibt. Der klassische Rinderpatty schmeckt wie immer, also nach relativ trockenem, gegrilltem Rindfleisch. Eine Offenbarung war das noch nie, aber man wusste, was man hat. Der Patty des Vegetarian Butchers kann hier leider weniger gut mithalten. Er ist weder so kräftig gegrillt, noch hat er den Biss, den man bei Fleischersatz erwartet. Er ist etwas weicher und wabbeliger als das Original, dafür aber auch saftiger. Jedenfalls kommt er nicht an den Patty von McDonald’s heran, den ich eingangs erwähnt hatte.

Vergleich Chicken Nuggets mit Plant-based Nuggets

Bei den beiden Whoppern hatten wir das Glück, dass sie zeitgleich frisch zubereitet wurden. Bei den Nuggets vermute ich einmal, dass nur die Plant-based Variante frisch zubereitet war (unten im Bild links), denn die Chicken Nuggets mit Fleisch waren etwas zäher im Biss und nicht mehr ganz so knusprig. Dummerweise habe ich keinen Vergleich, denn normalerweise bevorzuge ich die Variante von McDo, darauf wurde ich als Kind konditioniert und der Geschmack ist nun leider für immer in meinem Stammhirn eingebrannt. Geschmack ist das Stichwort: die Plant-based Nuggets haben leider keinen. Sie sind in unserem Fall zwar etwas knuspriger als die mit Hühnchen und sie haben auch einen guten Biss. Aber sie schmecken halt nach nichts. Man nimmt sich erst einen, dann noch einen… es stellt sich einfach kein Geschmack ein, abgesehen von dem der Panade. Im direkten Vergleich zum Chicken Nugget fällt das schon sehr deutlich auf. Und das, obwohl ja gemunkelt wird, dass sämtliche Chicken Nuggets fast gar kein Hühnchenfleisch mehr enthalten! Was auch immer drin ist, es schmeckt jedenfalls unserer gemeinsamen Meinung nach um einiges intensiver als das leere Protein der Plant-based Nuggets. Es hilft auch nicht viel, sie in eine der Saucen zu dippen. Dann schmecken sie halt nach Sauce, immerhin. Obwohl mir auch hier die BBQ-Sauce von McDo wieder mehr liegt als das Pendant von Burger King. Versautes Stammhirn eben.

Unser Fazit nach diesem Vergleich von einem klassischen Hamburger mit einem Fleischlosen und von Chicken Nuggets mit Protein Nuggets fällt im Prinzip wohlwollend aus: zwar geht dem Genießer schon einiges an Geschmack verloren, wenn er sich für die Plant-based Varianten entscheidet. Aber dafür kann er mit gutem Gewissen zulangen, denn das einzige Lebewesen, dem man möglicherweise schadet, ist der eigene Körper. Oder um mit einem Zitat aus „Asterix und Obelix“ zu schließen: „Mit einem Sößchen von Gutemine würde ich sogar einen Hinkelstein verdrücken!“. Da jubelt der Magen bestimmt.

Nachtrag: Wenig später saß ich bei der Konkurrenz vom großen M und suchte verzweifelt nach einem vegetarischen oder veganen Hamburger. Tatsächlich stand der „Fresh Vegan TS“ nicht auf den Anzeigepaneelen sondern wurde erst auf Nachfrage frisch zubereitet. Kein Wunder, dieser Burger ist auch nichts, worauf McDonald’s stolz sein könnte. Weiter oben hatte ich davon geschrieben, wie mich vor einiger Zeit der Beyond Meat Burger vor Geschmack umgehauen hat. Was hier nun serviert wurde, war ein armseliger Abklatsch. Der „frisch“ zubereitete Burger war ein pampiges Stück Etwas und der Patty erinnerte eher an ein gegrilltes Corny als an Fleisch. Knusprig war er zwar, aber das lag daran, dass die herausstehenden Haferflocken mehr Hitze abbekommen haben als der Rest. Mein Fazit: McDonald’s sollte es entweder richtig machen oder gleich ganz lassen.